Traumtor on Elm Street

Wer als Groundhopper was auf sich hält, grast in der fußballfreien Zeit die Länder ab, die im Kalenderjahr spielen. Beim Besuch des Spitzenspiels der schwedischen Liga fühlte sich Mauertaktik-Chefgrantler Fränck von Schleck wie auf einer Zeitreise in eine längst vergangene Fußball-Ära. Mehr…

Von Schneebällen und Buhrufen (Neues vom Michi)

Vor knapp zwei Wochen konnten wir voller Freude berichten, dass unser Capitano voll auf Kurs war, sprich: stramm den 1.847ten Vize-Titel seiner Karriere anpeilte. Zwei Spieltage später hängt der Haussegen bei den Ballacks und auch das Lächeln des Mittelfeldmanns auf halb neun. Denn der Michi muss sich wohl doch mehr strecken, als er dachte, um sein persönliches Maximalziel Rang 2 in der Premier League zu erreichen. Platz vier mit bereits fünf Zählern Rückstand auf den Zweiten Liverpool bedeuten den Status Quo.

Grund 1: Fernando Torres trifft nach wie vor am liebsten in wichtigen Spielen, wenn der Michi sich auf der Gegenseite bemüht. Grund 2: Gegen Liganeuling Hull City kamen Ballackov und Kollegen nicht über ein 0:0 hinaus. Die zahlreich anwesende Südlondoner Plebs buhte das Team mit Verve in die Katakomben.

Zu allem Überfluss mobbt der Chelsea-Kader die sächsische Spaßbremse, wo es nur geht…

Michi B. – wohin wird Deine Reise gehen? Wir bleiben dran…

Bye, Bye, Bernd!

Nun ist es passiert. Seit Wochen wurde sein Rauswurf beschworen. Nun schließlich verlieh man in Spaniens Hauptstadt dem blonden Engel Flügel. Bernd Schuster ist nicht mehr. Also jedenfalls nicht mehr Trainer von Real Madrid. Noch vor Wochenfrist stellte ihm sein Präsident einen Freibrief bis Ende der Saison aus. Diese Zusicherung war in etwa so viel wert wie ein mittelgroßer Teller Tapas. Nach dem 3:4 in Bernabeu gegen den FC Sevilla hatte auch der hispanophile Fuggerstädter keinen Bock mehr. Und schwenkte verbal die weiße Fahne.

Vor dem Hassderby gegen den FC Barcelona, das am Samstag stattfindet, sägte der Mann von Gaby Schuster den morschen Zweig, auf dem er kauerte, endgültig ab. „Es ist unmöglich, im Nou Camp zu gewinnen.“ Mag sein. Sagt man aber nicht. Jedenfalls nicht als Trainer von Real. Dem Schuster-Bernd war da schon klar, dass sein Flickzeug nicht mehr reichen würde. Warum nicht mit einem markigen Spruch abtreten? Eben.

Dabei ist Schusters Bilanz seit Amtsantritt auf nationaler Ebene durchaus beachtlich, holte er doch mit Real in der vergangenen Spielzeit Meisterschaft und Supercup. Die Ansprüche rund ums Estadio Santiago Bernabéu sind leider andere. Das Champions-League-Aus im Achtelfinale gegen den AS Rom wurde nicht goutiert. Derzeit ist Schusters Ex-Team immerhin schon fürs Achtelfinale in der Königsklasse qualifiziert. Vielleicht kann ja Nachfolger Ramos was reißen. Aber gut, erwarten wir nicht zu viel von einem Verein, der nach einer Billigsupermarktkette benannt ist.

Wirre Gedanken zum Europapokal

Spieltag Zwo der UEFA-Cup-Gruppenphase ging soeben zu Ende. Für die deutschen Vereine gab’s in der Woche nach Halloween mehr Süßes als Saures. Die Spiele förderten Überraschendes (Wolfsburg) und weniger Überraschendes (Hertha) zu Tage. Überraschend beim 5:1 der hierzulande meist ungeliebten VW-Städter war nicht so sehr der hohe Sieg sondern – zumindest für unverhohlene Wolfsburg-Hasser wie mich – die Stimmung auf den Rängen. Durchaus europapokalreif wurden von den Retortenstädtern sogar lautstarke Wechselgesänge angestimmt – fleißiger Support, selbst als das Spiel noch auf der Kippe stand. Oder hat das DSF da in feinster Peking-Manier Audiokonserven aus der Europapokalhistorie entdeckelt?

Die Hauptstadt-Hertha verspielte derweil wohl schon den Matchball zum Weiterkommen mit einem 0:0 bei Metalist Kharkov (sic!). Dankbarerweise wurden hiervon keinerlei Bilddaten in die westliche Welt übertragen – die Pipeline hatte ein Leck. Nur noch als frech kann indessen ein Kommentar im Kicker-Ticker gewertet werden, der davon sprach, die Berliner könnten mit dem Punkt „gegen die stark eingeschätzten Gegner“ zufrieden sein. Stimmt. Die nötigen Punkte werden dann ja sicher gegen Galatasaray und bei Olympiakos Piräus eingefahren. (Stimme aus dem Jenseits: Es kann doch wohl nicht der Anspruch sein, nicht einmal für Hertha, gegen eine Mannschaft, deren Namen viele bis vor kurzem eher für die ukrainische Antwort auf „Slayer“ als für ein Fußballteam gehalten hätten, ein torloses Remis zu erstraucheln!) Prosaisches aus dem Diesseits: Hertha-Trainingsleiter Lulu Favre nach dem Schlusspfiff ganz happy: „Sehe das Ergebnis eher positiv.“ Na dann.

Was sonst? Der VfB Gomez gewinnt 2:0 gegen Partizan Belgrad, obwohl es lange auch hier nach einem 0:0 aussah. Und Schalke Null-Vier spielt Eins-Eins bei Racing Santander. Beide bleiben damit auf Kurs. Und wir rechnen weiterhin fest damit, dass die Bundesliga zur Saison 2009/10 wieder die ihr angestammten 6 Champions-League-Direktteilnehmerplätze erhält sowie desweiteren jährlich 10 UEFA-Cupteilnehmer stellt. Der Rest der Liga steigt ja eh ab.

(Bild: Wikimedia Commons)

Warten auf den Messias

Unter der Woche widersetzten sich zwei Drittel der Mauertaktik-Redaktion allen inneren und äußeren Unkenrufen und entschieden sich für das Praxisseminar „Moderner Fußball“. Zu selbigem (Unkostenpreis: Euro 16,-) lud der Berliner Hauptstadtclub Hechta BSC, bei dem der portugiesische Altmeister Benfica Lissabon gastieren durfte.

Hertha im UEFA-Cup: Schon immer war diese Kombination die Garantie für Hurrafußball mit Erlebnischarakter. Nehmen wir nur die Saison 2005/06, als die alte preußische Dame sich ganz Fußballeuropa unterwarf und ihre vier Zwischenrundengegner mit insgesamt 1:0 Toren förmlich überrollte. Am vergangenen Donnerstag setzten die 2.600 Zuschauer im gut gefüllten Olympiastadion (inkl. Franco Persico und Fränk von Schleck) all ihre Hoffnungen auf einen Mann. „Warten auf den Messias“ weiterlesen

Hast Du Töne (III)

Die nordenglische Stadt Newcastle hat der Musikwelt schon viele Perlen geschenkt. Gordon Sumner, den meisten besser bekannt als Sting, Mark Knopfler, legendärer Gitarrist und Sänger der Rockband Dire Straits und auch… Paul Gascoigne, sympathisches One-Hit-Wonder und Hobbyfußballer – sie alle stammen von der Tyneside. Und ab!

Mamma, Mamma, Mamma…

Kein Fußballer hat wohl je eine Stadt und ihre Bewohner so in seinen Bann gezogen wie kleines dickes geniales Maradona in Neapel. Was auch daran lag, dass die lebende Legende vom Rio de la Plata den SSC quasi im Alleingang von der Bedeutungslosigkeit zum zweifachen italienischen Meistertitel und zum UEFA-Cup-Gewinn dribbelte. Und ab!

Maskottchen vs Flitzer

Normalerweise verhält es sich mit Flitzern und Maskottchen so, daß Letztgenannte von der Hauptzielgruppe „14-49 Jahre“ eher gar nicht akzeptiert werden. Nackedeis dagegen, die i.d.R. eh nur ohnehin schon langweilige Spiele unterbrechen, und somit eigentlich sogar Kurzweil bieten, werden zwar nicht geliebt und bejubelt, so denn aber wenigstens belächelt und geduldet. Witzigerweise empfinden alle anderen Stadiongänger (also Kinder, Greise und Frauen) genau das Gegenteil.

Bei Bertie Bee vom FC Burnley aus der zweiten englischen Liga dürfte das allerdings aus gutem Grund anders sein.

Wer nicht sehen möchte, wie des Flitzers Gemächt hin- und herbaumelt, der kann sich Berties Power Slam auch in der lustig zensierten Version anschauen.

London, Northfleet, Hoffenheim – das BM-Prinzip

Ich kann mich noch genau an den Tag erinnern, als mein Onkel mir erzählte, dass er derzeit ein Computerspiel namens „Bundesliga Manager Professional“ auf seinem PC spiele. Allein seine kurze Schilderung des Spielprinzips rief seinerzeit große Begeisterung bei mir hervor. Mangels eines BMP-fähigen PCs bei uns zu Hause war ich zunächst darauf angewiesen bei Besuchen im Hause meines Onkels das Spiel in Augenschein zu nehmen. Meine Vorfreude, die sich ein ums andere Mal aufstaute, wurde nie enttäuscht.

Nun scheint es so, dass das Prinzip „Bundesliga-Manager“ nun endgültig auch in das reale Fußballgeschehen Einzug gehalten hat. Sicher gab es das auch schon in der Vergangenheit, etwa beim Betrachten der Einkaufspolitik von Real Madrid. Da hatte man, hat es jetzt unter Schuster eigentlich wieder, schon das Gefühl, dass dem Kaufrausch keine Grenzen gesetzt sind. Allerdings gehört diese Handlungsweise der Madrilenen ja jeher zum europäischen Fußballgeschäft, ist somit Teil des Systems. Das BM-Prinzip zeichnet ja gerade aus, dass durch einen außergewöhnlichen Eingriff von außen das Machtgefüge erschüttert wird. So kommt es zu unerwarteten Ergebnissen: vom kuriosen Bundesligaaufstieg bis zum spektulären Titelgewinn. weiter gehts…