HSV: Poker und Pfiffe in der Vorbereitung

Drunter und drüber geht es derzeit beim Hamburger SV. Gellende Pfiffe und „Hoffmann raus“-Rufe erntete der mäßig beliebte HSV-Vorstandsvorsitzende auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung. Grund: Die umstrittene Demission des sportlichen Leiters Dietmar „Dukaten-Didi“ Beiersdorfer. Einziger prominenter Neuzugang an der Elbe ist bislang der Ex-Münchner Zé Roberto (erst 35). Nicht beirren von dem ganzen lästigen Vorbereitungs-Trara ließ sich derweil Aufsichtsratsmitglied und Ex-Profi Sergej Barbarez. Der Bosnier jettete vergangene Woche wie geplant ins Zocker-Mekka Las Vegas und nahm dort an der „World Series of Poker“ teil. Zu hoffen bleibt, dass der HSV 2009/10 mehr Erfolg hat als „Mr. Deuce-High“. Barbarez flog an Tisch 54 bereits in der ersten Runde hochkant aus dem Turnier und konnte dann noch ein paar Tage das reiche Kulturangebot der Stadt genießen.

Matheolympiade in München – Klinsi gedopt?

Mount Hoeneß kurz vor dem Ausbruch
Mount Hoeneß kurz vor dem Ausbruch

Fette Überraschungen und herbe Pleiten gab es am Wochenende des 29. Spieltages an der Spitze der Fußball-Bundesliga. Während sich durch die Niederlagen der ersten Drei bei gleichzeitigen Siegen der Verfolger nun alle Beteiligten auf einen Fünfkampf im Titelrennen einstellen, interessiert das Jürgen Klinsmann nicht die Bohne und rechnet sich die Welt schön. mehr

Ein Recke, drei Elfer

Der schöne Tim rannte los. Mit ausholenden Schritten und wild schlenkernden Armen sprintete der Mann im knallgelben Top wie vom Affen gebissen aus seinem Kasten. Auf dem TV-Sessel spannte man sich innerlich an. Gleich musste „Zücho-Tim“ auf den herannahenden Stürmer treffen. Dutzende Male hatte man dies Schauspiel schon beobachtet und wusste: Solche Begegnungen gingen in dieser Konstellation selten schmerzfrei aus, jedenfalls für den Angreifer.

Doch kein HSV-Spieler weit und breit, stattdessen rannten zehn schwarz gekleidete Gestalten ihrerseits auf den freidrehenden Torwart zu. Wieses Mitspieler. Doch der wildgewordene Keeper sah seine Kameraden gar nicht und sprintete stattdessen unverdrossen in Ben-Johnson-Manier an der jubelnden Meute vorbei, quer über das Spielfeld, bis er kurz vor dem Werderfanblock in eine Werbebande krachte.

Tim Wiese, in der Vergangenheit eher mal für das Ausscheiden seiner Mannschaft zuständig, war diesmal DER Verantwortliche fürs Weiterkommen. Ein Elfmeterschießen wie zuletzt von Zettel-Jens, ach was: besser! Drei parierte Strafstöße, einen solch fulminanten Auftritt hatte wohl nicht mal einer wie Frank Rost. Obwohl der ja bekanntlich der Teufel persönlich ist.

Torsten Frings nannte Wiese nach dem Spiel nicht Teufel sondern schlicht „Elfmeterkiller“ und stellte fest: „Im Training hält er fast alle Elfer!“ Frings hätte auch behaupten können, Bremens Schlussmann sei ein Albino – jeder einzelne von der Weser angereiste Fan hätte es ihm vom Fleck weg geglaubt. Nun ist Wiese, der sich weder in der Bundesliga noch in einem anderen Wettbewerb je zuvor als besonders effektiver Elferkeeper geoutet hatte, ein Elfmeterkiller. Und Frank Rost ist wieder Frank Rost.

(„Zücho-Tim“ Courtesy of Gianluca Muller)

Der Meisterschaftskrimi geht weiter – Der 27. Spieltag

Die Fußball-Bundesliga geht in die nächste Runde, der 27. Spieltag steht an. Bei feinstem Fußballwetter am Osterwochenende geht die Jagd nach den entscheidenen Punkten mehr weiter und dabei wartet die Bundesliga einmal mehr mit spannenden Paarungen auf. Die Paarungen im Einzelnen:

Wenn vier sich streiten, freuen sich die Bayern…

Der 19. Spieltag ist gespielt und die Liga hat einen klaren Tagessieger. Was gestern Nachmittag bereits an diversen Stammtischen geunkt wurde, ist dann also Gewissheit geworden: Die spielen wieder alle für die Bayern! Und der FCB hat dieses Angebot dann auch gerade auf die ihm typische Art und Weise dankend angenommen: Mit einem Sieg kurz vor Schluß. Und ist nun lachender Tabellenzweiter. mehr

HSV – Juventus Turin 4:4 (CL 2000/01)

Der Hamburger SV hat heute im UEFA-Cup spielfrei. Für alle Hanseaten, die sich zwecks Beschäftigungstherapie auf unsere Seite verirren (und auch für alle anderen Freunde des faszinierenden Sports der Welt) wollen wir den Club aus dem Norden mit einem Video würdigen. Am 13. September 2000 kam es im Volksparkstadion zu einer denkwürdigen Partie. Erstes Heimspiel der Hamburger in der Champions-League-Gruppenphase. Gegner war die schier übermächtige alte Dame mit dem jugendlichen Namen aus Turin. Davids, Zidane, del Piero und Inzaghi zu Gast an der Alster. Nach 52 Minuten schoss letztgenannter Unsympath das 3:1 für Juve. Alles gelaufen? Mitnichten. Aber seht selbst – ein wahres Kronjuwel der deutschen Europapokalgeschichte: