Bye, Bye, Bernd!

Nun ist es passiert. Seit Wochen wurde sein Rauswurf beschworen. Nun schließlich verlieh man in Spaniens Hauptstadt dem blonden Engel Flügel. Bernd Schuster ist nicht mehr. Also jedenfalls nicht mehr Trainer von Real Madrid. Noch vor Wochenfrist stellte ihm sein Präsident einen Freibrief bis Ende der Saison aus. Diese Zusicherung war in etwa so viel wert wie ein mittelgroßer Teller Tapas. Nach dem 3:4 in Bernabeu gegen den FC Sevilla hatte auch der hispanophile Fuggerstädter keinen Bock mehr. Und schwenkte verbal die weiße Fahne.

Vor dem Hassderby gegen den FC Barcelona, das am Samstag stattfindet, sägte der Mann von Gaby Schuster den morschen Zweig, auf dem er kauerte, endgültig ab. „Es ist unmöglich, im Nou Camp zu gewinnen.“ Mag sein. Sagt man aber nicht. Jedenfalls nicht als Trainer von Real. Dem Schuster-Bernd war da schon klar, dass sein Flickzeug nicht mehr reichen würde. Warum nicht mit einem markigen Spruch abtreten? Eben.

Dabei ist Schusters Bilanz seit Amtsantritt auf nationaler Ebene durchaus beachtlich, holte er doch mit Real in der vergangenen Spielzeit Meisterschaft und Supercup. Die Ansprüche rund ums Estadio Santiago Bernabéu sind leider andere. Das Champions-League-Aus im Achtelfinale gegen den AS Rom wurde nicht goutiert. Derzeit ist Schusters Ex-Team immerhin schon fürs Achtelfinale in der Königsklasse qualifiziert. Vielleicht kann ja Nachfolger Ramos was reißen. Aber gut, erwarten wir nicht zu viel von einem Verein, der nach einer Billigsupermarktkette benannt ist.