Telekolleg Psychospielchen

Heute stehen die letzten Entscheidungen in der WM-Qualifikation an. Bei entsprechendem Verlauf der Partien könnte auch das eine oder andere Elfmeterschießen vonnöten sein. Mauertaktik zeigt, wie man’s als Torwart nicht machen sollte. „Telekolleg Psychospielchen“ weiterlesen

Staatspräsident eingepennt!

da kann man zwischendurch schon mal powernappen
Da kann man zwischendurch schon mal powernappen...

Ein absolut kurioses Pokalfinale in Griechenland! Olympiakos Piräus ist griechischer Pokalsieger! Auf den ersten Blick klingt das wenig spektakulär, schließlich beherrscht das Team aus der Hafenstadt seit Jahren das Geschehen im hellenischen Fußball. Die Genese des jüngsten Triumphes unterscheidet sich dann aber doch etwas von den üblichen Endspielen. Erster Aufreger kurz vor Schluss: Gegner AEK Athen geht mit 3:2 in Führung. Aber kein Problem für Olympiakos: in der Nachspielzeit schafft man das 3:3. 2 x 15 Minuten und zwei Platzverweise später steht es dann 4:4. Aber das war erst der Aufgalopp zum wahren Highlight des Abends: ein Elfmeterschießen epischen Ausmaßes. Erst der 34. Elfmeter bringt die Entscheidung. Dabei hätte bereits der fünfte Schütze, Olympiakos-Legende Djordevic in seinem letzten Spiel, alles klar machen können. Aber AEK-Keeper Saja verhindert die „schnelle“ Entscheidung. So treten also insgesamt 34 Schützen an. Und am Ende ist es Torwartroutinier Nikopolidis, der das Ding klarmacht. Alles wie gehabt: Mit rechts – flach ins linke Eck. Zum Video!

(Bild: flickr.com / eriwst unter creative commons)

Ein Recke, drei Elfer

Der schöne Tim rannte los. Mit ausholenden Schritten und wild schlenkernden Armen sprintete der Mann im knallgelben Top wie vom Affen gebissen aus seinem Kasten. Auf dem TV-Sessel spannte man sich innerlich an. Gleich musste „Zücho-Tim“ auf den herannahenden Stürmer treffen. Dutzende Male hatte man dies Schauspiel schon beobachtet und wusste: Solche Begegnungen gingen in dieser Konstellation selten schmerzfrei aus, jedenfalls für den Angreifer.

Doch kein HSV-Spieler weit und breit, stattdessen rannten zehn schwarz gekleidete Gestalten ihrerseits auf den freidrehenden Torwart zu. Wieses Mitspieler. Doch der wildgewordene Keeper sah seine Kameraden gar nicht und sprintete stattdessen unverdrossen in Ben-Johnson-Manier an der jubelnden Meute vorbei, quer über das Spielfeld, bis er kurz vor dem Werderfanblock in eine Werbebande krachte.

Tim Wiese, in der Vergangenheit eher mal für das Ausscheiden seiner Mannschaft zuständig, war diesmal DER Verantwortliche fürs Weiterkommen. Ein Elfmeterschießen wie zuletzt von Zettel-Jens, ach was: besser! Drei parierte Strafstöße, einen solch fulminanten Auftritt hatte wohl nicht mal einer wie Frank Rost. Obwohl der ja bekanntlich der Teufel persönlich ist.

Torsten Frings nannte Wiese nach dem Spiel nicht Teufel sondern schlicht „Elfmeterkiller“ und stellte fest: „Im Training hält er fast alle Elfer!“ Frings hätte auch behaupten können, Bremens Schlussmann sei ein Albino – jeder einzelne von der Weser angereiste Fan hätte es ihm vom Fleck weg geglaubt. Nun ist Wiese, der sich weder in der Bundesliga noch in einem anderen Wettbewerb je zuvor als besonders effektiver Elferkeeper geoutet hatte, ein Elfmeterkiller. Und Frank Rost ist wieder Frank Rost.

(„Zücho-Tim“ Courtesy of Gianluca Muller)