Demolition Men

Riecht nach Friedhof...

Der Fußball war immer schon ein Spiegelbild der Gesellschaft. Traditionell den unteren sozialen Schichten vorbehalten und mit jeder Menge Rauchern, Trinkern und Kampfsportlern (→ Legat, Thorsten) gespickt, gewann in den neunziger Jahren dann die Fraktion „Schwiegersohn und Bankkaufmann“ (prominentester Vertreter: Oliver Bierhoff) die Oberhand. Nach ungezählten zivildienstleistenden Jungnationalspielern mit weniger Ecken und Kanten als ein Sitzball feiern nun die Randale-Kicker ein furioses Comeback. Die härtesten Jungs kommen natürlich aus Berlin. Mehr Kloppe!

Die feine Prominenz (Teil 1/3)

Wie schon diverse Male auf diesem Blog erwähnt ist in der Bundeshauptstadt die Herthaeuphorie ausgebrochen. Die alte Dame ist nicht nur salonfähig, sondern Herthamania ist Pflicht! So veröffentlichte herthabsc.de unlängst auch eine Liste mit großer Prominenz, die sich geschlossen für den Topclub aus Berlin ausspricht. Von Marusha, über Jan-Josef Liefers bis zu Sir Simon Rattle – das „geht ab“. Man fragt sich allerdings wer sich aus den anderen Bundesligametropolen zu Wort melden würde, wen der Verein den Tabellenolymp erklimmen sollte. Einige Vermutungen …. …folgen hier

Hast Du Töne (VII)

Die blau-weiße Dame aus der Hauptstadt erweist sich auf ihre alten Tage als äußerst rüstig. Der Berliner Sportclub schaut derzeit von ganz oben auf die Liga herab und zum ersten Mal seit Micha Preetzens Tagen schwappt so etwas wie Euphorie durch die Berliner Fanszene. Selbst 11-Freunde-Papst Philipp Köster will eine Kardinalzäsur in der Wahrnehmung der Hertha in der Hauptstadt ausgemacht haben. Sogar Zugezogene aus „Westdeutschland“ jubelten nun für die Blauweißen: „Das war noch nie da.“

Ein Song hat binnen kurzer Zeit in der Herthakurve Kultstatus erreicht… „Hast Du Töne (VII)“ weiterlesen

Favres Agenda 2010

Damals schon 2010 im Blick: Lulu F.
Damals schon 2010 im Blick: Lulu F.

Glaubt man der aktuellen Bundesligatabelle, zählt Hertha BSC bereits zur Spitzengruppe der Liga. Platz 4 nach 13 Spieltagen, nur 4 Punkte Rückstand auf Platz 1. In der Tat war eine solche Platzierung  in den letzten Jahren mehr Berliner Wunschdenken denn Realität. Gerade im notorisch mürrischen Berlin stand der Anspruch, den Fans, Umfeld und  Boulevard an den Hauptstadt-Club haben, meist in keinem Verhältnis zur fußballerischen Beschränktheit der Mannschaft. Doch das scheint dieser Tage alles anders zu sein. Nach den zwei Heimsiegen gegen Hoffenheim und Hamburg konnte man sich erst einmal im oberen Bereich der Tabelle einnisten. Zufall? Mitnichten. mehr

A Day (Not) to Remember (Teil 2/2)

Nach diesem wenig erfolgreichen Vormittag stand dann also ein weiteres „Highlight“ an: Die ehrwürdige Alte Dame aus Berlin (1892) gegen die nicht ganz so alte TSG aus Hoffenheim (1899 resp. 2008). Die Bilanz der Hoffenheimer, die gleich im Berliner Olympiastadion zu Gast sein sollten: Die letzten 5 Spiele alle eindrucksvoll gewonnen, ein fabelhaftes Torverhältnis von 31:16. Hertha hat schon gegen ganz andere Gegner alt ausgesehen. Weshalb geht man eigentlich zu einem solchen Heimspiel? Ja richtig, da waren diese neun (9) Karten, die unter der Woche gekauft wurden. Warum noch?

A Day (Not) to Remember (Teil 1/2)

Der vergangene Sonntag stand für die Mauertaktik-Granden H. Nuta, Persico und Schleck ganz im Zeichen des runden Leders. Am Spätvormittag versammelte sich die Dribbel-Crew bei bestem Fußballwetter (Regen, starker Wind, 5 Grad Celsius), um mit der Freizeitmannschaft endlich den ersten Dreier der Saison einzufahren. Danach ging es ohne Umschweife in die Transferphase für das zweite Highlight des Tages – die TSG Hoffenheim gastierte im prall gefüllten Olympiastadion. Und die drei Fußballfeinschmecker waren natürlich live mit dabei. Teil 1 dieses wechselhaften Tages wird resümiert von F. von Schleck … „A Day (Not) to Remember (Teil 1/2)“ weiterlesen

Wirre Gedanken zum Europapokal

Spieltag Zwo der UEFA-Cup-Gruppenphase ging soeben zu Ende. Für die deutschen Vereine gab’s in der Woche nach Halloween mehr Süßes als Saures. Die Spiele förderten Überraschendes (Wolfsburg) und weniger Überraschendes (Hertha) zu Tage. Überraschend beim 5:1 der hierzulande meist ungeliebten VW-Städter war nicht so sehr der hohe Sieg sondern – zumindest für unverhohlene Wolfsburg-Hasser wie mich – die Stimmung auf den Rängen. Durchaus europapokalreif wurden von den Retortenstädtern sogar lautstarke Wechselgesänge angestimmt – fleißiger Support, selbst als das Spiel noch auf der Kippe stand. Oder hat das DSF da in feinster Peking-Manier Audiokonserven aus der Europapokalhistorie entdeckelt?

Die Hauptstadt-Hertha verspielte derweil wohl schon den Matchball zum Weiterkommen mit einem 0:0 bei Metalist Kharkov (sic!). Dankbarerweise wurden hiervon keinerlei Bilddaten in die westliche Welt übertragen – die Pipeline hatte ein Leck. Nur noch als frech kann indessen ein Kommentar im Kicker-Ticker gewertet werden, der davon sprach, die Berliner könnten mit dem Punkt „gegen die stark eingeschätzten Gegner“ zufrieden sein. Stimmt. Die nötigen Punkte werden dann ja sicher gegen Galatasaray und bei Olympiakos Piräus eingefahren. (Stimme aus dem Jenseits: Es kann doch wohl nicht der Anspruch sein, nicht einmal für Hertha, gegen eine Mannschaft, deren Namen viele bis vor kurzem eher für die ukrainische Antwort auf „Slayer“ als für ein Fußballteam gehalten hätten, ein torloses Remis zu erstraucheln!) Prosaisches aus dem Diesseits: Hertha-Trainingsleiter Lulu Favre nach dem Schlusspfiff ganz happy: „Sehe das Ergebnis eher positiv.“ Na dann.

Was sonst? Der VfB Gomez gewinnt 2:0 gegen Partizan Belgrad, obwohl es lange auch hier nach einem 0:0 aussah. Und Schalke Null-Vier spielt Eins-Eins bei Racing Santander. Beide bleiben damit auf Kurs. Und wir rechnen weiterhin fest damit, dass die Bundesliga zur Saison 2009/10 wieder die ihr angestammten 6 Champions-League-Direktteilnehmerplätze erhält sowie desweiteren jährlich 10 UEFA-Cupteilnehmer stellt. Der Rest der Liga steigt ja eh ab.

(Bild: Wikimedia Commons)

Warten auf den Messias

Unter der Woche widersetzten sich zwei Drittel der Mauertaktik-Redaktion allen inneren und äußeren Unkenrufen und entschieden sich für das Praxisseminar „Moderner Fußball“. Zu selbigem (Unkostenpreis: Euro 16,-) lud der Berliner Hauptstadtclub Hechta BSC, bei dem der portugiesische Altmeister Benfica Lissabon gastieren durfte.

Hertha im UEFA-Cup: Schon immer war diese Kombination die Garantie für Hurrafußball mit Erlebnischarakter. Nehmen wir nur die Saison 2005/06, als die alte preußische Dame sich ganz Fußballeuropa unterwarf und ihre vier Zwischenrundengegner mit insgesamt 1:0 Toren förmlich überrollte. Am vergangenen Donnerstag setzten die 2.600 Zuschauer im gut gefüllten Olympiastadion (inkl. Franco Persico und Fränk von Schleck) all ihre Hoffnungen auf einen Mann. „Warten auf den Messias“ weiterlesen

Der Zorn des Arnulf

Das ist der Arne. Der Arne ist ein überaus und immerzu friedlicher Mensch. Auf dem Platz lässt er am liebsten seine Gegenspieler vorbei, weil er weiß, dass er ihnen sonst weh tun müsste. Und das will der Arne nicht. Auch außerhalb des Platzes ist der Arne so ein ganz normaler, friedlicher Typ. Also richtig normal. Seit der 5. Klasse ist er mit der Linn zusammen. Die kommt wie der Arne und 49.998 andere normale Typen aus Bad Oeynhausen. Nach dem Training ist der Arne am liebsten zu Hause und guckt mit der Linn DVDs – zum Beispiel Konzerte von der Kelly Family. Oder die Aufzeichnung vom letzten Schützenfest, die die Eltern vom Arne den beiden extra geschickt haben. Aber ohne Ton, weil das immer so knallt.

Letzte Woche wurde dann alles anders zwischen dem Arne und der Linn. Und das kam so. Der Arne hat nämlich einen Mitspieler, den Pante… Und ab!