Telekolleg Sachlichkeit (Erstausstrahlung 1990)

Da wir wissen, dass Jogi Löw in den langen, müßigen Stunden vor einer wichtigen Partie gerne mal in unserem kleinen Fußball-Blog vorbeischaut, wollen wir Ihnen, werter Herr Bundestrainer, und auch den anderen 83 Mio. nationalen Übungsleitern den Feinschliff in punkto Mixed-Zone-Interviews verpassen. Per historischem Beispiel. Drehort: Mailand. Erstausstrahlung: 24. Juni 1990. Protagonisten: Franz „Kaiser“ Beckenbauer und Reinhold „Batik“ Beckmann.

Lektion 1 – gegnerische Spieler durch falsche Aussprache ihres Namens noch nachträglich demütigen (vgl. 0:48 min). Da kann der holländische Angreifer mit den Rastalocken schon mal eher nach Kanalisationsdeckel klingen…

Lektion 2 – Unsachlichkeit. Der Bundestrainer ist Deutschlands erster Fan. Folgerichtig streift Franz B. ab 1:20 min dann den lästigen Mantel der Neutralität ab und wettert gegen den Unparteiischen, dessen Leistung nicht mehr auf die oft (und hier mal wieder!) zitierte Haut eines milchspendenden, gescheckten Tieres passe (1:25). Auch die WM als solche führt Kenner Beckenbauer dann noch rasch ad absurdum (1:30).

Weltklasse, wie Vollblutjournalist Beckmann – sein Mediatorentalent bereits früh entfaltend – dann wieder vom leidigen Thema Schiris auf die deutsche Elf lenkt. Was nehmen wir mit? Nicht nur im Perkussionsbereich eines Kleinstadtorchesters gilt der alte Leitsatz: Beckenbauer machen keine Fehler.

Wildschwein mit Pfefferminzsoße

Heute abend ist es wieder soweit: das ewige Duell zwischen Deutschland und England steht auf dem Programm! Eine der schönsten und gepflegtesten Rivalitäten, die immer wieder für Glanzpunkte sorgt. Wann fing das eigentlich an? Wahrscheinlich als Wilhelm Zwo von seiner Omma (Queen) Victoria ohne Abendessen ins Bett geschickt wurde. Im fußballerischen Kontext ist der Beginn des Konfliktes ja völlig klar: Anno Domini 1966 führt Tofik „Fiki“ Bakhramov den eidgenössischen Schiedsrichter Dienst im WM-Finale aufs Glatteis und erfindet ein Tor von „Schorsch“ Hurst. Absurdes Theater in Wembley. Und heute pfeift auch ein Schweizer … na supi! >>Schnell weiterlesen>>