FKK für alle

Große Aufregung nach der samstäglichen Bundesliga-Partie des FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt wegen verschärfter Kontrollen vor dem Spiel. „Nackt-Zelte bald vor jedem Stadion?“, stöhnt bereits die Bild-Zeitung. Wo ist das Problem?

Bayerische Sicherheitskräfte setzten nun erstmals bei einem „Spiel mit erhöhtem Sicherheitsrisiko“ sogenannte Durchsuchungszelte ein, um in Einzelfällen bei entsprechenden Verdachtsmomenten mal genauer hinzuschauen, und schon fragt Deutschlands größtes Fan-Blatt „Dürfen die das überhaupt?“. Mal unter uns, Bild-Zeitung: Auch wenn Dir vermutlich eine mordsmäßig krasse Hammerstory durch die Lappen gegangen ist, aber wenn bei 30-40 sogenannten Stadiongängern „u.a. 20 Messer, 2 Schlagstöcke, 1 Schlagring, 1 Sturmhaube, Pfefferspray und Kokain“ sichergestellt wurden, dann dürfen die das. Dann sollen die sogar.

10 Gedanken zu „FKK für alle“

  1. Laberlaib hat euch ja schon drauf aufmerksam gemacht. Ich würde diesen Blogpost möglichst schnell löschen. Wie kann man nur so peinlich undifferenziert einen Beitrag absondern, ohne sich wirklich mit den Hintergründen und den tatsächlichen Vorfällen am Samstag auseinandergesetzt zu haben? Arm.

  2. Ruhig Leute, alle mal kurz tief durchatmen. Also als jemand, der sich am letzten Donnerstag in Kopenhagen live vor Ort überzeugen durfte, was passiert, wenn es dank ultra-liberaler Dänen überhaupt keine Kontrollen am Stadioneingang gibt, muss ich den Mauertaktikern in einem Punkt zustimmen: Solche Kontrollen sind bei einigen Spielen und Fangruppierungen mittlerweile (leider) unumgänglich. Daher kann ich die Aktion mit den Zelten durchaus akzeptieren.
    Allerdings ist es natürlich eine bodenlose Frechheit was die Möchte-gern-Journalisten von der Bild hier in die Presselandschaft absondern. Das darf man natürlich in keinster Weise weiter verbreiten, da es schlicht und ergreifend große Scheiße ist. Zumal man spätestens bei der Erwähnung des Kokains und der Messer hätte darauf kommen können, dass diese (sehr wahrscheinlich) nicht bei den Eintracht-Fans, sondern beim Schicki-Micki-Eventpublikum aus Schwabing und den Brotzeit-Fanatikern aus der Südkurve gefunden wurden! 😉

  3. Thema verfehlt wasendiego. Hier geht es nicht um die Frage Ganzkörperkontrollen oder gar keine Kontrollen! Insofern ist dein Vergleich irreführend und nicht sonderlich hilfreich. Es geht hier um eine Verschärfung der existierenden Kontrollen und einen juristisch fragwürdigen Eingriff in die Persöhnlichkeitsrechte. Um einen Schlagstock oder ein Messer zu finden muss sich niemand ausziehen. Worin der Mehrwehrt dieser Aktion liegt konnte mir bis jetzt keiner belegen, hätte es einen gegeben hätten die Verantwortlichen in München diesen sicherlich stolz präsentiert. Auf die eklatanten Fehler der Bild wurde ja schon in den ersten beiden Kommentaren eingegangen.

  4. Nachtrag aus dem Blog-G
    http://www.blog-g.de/20-messer.html#comment-620692

    Stefan Krieger [Dienstag, 13.11.12 16:00Uhr]

    Update
    13.11.12, 15:56 Uhr – Rückruf von der Polizei München und Antwort auf die Fragen
    1) Bewegen sich die “Vorfälle” bei der Partie FCB – SGE im Rahmen des Normalen?
    Keine signifikante Abweichung von anderen Spielen des FC Bayern.
    2) Bewegt sich die Anzahl und die Qualität der sichergestellten Gegenstände im Rahmen des Normalen?
    Es waren schon mehr – es waren schon weniger. Keine signifikante Abweichung. Die Gegenstände, die sichergestellt werden, werden vom privaten Ordungsdienst der Polizei gemeldet. So auch die Anzahl von 20 Messern.
    3) Welche Gegenstände wurden bei den Untersuchungen in den Zelten sichergestellt?
    Keine Angaben möglich. Das weiß niemand mehr.

  5. Da danke ich „ref“ doch mal ganz herzlich für die Aufklärung und gelobe Besserung bei den Recherchen.
    Doch neben der Bild-Zeitung sah unter anderen auch die Süddeutsche einen Zusammenhang zwischen den sichergestellten Gegenständen und der Einzelkontrollen. Das nur zur Erklärung, nicht zur Entschuldigung.
    Fußballfans sind keine Verbrecher!

  6. @ref: Ich glaube, du hast nicht ganz verstanden, worauf ich hinauswollte. Ich stimme Nuta vollkommen zu, dass „Fußballfans keine Verbrecher sind“. Aber dennoch halte ich nach den Ereignissen vom Donnerstag in Kopenhagen eine, wie du es nennst „juristisch äußerst fragwürdige Einschränkung der Persönlichkeitsrechte“ für durchaus notwendig, um zu verhindern, dass es Leuchtspurmunition, Böller und Rauchtöpfe in den Block schaffen (ich nehme hier die Pyrotechnik bewusst aus, da ich diese durchaus bereit bin zu akzeptieren, solange sie in den richtigen Händen liegt). Denn so etwas hat im Stadion nichts, aber auch gar nichts verloren, und wenn man das nur durch solche „fragwürdigen“ Kontrollen verhindern kann, dann ist das eben so.
    Und nur weil jetzt am Wochenende in München, wo diese Kontrollen durchgeführt wurden, keine Auffälligkeiten festzstellen waren, heißt das noch lange nichts. Denn nur so ein kleiner Denkanstoss: Wenn dieselben Kontrollen vor dem Spiel von Dynamo gegen Hannover oder am Donnerstag in Kopenhagen stattgefunden hätten, dann hätte die Liste des Ordnungsdienstes ein wenig anders ausgesehen und ich will gar nicht wissen, was die Bild und andere Blätter dann aus der ganzen Sache gemacht hätten…

  7. ich finde nur geile mieken sollten nackt kontrolliert werden. und zwar ohne zelt!!!

    Ende der Diskussion

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