Der Löw ist los!

Irgendwas ist faul im Li-La-Löw-Land im Oktober 2012. Es gärt und brodelt etwas mehr als gewohnt unter der heilen Oberfläche. Und die Gazetten titeln „Löw genervt von Kritikern“. Mauertaktik sagt: Recht hat er! Hier also die ultimative Bauchpinselei.

Vorweg: Die Zahlen stimmen absolut. 2,21 Punkte hat Uns Jogi mit der Nati im Schnitt geholt, damit liegt er sogar knapp vor dem anerkannt besten Bundestrainer aller Zeiten, Berti Vogts (2,18). Dauerbrenner Löw hat mit 86 Länderspielen bereits so viele wie Völler und Klinsi zusammen vorzuweisen. Letzterens Grinsi-Image nahm der vormalige Assistent Löw nahtlos mit in seine eigene Amtszeit (vgl. „Du Klinsi, ich find dich voll subba“-Syndrom), was den Start sehr vereinfachte. Und nach dem 3:0 gegen Schweden im August 2006 ging es dann auch munter weiter mit den Kantersiegen.

Nach lässig-lockerer Quali für das Turnier in Österreich und der Schweiz erlebte Fußball-Deutschland bei der EM 2008 dann erstmals den Vulkan Löw, der an der Außenlinie und nach Verbannung hinter Plexiglas rauchte, fauchte und Magma versprühte. Reichte am Ende nicht, weil im entscheidenden Spiel gegen Spanien der Hochofen aus war. Dann kam 2010, das erste große Turnier seit 1954 ohne Michael Ballack. Die deutschen Zeitungen malten bizarre Horrorszenarien an den Tafelberg, Aus in der Vorrunde oder Schlimmeres, doch Löw fegte all das vom Tisch, indem er das Motto eines alten Mentors übernahm: „Attack! Attack! Go!“ Und die jungen deutschen Wilden attackierten und attackierten und how they went! Reichte am Ende nicht, weil im entscheidenden Spiel gegen Spanien die Offensivkraft vollständig erlahmte. Dann kam 2012, das Thema Ballack hatte Löw zuvor ähnlich elegant wie das Thema Frings abgehandelt, und mal wieder waren die Deutschen auf den Punkt da: Im Halbfinale gegen Italien führte die vom Bundestrainer vorgegebene unkontrollierte Offensive („Sieg oder Spielabbruch“) weder zum einen, noch zum anderen, aber immerhin dazu, dass Muskelmann Balotelli einen weiteren Karrieresprung schaffte. Hmja.

Einen Quantensprung hatte derweil die Löw-Forschung schon im April 2011 erlebt, als „Welt“-Kuschelreporterin Dagmar von Taube im frühlingshaften Freiburg „ein Gespräch mit dem gepflegten Mann“ führte. Heraus kamen knallharte Geständnisse wie dieses: „Hände eincremen, unbedingt. Gesicht auch, klar.“ Auch die Frage nach einem eventuellen Toupet konterte Löw stilecht: „Quatsch. Sie können ja gern mal dran ziehen.“ Was die Taube prompt macht. „Dachte ich mir doch, alles echt!“

Wir sagen: Du echter, cremiger Jogi, mir finden dich subba! (Weshalb wir auch im Interesse des deutschen Fußballs Deinen Sponsor unterstützen…)

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „Der Löw ist los!“

  1. Dafür hat es die deutsche Nationalmannschaft gestern Abend nach einer Stunde genau umgekehrt gemacht: von Vollgas in den Leerlauf! 😉

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