Nach langer Zeit mal wieder die Neuauflage einer unserer beliebtesten Kategorien: Die Mauertaktik-Elf. Heute mit den spitzesten Federn zwischen Weimar und Teheran. Open the page für the one and only Autoren-Nationalmannschaft!
TOR
Ganz hinten kommt keine Spannung auf. Denn den Kasten der Mauertaktik-Elf hütet der amerikanische Titan unter den Bestseller-Autoren: Stephen King Kahn. Nüchterner Stil, keine Clownereien – und wenn doch mal ein Stürmer durchkommt, ist er schon im nächsten Kapitel einen Kopf kürzer.
Falls der King wegen akutem Shining doch mal ausfällt, steht der verkappte Stürmer und Dränger Jose Schillervert zur Verfügung. Nicht spielberechtigt dagegen ist ein Protagonist: Herr Lehmann (Spielerpass-Entzug wegen Bundeswehr-Verweigerung).
ABWEHR
In der Kette rechts wartet Florian Dickens mit dem einen oder anderen unfreiwilligen Twist auf. Grund: Mangelnde Grundtechnik bei der Romankomposition. Große Erwartungen schürt man so eher nicht. Zuverlässiger dagegen schon die Innenverteidigung. Vor Zeilenklopper Wolfgang Woolf hat die halbe Liga Angst, sein Nebenmann Julio Caesar tyrannisiert seit Generationen die Schülerteams dieser Welt. Wer den Kreide-Rubicon überschreitet, kann sich spätestens im Sechzehner der Rache des Imperators sicher sein. Komplettiert wird die Defensivformation von Weltmeister Bertolt. Der Vater Courage des Teams begegnet seinen Rivalen mit enormem Ideenreichtum, klappt notfalls in der Tasche auch mal seinen Mackie auf.
MITTELFELD
Zentraler Mann der Mauertaktiker ist Diderot Eilts. Der franko-hanseatische Staubsauger ist in seinem Arbeitseifer kaum zu bremsen, hat stets die meisten Ballkontakte. Schweift er zwischenzeitlich gedanklich ab, dient dies nur der Weiterentwicklung des Spiels. Die Doppelsechs mit Eilts bildet Michael Balzac. Der Capitano, ebenfalls mit doppelter Staatsbürgerschaft (Frankreich, Königreich Sachsen), ist auch im Spätherbst seiner Karriere noch ein durch und durch honoriges Mitglied dieser Elf, auch wenn einige Kritiker die Fertigstellung seiner menschlichen Komödie fordern. Offensiv sorgen Mario Goethe und Mesut Musil für den nötigen Dampf. Während der Denker und Lenker aus Weimar noch auf seinen internationalen Durchbruch wartet, hat Musil die Zeit längst hinter sich gelassen, in der er als Spieler ohne Eigenschaften verschrien worden war.
Auf der Bank brennen zwei Edelfedern auf ihren Einsatz. Während der irisch-englische Flügelstürmer David Beckett sich jedoch meist vergebens warm macht, konnte Michael Orwell schon desöfteren als Joker glänzen. Der 1984 geborene Fantasie-Dribbler hat’s einfach tierisch drauf. Hauptsächlich am Boxing Day erfolgreich einsetzbar ist derweil Dauerbrenner Matthäus.
STURM
Angeführt wird das Sturmduo vom heimatvertriebenen Waliser Ian Rushdie. Nach teuflischem Ferserlkick bei einem Gastspiel in Teheran ist er lebenslänglich für die AFC Champions League gesperrt – was verschmerzbar ist. An seiner Seite stürmt schließlich ein wahrer Klassiker: Grzegorz Plato. Der Pole mit griechischen Wurzeln ist zwar eher der Typ Strafraum-Melancholiker, ist aber, wenn’s drauf ankam, schon desöfteren von jetzt auf gleich aus seiner geistigen Höhle gekrabbelt, um für sein Team gleichzuziehen.
Und wenn alle Schaukelstricke reißen, kommt von der Bank eben die preisgekrönte Bomberin, Herta Müller.
DIE OFFIZIELLEN
Schiedsrichter: Walter von der Eschweide
Trainer: Jörn Christian Andersen
Spieleragent: Roger Whitman
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3 Kommentare
1 wasendiego // 27. Mai 2012 um 12:53 Uhr
Endlich mal wieder richtig gelacht. Klasse!
2 FvS // 29. Mai 2012 um 9:28 Uhr
Unser treuester Leser. Selbst am Pfingstwochenende binnen Minuten reagiert. Wie machst Du das, diego?!
3 wasendiego // 29. Mai 2012 um 17:47 Uhr
Sent from my iPhone!
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