Goldener Ball – die sollten Sie wählen!

Am Dienstag publishte die FIFA die Shortlist für den Ballon d’or. Neudeutsch gesagt: Der Weltfußballverband hat also die Kurzliste für den Goldenen Ball veröffentlicht. Da sind natürlich nur die ganz großen Helden dabei. Weil hier sicher auch der eine oder andere Nationalmannschaftskapitän oder -trainer mitliest, kommt hier die ultimative Liste, warum Sie für wen stimmen sollten!

Mesut Erlözil

Hierzuschlande seit seinem Tor gegen Ghana 2010 ünsterblich. Zählt aber nicht mehr, ist ja 2011. Da spielte er mehrheitlich für Real Madrid, und das mehrheitlich glänzend. Das Publikum im Bernabeu huldigt dem schmächtigen Deutsch-Türken mit den Kulleraugen, nur sein Coach ist kaum zufrieden zu stellen. „Mesut war letztes Jahr stärker für uns“, maulte Mourinho neulich rum. Und ließ als Drohung immer öfter Kaka spielen. Kaka? Ist der etwa auf dieser Shortlist? Mauertaktik sagt: Junge, Mou, komm runter von deinem Trip. Sonst ist Mesut, der Erlözil, ganz fix wieder weg. Kaufen wir Dir weg von unseren Ersparnissen. Dann zaubert er nur noch für uns. Bernabeu goes Aschenplatz.

Samuel Eto’oooooor

Mit dieser Nominierung huldigt die FIFA dem modernen Profi. Er richtet seine Nase nicht nach dem stinkenden Wind des Geldes dreht, sondern nur dahin geht, wo Tradition und Klasse locken. Nach Stationen bei den Aufbau-Klubs FC Barcelona und Inter Mailand zog es so auch diesen Musterprofi aus Kamerun schließlich nach Russland, zu einem Fantasie-Klub namens Anschi Machatschkala. Gesundheit! Und generell gute Besserung. Auch an die FIFA.

Die ganzen Barca-Boys

Etwas unverständlich ist, warum der Weltverband das Mosaik von La Masia zerstückelt. Wenn doch der Wunderspieler namens Messixavivillapiqueiniestaalvesfabregas alleine den Weltfußball beherrscht. Individualismus ist nicht angesagt im Pass-Konstrukt des FC Barcelona, weswegen man konsequenterweise eben nicht einem einzelnen, sondern allen zusammen (wenn schon) diesen Preis verleihen sollte. Wobei: Sie verachten ja allesamt den Ball so sehr, dass sie ihn nach gefühlten dreieinhalb Zehnteln wieder dem nächsten zuschustern wie eine heiße Backkartoffel. Vielleicht doch gar kein Preis? Hm. Nochmal drüber nachdenken.

Großes, langes Müller

Er stakst unbeirrt durch Gegners Torräume wie Storch durch Salat und ist ähnlich wie Kollege Erlözil seit vorletztem Sommer unser aller Liebling. Vielleicht wegen seiner WM-Torjägerverdienste noch einmal mit leichter Verspätung auf dieser Liste gelandet. Traf zwischendurch eine Weile nicht, war ihm egal, machte trotzdem seine Sprüche, traf dann wieder, freute sich, stakste das Feld hoch und runter. Vielleicht also auch wegen lässigster Ausstrahlung drauf. Demnach: Wählen Sie den Mann!

Luis Suarez

Auch den klassischen Außenseiter muss es geben. Der Mann, der beim Weltturnier in Südafrika das vormals renommierte Feldhandball zurecht wieder aufleben ließ, darf sich vielleicht auch wegen dieser Verdienste um das Regelwerk noch einmal zur Wahl stellen. Vielleicht aber auch für seinen Beitrag zum uruguayischen Gewinn der Copa America im Sommer, den er mit Forlan (ebenfalls wählbar) eintütete. Beim FC Liverpool jedenfalls knipst der Mann aus Salto noch nicht so recht. Macht nix, kann noch werden. Wenn er erstmal Weltfußballer (Welthandballer?) ist, dieser Andy Thiel aus Südamerika, dann kriegt auch das Selbstvertrauen wieder einen Schub. Also: Wählen!

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.