Verlieren die Bayern jetzt die Nerven?

Für die Experten war der Durchmarsch des FC Bayern durch die Bundesliga zur Meisterschaft bereits beschlossene Sache. Doch am vergangenen Wochenende wurde klar: Bayern sind auch nur Menschen. 1:2-Niederlage gegen Hannover, dazu ein Platzverweis und ein meckernder Uli Hoeneß. Zeigt der große FCB etwa Nerven? Mauertaktik kennt die Antwort. Jedenfalls bis Weihnachten.

11.Spieltag gegen Nürnberg

„Mund abputzen, weitermachen“ lautet die Devise nach der Pleite in Hannover. Da sind angeschlagene Franken natürlich herzlich willkomen in Bayerns Landeshauptstadt. Es läuft alles nach Plan, Druck von der ersten Minute an, allein das Tor mag nicht fallen. Als in der 87. Minute ein Münchener Innenverteidiger nach einer Ecke den Ball mit der Hacke neben das Nürnberger Tor bugsiert und der Schiedsrichter das „Tor“ einfach nicht geben will, wird auch dem Letzten in der Allianz-Arena klar, dass man mit der Punkteteilung leben muss.

12.Spieltag in Augsburg

Schon wieder eine Art Derby. Nachdem man zuletzt zwei Spiele in Folge nicht hatte gewinnen können, wird die Luft von Jupp Heynckes langsam ziemlich dünn. Äußerlich wirkt der erfahrene Senior gewohnt lässig, aber als klar wird, dass bei der Rotation offenbar etwas gehörig schief gelaufen ist, schwant den Verantwortlich bereits zum Anpfiff Böses: Neuer im Sturm, van Buyten als Spielmacher und Philipp Lahm im Tor. So nicht, Freunde. Denkt sich auch Sascha Mölders, als er den Ball nach nur 5 Minuten aus 40 Meter einfach über Lahm ins Tor hebt. Was folgt, ist eine Abwehrschlacht der hässlicheren Sorte mit dem besseren Ausgang für den FCA.

13.Spieltag gegen Dortmund

Der große FCB wankt gewaltig und der Meister aus Dortmund kommt. Gibt es etwa eine ähnlich peinliche Demontage vor eigenem Publikum wie im letzten Jahr? Ums kurz zu machen: Ja. Dortmund Füüünf – Bayern Nuuull.

14.Spieltag in Mainz

Sitzen Uli Hoeneß, Jupp Heynckes und Karl-Heinz Rummenigge am Vorabend des Mainz-Spiels bis spät in die Nacht in Hoeneß’s Villa zusammen. Was anfängt wie ein mittelmäßiger Witz, entpuppt sich als bitterer Ernst. Heynckes muss noch am Vormittag seinen Hut nehmen, Hoeneß verfügt: „Der Hermann macht das heute“. Hermann Gerland und Peter Hermann beanspruchen beide das Szepter für sich, können sich nicht einigen. Die Mannschaft spaltet sich in zwei Lager, das Team Hermann und das Team Hermann. So geht der karnevaleske Auftritt in Mainz natürlich bitter in Hose. Christian Nerlinger erfährt von alledem per SMS.

15.Spieltag gegen Bremen

Nach dem Skandal von Mainz ist Hoeneß für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Christian Nerlinger sieht seine Chance gekommen, um endlich aus dem großen, breiten Schatten seines Vorgängers zu treten und geht auf Trainersuche. Fündig wird er in Albanien, wo ein gewisser Lothar Matthäus mit dem KF Tirana bereits seinen vierten Sieg in Folge feiert. Ziemlich beeindruckend. Nerlinger fackelt nicht lange, der Umbuhlte sagt sofort zu. Sein Satz „Ein Lothar Matthäus verliert nicht im ersten Spiel als Trainer“ entpuppt sich dann aber als glatt unwahr.

16.Spieltag in Stuttgart

Uli Hoeneß ist zurück (Urlaub) und befördert erst einmal Matthäus vom Vereinsgelände, danach setzt es einen Rüffel für seinen Lehrling, um dann anschließend mangels Alternativen Don Jupp als Trainer zu reinstallieren. Eine Maßnahme, die fruchtet. Die Mannschaft präsentiert sich in Stuttgart endlich wieder wie ein UI-Cup-Aspirant und wird auch fast mit dem ersten Dreier seit dem 9. Spieltag belohnt, doch Martin Harnik macht die 2:0-Führung der Bayern kurz vor Schluss mit einem Doppelpack zunichte. „Interessanter Mann“, phantasiert Rummenigge anschließend recht apathisch.

17.Spieltag gegen Köln

Hinrundenfinale gegen Köln im eigenen Haus und die Stimmung könnte nicht schlechter sein. Daran ändert auch eine spontane Wutrede von Hoeneß unter der Woche nichts. Der Rundumschlag gegen Mannschaft, Fans und Trainer geht deutlich nach hinten los. Völlig verunsichert kauern die Spieler in der eigenen Hälfte und haben Glück, dass das Schlusslicht aus der Domstadt noch ängstlicher ist. Zarte Versuche in Halbzeit Zwo lassen zwar so etwas wie Hoffnung aufkeimen, aber in dieser Verfassung ist der FC Bayern selbst für Köln keine ernsthafte Gefahr und so behält man die drei Punkte nur zuhause, weil McKenna kurz vor Schluss den eigenen Tormann überlistet. Fröhliche Weihnachten – fallen für die Bayern dieses Jahr aus.

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