Pay-TV: Das müssen Sie beachten

Der Europäische Gerichtshof hat die exklusive National-Vermarktung von Fußballspielen gekippt. Die Pay-TV-Riesen zittern, für den gemeinen Pub-Besitzer könnten dagegen rosige Zeiten anbrechen. Was bedeutet das Urteil für Otto Endverbraucher? Mauertaktik beantwortet die wichtigsten Fragen.

Ist Sky künftig kostenlos? (J. Schimmelpfennig, Darmstadt)

Ja, der Sender hat bereits bekanntgegeben, alle Inhalte künftig werbe- und kostenfrei über das bundesdeutsche Kabelnetz auszustrahlen. Moderatoren und Kommentatoren arbeiten fortan aus Spaß an der Freude. Ha, Sie Scherzkeks. Natürlich nicht! Sender und Ligen werden Wege finden, das Urteil zu umgehen. Ja, vermutlich wird alles sogar noch ein bisschen teurer, weil der Fußball enger zusammenrückt.

Wo bekomme ich einen dieser griechischen Decoder her? (G. Öztürk, Neu-Isenburg)

Die griechischen Karten führt jeder gut sortierte Elektrofachladen – unter dem Ladentisch. Fragen Sie zu diesem Zweck einfach nach einem „Gyros mit Leder“. Auch im Urlaub kann „Hellas TV“ bequem zwischen zwei Eis am Stiel erworben werden. Aber Vorsicht: Am Tag der Abreise unbedingt informieren, ob Griechenland noch Teil der Schengen- bzw. Euro-Zone ist. Sonst drohen empfindliche Nachzahlungen.

Woran merke ich, dass mein Lieblings-Pub kein echtes Sky-Signal empfängt? (D. Klenk, Haar)

Wild empfangen wird, wenn eines der folgenden Szenarien zutrifft: a) Sie können die Untertitel nicht lesen. b) Vor dem Anpfiff wird sekundenlang das Konterfei eines mächtigen Scheichs eingeblendet. c) Bild-Ton-Schere: Sie schauen zweite englische Liga, aus dem Off kommentiert Sabine Töpperwien Leverkusen gegen Schalke.

Verschwindet Sebastian Hellmann jetzt endlich von der Bildfläche? (J. Westen, Frankfurt/Oder)

Nein. Die zu erwartenden geringeren Einnahmen fangen die Pay-TV-Sender durch Gegenmaßnahmen auf: Nur noch 75 statt 90 Minuten Vorberichterstattung bei unterklassigen Partien, C&A wird neuer Ausrüster der Sky-Armee, deutlich mehr „Freundschaftswerbung“ zwischen und nun auch während der Spiele. Und Fritz von Thurn und Taxis muss sich während des Spiels den Strom für sein Mikro mittels eines fest installierten Fahrrads auf der Reportertribüne selbst erstrampeln.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.