Scheich und rön

Der FC Bayern-Express rollt derzeit wie geschmiert, doch heute Abend kommt mit Manchester City eine ganz andere Hausnummer als Freiburg, Schalke oder Leverkusen. Aber wer ist eigentlich dieses Man City, von dem immer alle reden. Mauertaktik macht den Faktencheck.

Der Macher

Er ist Minister für Präsidentschaftsangelegenheiten, Mitglied des Stiftungsrates der „Zayed Charitable and Humanitarian Foundation“ sowie Vorsitzender der Emirates Horse Racing Authority (EHRA) und und und. Auch wenn der geneigte Leser jetzt automatisch an Dirk Niebel denken muss (krasses Ministeramt, Schirmherr des Deutschen Rugby-Verbandes und und und), die Rede ist natürlich von Scheich Mansour Bin Zayed Al Nahyan. Dieser ist jedoch im Gegensatz zum FDP-Mann auch noch Mitglied der Herrscherfamilie von Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten und daher mindestens doppelt so reich. So kaufte sich Scheich Mansour anno 2008 ohne Grund den englischen Dümpel-Klub Manchester City, der zu diesem Zeitpunkt seine besten Zeiten auch schon hinter sich hatte.

Der Trainer

Als mit Übernahme des Vereins durch den Scheich das Team plötzlich zum Siegen verdammt, war schnell klar, dass Mark Hughes der falsche Mann am falschen Ort ist. So wurde der Waliser auch 2009 kurzerhand nach einem Sieg gefeuert und durch Roberto Mancini ausgetauscht. Der Italiener, der bereits bei Inter zeigen konnte, dass er durchaus titelträchtig ist, führte die Mannschaft in seiner ersten Saison auf Platz 5, in der nächsten (also der letzten) Saison auf Platz 3. Will er der Logik und/oder den Vorgaben seines Scheich-Chefs genügen, kann am Ende dieser Saison nur die Meisterschaft stehen. Sollte dieser Plan misslingen, würde wohl nur ein Erfolg in der Champions-League helfen, um der sicheren öffentlichen Hinrichtung (natürlich übertragen gemeint!) durch Scheich Mansour zu entgehen.

Die Knete

Wer Roman Abramowitsch bereits für irre hielt, als dieser seine hart verdienten Milliönchen in einen Fußball-Club steckte, der fällt bei Scheich Mansour dann endgültig vom Glauben ab. Mehr als eine komplett wahnsinnige Milliarde Petrodollar hat der sympathische Scheich bereits in den Kader gepumpt und die Quelle ist offenbar noch lange nicht am Versiegen. So soll ein neuer Werbe-Deal mit Etihad Airways, einer kleinen aufstrebenden Fluglinie aus -hoppla- Abu Dhabi, die im Besitz von -kannnichsein- Scheich Mansours Familie ist, weitere 400 Fantastillionen locker machen.

Der Kader

Nachdem zu Jahresbeginn u.a. Edin Dzeko vom VfL Wolfsburg für lächerliche 35 Millionen eingekauft wurde, ging man im Sommer mal richtig schön shoppen. Nur schlappe 100 Millionen ließ sich der Verein die Kaderkosmetik kosten. Aber die ist dafür auch gelungen: Mittelfeldstar Samir Nasri kam für 28.000.000 € vom FC Arsenal; Mittelstürmer Sergio Agüero, der Schwiegersohn von Fußball-Legende und Trainer-Spaßvogel Diego Maradona, ließ man sich 45 Mios kosten. Warum ein Stefan Savic, 20-jähriger montenegrinischer Innenverteidiger, 12 Millionen kosten muss, weiß man zwar wohl nur bei den Citizens, dennoch ist ManCity überaus stark besetzt. Gerade im Sturm hat Trainer Mancini mit Dzeko, Carlos Tevez und Mario Altobelli die Qual der Wahl. Auf jeden Fall spielt Manchester City in einer anderen Liga als die bisherigen Bayern-Herausforderer. Champions-League eben.

3 Gedanken zu „Scheich und rön“

  1. Der Scheich kann sich schon auf die Knete freuen, die er für Tevez und Dzeko bekommt (wenn solche Spieler jemand haben will), hihi.
    Aber es fliegt wohl eher der Trainer (gerüchteweise können Italiener das besonders gut).

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