So stoppt die Liga den FCB

Sechs Spieltage sind gespielt und wer nach der Auftaktniederlage der Bayern schon frohlockte, dass die Bundesliga in diesem Jahr spannend wird, der wurde ganz schnell wieder auf den Boden der Fußballtatsachen zurückgeholt. Denn seitdem dominiert der Deutsche Rekordmeister die Liga nach Belieben. Fußball-Deutschland ist ratlos, doch Mauertaktik weiß, wie den Bayern beizukommen ist.

Die externe Lösung

18:0 Tore lautet die aberwitzige Bilanz aus den letzten 5 Spielen der Bayern. Knapp die Hälfte der Treffer markierte dabei Bayerns einziger etatmäßiger Stürmer (Olic etatmäßig verletzt, Petersen etatmäßig Reservist). Mario Gomez trifft derzeit aus allen Lagen und das auch noch, wie er will. Um diesem Spuk Einhalt zu gebieten und vor allem um die Leistungs-Waage halbwegs im Lot zu halten, verfügt die DFL in Abstimmung mit dem DFB, dass die Münchener auswärts in schwarzen Hosen und weißen Hemden mit Adler auf der Brust auflaufen müssen. Der Coup gelingt: Mario Gomez schießt die Bayern in der heimischen Allianz-Arena im Alleingang von Sieg zu Sieg, doch in der Fremde vergibt der Beau beste Möglichkeiten und kostet seinem Verein einige Punkte.

Die interne Lösung

Viele Experten rätselten, was eigentlich das Geheimnis der Bayern 2011 ist. Sind es die Neuzugänge? Zu einfach. Ist es der Trainer? Kann nicht sein. Ist es gar Glück? Wohl kaum. Die Lösung ist einfach: Denn kaum ein Team mit so vielen Einzelkönnern trat je so als Mannschaft auf, wie die Stars von der Isar (mal abgesehen vom spanischen Namensvetter). Einer für alle und alle für den Sieg. Selbst Franck Ribery unterwirft sich dem gemeinsamen Efolg und blüht dabei mehr auf denn je. Da ist es natürlich wenig hilfreich, dass Arjen Robben demnächst wieder nach überstandener Schambeinverletzung (hihi) mitspielen will. Denn wenn der niederländische Egomane wieder auf der Außenbahn rumstänkert und nach jedem Fehlpass lamentiert, dass seine Mitspieler nicht mit dem gleichen Talent gesegnet sind, dann kann die Stimmung schneller sinken als Robben die 100m läuft. Um es deutlich zu sagen: Bayerns einzige Niederlage war mit Niederländer…

Die unsportliche Lösung

Sportlich scheint es kein Vorbeikommen am FC Bayern zu geben. Voller Verzweiflung greift die Konkurrenz nach dem letzten Strohhalm und holt Christoph Daum zurück in die Liga. Der große Zampano nimmt die Rolle des Endgegners gerne an; was folgt ist echt hässlich: Pornöse Riesensonnenbrillen, fies bemusterte Ballonseide und abstoßende Sakkos. Garniert wird das Ganze von gemeinen Spitzen, die Daum in steter Regelmäßigkeit Richtung München schießt. Wie eine tibetanische Gebetsmühle feuert Daum eine Hasstirade nach der anderen gegen Heynckes, Hoeneß und Co. Das Ganze gipfelt in einem legendären Streitgespräch im Sportstudio, nach dem es dann zwar um Daum wieder sehr ruhig wird, doch das Ziel ist erreicht. Der Bayerncoach ist dermaßen abgelenkt, dass er vor lauter Aufregung mehrere Wochen das Rotieren vergisst. Die Folge: Seine Spieler sind entweder total übermüdet oder extrem unzufrieden. So holt man natürlich keine Punkte.

Die sportliche Lösung

Entgegen ihrer sonstigen Art behalten die Leverkusens, Bremens, Dortmunds, Hoffenheims, Schalkes und wer sonst noch so ein Großer in der Liga sein will ihren Allerwertesten in der Sportbux und kämpfen gegen die Bayern mit offenem Visier und fester Lanze, anstatt sich wie sonst unterm Pferd zu verstecken. Wie man solch ein Spiel angeht, hat die Dortmunder Borussia im Frühjahr eindrucksvoll präsentiert. Einfach überrollt haben Kloppos Jungs den Rekordmeister in dessen Arena. Nicht auszumalen, wie überrascht die Bayern wären, wenn sie in den sogenannten Topspielen auch mal Gegenwind spüren würden. So würden reichlich Punkte auf der Strecke bleiben. Aber das ist wohl mit Abstand das unrealistischste Szenario.

4 Gedanken zu „So stoppt die Liga den FCB“

  1. Gut analysiert. Da kommen doch gleich die Gedanken an alte Zeiten auf, als es nur darum ging, wer Vize wurde. Danke für die Aufmunterung am späten Vormittag.

  2. Meine Hoffnung ist zwar nicht besonders groß, aber vielleicht kann ja Vizekusen morgen wenigstens ein Unentschieden holen…

  3. Tja, sogar die interne Lösung scheint (noch) nicht zu funktionieren. Und zur externen Lösung: Gomez hat diesmal nicht getroffen. Bleibt wohl nur noch Daum.

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