Wer sind eigentlich… die Kult-Ösis?

Freitagabend ist es wieder mal soweit: Das alte Duell zwischen Nord- und Süddeutschland steigt. Und wohl noch nie waren so viele Schluchtis dabei, die ihre Semmeln eigentlich im nordischen Flachland verdienen. Mauertaktik stellt sie vor.

Emanuel „Mad Dog“ Pogatetz

Der Emu kommt seit neuestem mit schicker Minipli-Tolle daher und ist merklich ruhiger geworden. Wechselpässe und Ferserlkicks sind ebenso wenig sein Metier wie saubere Ballannahme oder vertikales Aufbauspiel. Black Emanuel pogt sich lieber durch gegnerische Ferserln und Haxn. Teuer zu stehen kam ihm das im Jahr 2005, als er seinem Gegenspieler einen doppelten Beinbruch zufügte. Zum Glück spielt die Wade der Nation beim DFB keine Rolle mehr. Der Bruch brachte Pogatetz im übrigen 24 Spiele Sperre ein (wg. guter Führung auf 8 reduziert). Auffälligste Szene am Samstag: Eine Backpfeife fürs Einlaufkind.

Julian Baumgartlinger

Der Baumgartlingers Julian (hat mit Steffen Baumgart nix am Hut) ist eine weitere Wunderwaffe der schwarzen Alpenadler. Mit seinen 23 Lenzen und ganzen zwei Bundesliga-Einsätzen hat es der Mittelfeldwühler immerhin schon auf 14 Länderspiele gebracht. So was gab es eigentlich nur unter Jürgen Klinsmann, aber der ist ja jetzt Ami und nicht Ösi. „Baumi“ könnte bald sogar den größten Erfolg in seiner jungen Karriere feiern. Er ist als einer von drei Spielern nominiert für den „Bruno“. Klingt wie eine Auszeichnung aus dem warmen Berliner Nachtleben, ist aber die Wahl zum Spieler des Jahres im Ösiland. Die spinnen die Ösis…

Martin Harnik

Der Harnik spielt für Österreich. Weil das ja klar ist. Geburtsort Hamburg ist das erste Indiz. Das Zweite: Heimatverein SC Vier – und Marschlande – könnte auch ein österreichischer Erstligist sein (obwohl da ja der Namenssponsor fehlt). War außerdem dreimal Skifahren im Zillertal. Nach der gleichen Logik könnte Poldi (mit 16 einmal in Llorett de Mar) auch für Spanien spielen. Freuen wir uns auf die vom Martin geschmetterte Nationalhymne: „Einig lass in Brüderchören, Vaterland, dir Treue schwören.“ Statistisch gesehen trifft Harnik übrigens in jedem fünften Länderspiel. Keine Bange also: ist ja erst das siebte Spiel der Adler in der Quali.

Erwin-Jimmy Hoffer

Mit seinem Vornamen könnte Erwin-Jimmy locker als einer aus dem Ochsenknecht-Klan durchgehen. Geht aber schon deshalb nicht, weil er gebürtiger Kult-Ösi ist. EJ hat in der laufenden Saison endlich seinen internationalen Durchbruch geschafft. Seit seiner Zeit in Wien ging es rapid bergauf. Durch Wald- und Wiesenumwege über den SSC Neapel und den 1. FCK ist Erwin nun endlich angekommen bei seinem Traumverein Eintracht Frankfurt. Mit seiner unglaublichen Körpergröße und seiner unbändigen Schusskraft wird er die deutsche Elf vor große Probleme stellen.

David Alaba

David „Alibaba“ Alaba ist Bayerns jüngster Spieler aller Zeiten in Bundesliga, Championaten-Liga und DFB-Pokal, sowie der jüngste Nationalspieler Österreichs. Ab Samstag dann auch der jüngste Nationalspieler Österreichs, der überhaupt keinen Einfluss auf den Ausgang eines Qualifikationsspiels hat. Vater George war übrigens früher Rapper und schaffte es immerhin auf Platz zwei der österreichischen Hitparade. Der funky Song „Indian Summer“ ist hierzulande eher nicht so bekannt.

Marko „Astrobody“ Arnautovic

Was ist nicht alles geschrieben worden über Marko Astronautovic: Skandalprofi, redet zu viel und leistet zu wenig, präferiert das Nachtleben, unbequemer Freigeist ohne Mannschaftssinn. Mourinho bescheinigte Arnautovic einst den Charakter eines Kindes. Auch Rassismusvorwürfe stehen bereits in der Vita des jungen Che Guemarko. Revoluzzer oder größtes Talent im österreichischen Fußball (Alpenmaradona Herzog über M.A.)? Assiproll oder Fußballstar? Unterschiedsspieler oder Unterschichtspieler? Fragen über Fragen, beantworten kann sie nur einer. Die Antwort gibt er hoffentlich Samstag nach dem Spiel: Beim Diskopogo auf Gelsenkirchen.

Christian Fuchs

Der Fuchser hat am Samstag ein Heimspiel in der Arena auf Schalke. Mit seiner linken Klebe lehrt der leidenschaftliche Rocker und Pythonbesitzer alle Keeper außer Manu Nationale das Fürchten. Seine Tipps für die beiden Spiele gegen den DFB waren: „Zweimal 1:0 für uns.“ Knapp daneben ist auch daneben. Mit seinem moralisch astreinen Wechsel von Mainz nach Schalke ist Meister Reineke ein schillerndes Beispiel für Vereinstreue und Moral. Der Kapitän der Adler (inkl. Ösi-Flagge aufm Schuh) wollte sich eigentlich einen Pomadetopf mit Mario Gomez teilen. Nach dessen Absage greift er vorm Spiel in den Spind von Mad Dog und kann danach lauftechnisch leicht gehandicapt dem Spiel keinen Stempel aufdrücken.

1 Gedanke zu „Wer sind eigentlich… die Kult-Ösis?“

  1. Was für ein Sieg. Aber die Damen haben vor der WM auch immer so hoch gewonnen…
    Trotzdem: Glückwunsch.

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