Bayerns Weg nach München

Der erste Schritt ist gesetzt: Der FC Bayern München steht nach dem Sieg gegen den FC Zürich in der Gruppenphase der Champions League. Wie es ab da so weitergeht, hat Mauertaktik exklusiv erfahren.

Im Grimaldi-Forum zu Monaco werden an diesem Donnerstag die bayrischen Vorrundengegner ausgelost. Der vierfache Wettbewerbssieger erwischt dabei eine durchwachsene Gruppe. Neben dem französischen Altmeister Olympique Marseille und dem rumänischen Geheimfavoriten Otelul Galati trifft es die Münchner mit dem dritten Opponenten knüppeldick: Es ist Manchester City aka Scheiche 04. „Uffz“, uffzt Vorstand Rummenigge, „wo ist das Financial Fairplay, wenn man’s mal wirklich braucht?“

Doch es hilft kein Jammern, und schließlich ist der FCB noch zu jedem gottverdammten Europacup-Wettbewerb angetreten, war selbst anno 96 bei diesem Cup der Verl… lassen wir das. Der lange Weg nach München beginnt steinig. Einem 0:0 gegen OM folgt ein knapper 2:1-Sieg in Rumänien, in letzter Minute herausgerobbt vom flinken Holländer. Beim anschließenden vorentscheidenden Spiel gegen Manchester schießen Nasri und Agüero die Citizens in Front. Ekstatische Beduinen auf den Rängen. Dann dreht Gomez auf, trifft dreifach und imitiert bei seinem neuen Torjubel mit einer Wasserflasche eine sprudelnde Ölquelle. Im Rückspiel ermauern sich die Bayern ein 0:0 auf der Insel.

Nach dem 8:0-Kantersieg vor 867 begeisterten Zuschauern in der Allianz Arena gegen die wackeren Westmoldawen reist der Tross des Rekordmeisters mit breiter Brust nach Südfrankreich. Den ungefährdeten 2:0-Sieg schmälert auch nicht ein unfreiwilliger Abstecher des Mannschaftsbusses in die Armenviertel der Mittelmeermetropole, an dessen Ende die meisten Wertsachen der Profis in die Hände unterprivilegierter Jugendlicher wandern, die für den Moment bessere Argumente haben (Strumpfmaske, Handfeuerwaffe). Doch es ist vollbracht: (Achtel)finaaaaaale!

Im Achtelfinale gibt es eine schöne Überraschung: Der FC Bayern kommt kampflos eine Runde weiter, weil der designierte Gegner Fenerbahce Istanbul wegen der nun nachgewiesenen Verstrickung in den örtlichen Manipulationsskandal von den türkischen Behörden zerschlagen wird.

Es folgt bereits die Runde der besten Acht. Und in besagtem Viertelfinale kommt es zum deutsch-deutschen Duell mit Bayer Leverkusen. Don Jupp gegen seine alte Liebe, Michael Ballack gegen… nunja das kalte Büffet im VIP-Bereich. Denn der Ex-Capitano steht seit einigen Wochen nicht mehr im Kader der Werkself. „Stimmungsbandabriss“, lautet die offizielle Begründung von Coach Dutt. Im Hinspiel in der BayArena knüpfen die Leverkusener an alte Tage in der Königsklasse an. 3:1 heißt es am Ende nach Toren von Neuville, Placente und Lucio. Doch der Auswärtstreffer, den Schweinsteiger mit einer Wuchtbrumme von Freistoß herausdrischt, reicht den Bayern am Ende. Nach einem 2:0 dahoam steht der FCB im Hoabfinole.

„Wenn wir die Champions League gewinnen wollen, müssen wir jeden Gegner schlagen“, phrasiert Mario Gomez vor dem Duell mit Real Madrid. Man könnte auch sagen: Wer ins Finale kommen will, muss das Halbfinale gewinnen. Ha, denkste! Durch ein 0:0 in München und ein 1:1 im Bernabeu sichern sich die Bayern ein weiteres Heimspiel. Was enorm wichtig ist, auch für die Finanzen. Stichwort Zuschauereinnahmen… Cristiano Ronaldo, der im Rückspiel einen Elfmeter verschossen hat, liegt nach dem Spiel flennend am Boden. „Ich war noch niemals in München“, greint er kurz darauf in ein TV-Mikro. Hinter ihm pirschen sich Müller und Ribery an. Der Deutsche deutet mit dem Victory-Zeichen Hasenohren an, während der freche Franck Ronaldo mit einem Elektrolytgetränk ans Bein pinkelt. „Das ist eine Wassääääähr!“

Im Finale zu Gast bei Freunden: Die spanische Nationalmannschaft, quatsch: der FC Barcelona. Müller und Schweini schwören dennoch Rache für das Halbfinal-Aus anno 2010. Für die Bayern könnte es die Krönung im eigenen Schloss sein. Aber mal ehrlich: Wer würde mit neun Monaten Vorlauf ernsthaft einen Tipp über den Ausgang eines solch bedeutsamen Spiels wagen?

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

6 Gedanken zu „Bayerns Weg nach München“

  1. Lustig aber harmlos, leider typisch für mauertaktische Satire. Und das, wo ein Lahm gerade „mit völler Beschleunigung“ seine DFB-Arschkriechernatur enttarnt. Und: Mit welchem Körperteil er Löw in den Arsch kriecht, ist dabei noch gar nicht gesagt.

  2. Hui, gleich geht wieder die alte Diskussion aus dem vergangen Sommer über Jogis „Vorlieben“ los!

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