Oan neuer FCB

Der FC Bayern München hat sich vor der neuen Saison am Festgeldkonto bedient, um wieder wettbewerbsfähig zu sein. Die Mannschaft musste verstärkt werden. Doch nach durchwachsenen Start poltern die Fußballoberen gegen das FCB-Mannschaftsgefüge.

Ist der Kader nun also wirklich so schlecht, wie er bisweilen wirkt? Hat sich die bajuwarische Führungsriege gar in ihrer Einkaufspolitik vertan? Mitnichten. Denn neu ist nicht automatisch schlecht und Neuer ist auch nicht automatisch schlechter. Doch was ist denn jetzt neu beim FCB? Hm, schwierig.

Nun gut, nicht wirklich neu ist Chef-Leuchte Jupp Heynckes. Aber der seelenruhige Hitzkopf hat auf jeden Fall die volle Rückendeckung der Macher. Zumindest das ist neu.

Blicken wir einmal auf den Kader. Mit Manuel Neuer kam Deutschlands Nummer eins. Eigentlich eine gute Wahl. Doch derzeit erinnert Manu-Nationale etwas an den seltsamen Fall des Dr. Jekyll (Wolfsburg) und Mr. Hide (Gladbach), führt damit jedoch nur eine Art Tradition im Bayern-Tor fort. Mit Kraft (eher Hyde) und Butt (meist Dr. Jekyll) waren die Rollen nicht immer klar verteilt. Anders dagegen im Mittelfeld: Die vom Namen her vielleicht beste Flügelzange ist wie auch im letzten Jahr gesetzt. Bisher kniff sie aber nicht richtig. Arjen Robben schafft es mittlerweile sogar, sich ohne Einsatz bei der niederländischen Elftal zu verletzen und ist auch sonst nur sporadisch fit, und würde Franck Ribery seinen Arbeitgeber nach einem Arbeitszeugnis fragen, stünden darin Sachen wie „er war stets bemüht“. Gestern zeigte wenigstens der Niederländer, wie gefährlich es mit ihm sein kann.

Dem Abwehrverbund sollten Jerome Boateng und Rafinha neue Sicherheit verleihen, was bei Boateng auch ganz gut klappt – es sei denn es kommt ein langer Ball geflogen. Dann wird ihm mitunter die ganze herrliche Lässigkeit zum Verhängnis. Das einzig Positive an Rafinha bisher war, dass Philipp Lahm wieder auf seiner angestammten Position als Linksverteidiger spielt. Mit Takashi „The Castle“ Usami spielt jetzt sogar der erste Japaner beim Rekordmeister. Ob dessen Verpflichtung ein reiner Marketing-Gag war oder nicht, wird sich zeigen. Nach seinem Debüt in Wolfsburg, einer Einwechslung in der 69. Minute gefolgt von einer Auswechslung in der 90., ist die Frage durchaus berechtigt, ob Takashi im belagerten Schloss namens Bundesliga lange die Stellung halten kann.

Und die beiden zuletzt Gescholtenen? Nun, Schweinsteiger spielte bislang seinen Stiefel zurückhaltend chefig runter – eben so, wie man es von ihm kennt. Gestern Abend gegen Zürich führte der Schweinomat dann aber sein Team höchstselbst auf die Siegerstraße und traf nicht irgendwie, sondern per Kopf. Nicht viel hat gefehlt und auch Philipp Lahm hätte gegen Zürich getroffen, was beim Nationalverteidiger auch eher selten vorkommt. Insgesamt aber dennoch eine gute Leistung des Mannschaftskapitäns in einem Spiel, in dem die Bayern den Gegner über 90 Minuten dominierten. Ob das an der eigenen Stärke oder an des Gegners Schwäche lag, wird sich in den nächsten Spielen zeigen. Gestern jedenfalls hieß es am Ende: Bayern zwo, Kahn nuuull.

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