Wo soll das alles hinführen?

Sage und schreibe ein Bundesliga-Spieltag ist schon absolviert, da ist es allerhöchste Eisenbahn, die gewonnenen Erkenntnisse arbeiten. Um so beeindruckender, dass sich bisher noch niemand dazu bemüßigt gefühlt hat. So springen wir als große Fans der Blitztabelle gerne ein und ziehen das längst überfällige Fazit zur Bundesliga-Saison 2011/2012.

Regelkunde für Anfänger

Auch die Schiedsrichter haben sich zur neuen ein paar neue Tricks ausgedacht. Der Clou: Sie halten die Regeländerungen vollkommen geheim. Wirklich niemand weiß, was die Referees als nächstes pfeifen. Oder halt auch nicht pfeifen. So werden selbst Langweiler-Duelle wie Hannover gegen Hoffenheim unterhaltsam. Thorsten Kinhöfer, seines Zeichens so etwas wie der Pionier in Sachen alberner Schiedsrichterentscheidungen, täuschte erst schön an, pfiff dann doch nicht an und ließ den direkten Freistoß von Schlaudraff dennoch zählen, wobei Tom Starke in der Situation nicht gut aussah und außerdem auch so etwas wie der Depp war. Keine „starke“ Szene auf jeden Fall. Doch reicht das schon, um die Trillerpfeife endgültig wegen Sinnlosigkeit abzuschaffen? Und wollen wir das wirklich? Kommt Zeit, kommt Rat.

Das Trainerkarussell dreht sich

Nach nur 90 Minuten sind besten Plätzen auf dem Trainerkarussell bereits weg. Vorne links auf der dicken Hummel hat Kölns Norweger Stale Solbakken Platz genommen: nicht nachvollziehbare, dafür wenig populäre Entscheidungen im Vorfeld, totales Versagen im ersten Spiel. Nicht schlecht für den Anfang. Schräg hinter ihm auf dem Pferdchen sitzt Robin Dutt. Als sogenannter Erfolgscoach vom SC Freiburg zur Werkself geholt, gabs für Bayer in den ersten Pflichtspielen zwei schöne Pleiten. Schlecht für Dutt, gut für Ballack. Je früher der Trainer weg ist, desto schneller darf der Ex-Capitano auf Einsatzzeiten hoffen. Katastrophal auch die Vorstellung von Aufsteiger Hertha. Von „blutleer“, was auch immer das im Zusammenhang mit einem Fußballspiel bedeutet, bis „gehemmt“ bezeichnete die Fachpresse den Auftritt der Berliner. In jedem Fall viel zu wenig für die 1. Liga. Auch wenn Markus Babbel kein Karussellfan ist und einen langfrisitigen Plan hat, den er „nicht nach einer Niederlage über den Haufen wirft“, sollte es aus den nächsten schwierigen Aufgaben nicht allzu viele Niederlagen geben, da er sonst im Trainerkarussell ganz außen sitzt.

Ein Eigentor der Fan

Vielleicht erinnern sich noch einige: Vor der Saison wurde Bayerns Torwart-Neuer vom Münchner Ultra-Mob ein paar zünftige Verhaltensregeln in den Block gehustet. Sickerten anfangs nur Belanglosigkeiten durch („Du darfst nie das U-F-T-A anstimmen!“, „Du darfst nie Semmel statt Brötchen sagen!“ etc. pp.), wurde beim Auftakt gegen Gladbach deutlich, in welch misslicher Lage sich Manu Nationale aufgrund seiner persönlichen 10 Gebote befindet. „Du darfst nie ein Kopfballduell gewinnen“ wurde von den Ultras als letztes Gebot nur mit in den Dekalog aufgenommen, weil 9 Gebote einfach eines zu wenig für einen Dekalog sind. Schön blöd, könnte man völlig zu Recht einwerfen, mal sehen, was sich die Ultras noch so Schlaues ausgedacht haben. Aber vielleicht erklärt man den Damen und Herren an der Säbener Straße mal, dass ein von Ultra-Fans aufgestellter Verhaltenskatalog für Spieler ähnlich cool wie ein sang- und klangloses Ausscheiden bei einer Heim-WM, für die man vorher mit Sätzen wie „3. Plätze sind was für Männer“ geworben hat.

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