Bi-Ba-Bulicheck 2011/2012: Teil 3

ligacheck3Noch einen Tag bis zum Saisonauftakt der Fußball-Bundesliga 2011/2012. Nachdem wir bereits am Mittwoch und gestern ziemlich genau 2/3 der Teams  vorgestellt haben, folgt nun der letzte Teil unserer kleinen Ligavorschau. Licht aus, Spot an.

Hertha BSC: Ich hab 3 Haare auf der Brust, ich bin ein Bär…liner (Bernd Stelter)

Nach einem Jahr Bundesliga-Abstinenz greifen die Berliner nun wieder im Oberhaus an. Symbolisch für diesen Angriff wurde der Chuck Norris unter den Abwehrspielern an die Spree gelotst: Maik Franz. Neben Eiron-Maik wurden mit Andreas Ottl, Thomas Kraft und Tunay Torun eher solide, denn spektakuläre Neuzugänge verpflichtet, was zugleich auch den neuen Realismus in der Hauptstadt widerspiegelt. Sollte dieser Realismus auch bei den zuletzt erfolgsverwöhnten Fans Bestand haben, steht einer für einen Aufsteiger erfolgreichen Saison eigentlich nichts im Wege.

MT-Tipp: In den gegnerischen Sturmreihen macht sich schnell Panik vor Verletzungen breit angesichts einer Defensive mit Franz, Lell, Mijatovic und Kobiashvili, weshalb Hertha mit die wenigsten Gegentore fängt. Wenn die brasilianischen Intellekt-Zwillinge Ronny und Rafael in Fahrt kommen und Pierre-Michel Lasogga seine guten Leistungen aus der zweiten Spielklasse in Liga 1 bestätigen kann , dann ist sogar Platz 10 drin.

1.FC Kaiserslautern: Sympathy for the red devil (Rolling Stones)

Marco Kurz musste sein Team umstellen. Lakic, der letztes Jahr Torjäger und Buhmann in Personunion war, ist weg, dafür kam der Israeli Itay Shechter. Blöd für einen anderen, denn wer ist noch schlechter als Shechter? Richtig, Jimmy Hoffer. So sind die Schwachstellen im Team eigentlich ausgemerzt, lediglich im Tor hat man noch eine Baustelle. Tobias Sippel, einst gelobt als Musterschüler aus Gerry Ehrmanns Flugschule, macht jetzt lieber einen auf Klassenclown und fährt besoffen im Puff Autoscooter (o.s.ä.). Allerdings steht mit Kevin Trapp gleich der nächste Flugschüler in den Startlöchern. Noch mal Glück gehabt.

MT-Tipp: Mit zwei bis fünf absurden Spielen im heimischen Fritz-Walter-Stadion gegen „die Großen“, die man jeweils am Ende für sich entscheiden kann, bauen die Pfälzer langsam den Mythos Betzenberg wieder auf. Zu mehr reicht es in diesem Jahr dann aber auch schon nicht. Rang 12 ist das höchste der Gefühle.

Bayer Leverkusen: The drugs don’t work (The Verve)

Da hat man sich mal wieder schön einen zusammengeträumt in Leverkusen. Da holt man den Dutt als Erfolgscoach und den Schürrle als neuen Superstar und schon glaubt man bei Bayer, man hätte ein neues Allheilmittel mit eingebauter Vizemeisterschaft gebraut. Dass mit Vidal das Herzstück verscherbelt wurde und dass Michael Ballack sowasvon längst schon über seinem Zenit ist, interessiert bei der Werkself niemanden. Eines muss man Tante Käthe allerdings lassen: Der kleine Gag, der Diva Ballack mit Robin Dutt den nicht gerade größten Ballack-Fan als Trainer vorzusetzen, gleicht einer tickenden Zeitbombe. Langweilig wird’s unterm Bayer-Kreuz so jedenfalls nicht.

MT-Tipp: Nach lediglich zwei Kurzeinsätzen bis zum Winter für den Capitano, platzt dem sympathischen Sachsen in der Winterpause der Arsch und erklärt auf einer großangelegten Pressekonferenz am Ende einer Wutrede seinen sofortigen Rücktritt aus der Nationalmannschaft. Dieses Manöver zeigt bei Robin Dutt Wirkung und so kommt Ballack am Ende noch auf versöhnliche 17 Bundesligaspiele. Blöd für Bayer, dass davon nur noch drei Spiele gewonnen werden, so muss man sich nach fulminanter Hinrunde mit Platz 6 zufrieden geben.

VfL Wolfsburg: Dirty old town (The Dubliners)

Nach dem Fast-Abstieg der Wölfe im Vorjahr, hat nun Meistertrainer Felix Magath das Heft wieder fest in der Hand. In jedem Fall ist der Spaß in VW-City erst einmal vorbei und selbst die Spieler werden bald erkennen, dass der Hügel der Leiden tatsächlich die einzige Attraktivität in dieser Phantasiesiedlung um das VW-Werk ist. Mit Brazzo und Lakic hat man sich im Sturm vermeintlich verstärkt, doch schon der erste Auftritt in dieser Saison im DFB-Pokal hat gezeigt, wie wenig das wert ist, wenn das Umfeld einfach nicht stimmt.

MT-Tipp: Nach der schlechtesten Hinrundenleistung der Vereinsgeschichte, entschuldigt sich Felix Magath via Facebook erst bei seinen Fans, um dann nach us-amerikanischem Vorbild das ganze Franchise VfL Wolfsburg aus Wolfsburg in das nur wenige Kilometer entfernte Gifhorn zu verlegen. Obwohl sich Taktik-Fuchs Magath von diesem Extremschritt den nötigen Motivationsschub bei seinen Mannen erhofft, greift die DFL ein und so muss die ganze Chose wieder rückgängig gemacht werden. Wölfe sind halt keine Füchse und so steht am Ende der wohlverdiente Abstieg.

Werder Bremen: Da steht ein Schaaf auf dem Flur (Klaus & Klaus Allofs)

Und zwar bald ganz allein, wenn Werder nicht langsam mal die Kurve kriegt. Nach einer katastrophal schlechten Saison, bei der am Ende immerhin Rang 13 heraussprang, waren zur neuen Saison finanziell keine großen Sprünge drin. Da muss man tricksen und verkauft dem eigenen Anhang den Brasilianer Naldo als Neuzugang. Mit Frings verliert Trainer Schaaf zwar seinen Kapitän, sieht seine neue Truppe jedoch als gewappnet für die nächste Saison. Das war jedenfalls vor der DFB-Pokal-Erstrundenpleite gegen den Drittligisten aus Heidenheim. Es läuft (noch) nicht wieder rund beim SVW.

MT-Tipp: Kurioserweise kann Werder in der Saison 2011/2012 nur gewinnen, wenn die peruanische Torgarantie Claudio Pizarro mitspielt. Weniger kurioserweise ist Pizza mehr als Dreiviertel der Saison verletzt, weshalb sich Werder Bremen im Vergleich zur Vorsaison zwar leicht verbessern kann, mit Platz 12 aber dann doch deutlich hinter den Erwartungen von Vorstand, Trainer, Fans und sogar manchen Spielern zurückbleibt.

1.FC Nürnberg: Club Mix 2011

Dieter Hecking hat die Clubberer im Dezember 2009 auf Platz 18 übernommen und seitdem führt der Weg ohne großen Umwegen nur nach oben. Ob der Gipfel in der vergangenen Saison mit Platz 6 bereits erreicht ist, ist vollkommen ungewiss. Mit richtig spektakulären Transfers hielt man sich in Nürnberg in den vergangenen Jahren zurück und trotzdem stand am Ende immer eine schlagkräftige Truppe auf dem Feld. In diesem Sommer kam mit Markus Feulner ein ebenso talentierter wie verletzungsanfälliger Spieler. Es wird wohl auch mit an Feulners Gesundheit liegen, wohin der Weg des FCN in diesem Jahr führt.

MT-Tipp: Einer fünf Spiele umfassenden Auftaktpleite folgt eine unbeachtete Siegesserie, die teils aus Teamgeist und teils aus Angst vor einer Rückkehr von Teppichluder MichaelA Roth resultiert. In der Rückrunde hamstert man mal hier mal da ein paar Punkte und am 34. Spieltag steht man auf einem soliden 8. Platz.

4 Gedanken zu „Bi-Ba-Bulicheck 2011/2012: Teil 3“

  1. Herrlich! Nur eine Korrektur hätte ich noch: Wolfsburg zieht nicht nach Gifhorn um, sondern nach Wittingen (Ortsteil Rade)!

  2. um es mal anspruchsvoll und differenziert auszudrücken: Lautern ist der geilste Club der Welt!

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