Kleine Europareise

Während hierzulande die Dortmunder Borussia durch die Liga pflügte, gab es auch auf Europas Kickwiesen viele spannende und tolle Fußballgeschichten und Rekorde zu bestaunen. Ritschie K. gibt einen kleinen Überblick über die aufregendsten und heißesten Affären seit „La Boum II“.

England

Ein kleines Erbschen ist der neue Star in der Glamourstadt Manchester und hat sich und United völlig verdient zur englischen Meisterschaft geballert. Währenddessen absolvierte Jamie Carragher vom FC Liverpool sein sage und schreibe 666. Spiel für die „Reds“. Bei dieser teuflischen Schnapszahl eigentlich nur verwunderlich, dass er nicht für Chicharitos Klub spielt oder in der wohl bekannten Pfalz sein Unwesen treibt. Passender wär’s allemal.

Spanien

Die Meisterschaft ist längst entschieden und die wohl ätzendste weil langwierigste Clásico-Reihe entschied der FCB so was von lässig für sich. Spannend bleibt hier nur das Duell zwischen dem Pomade-Lachs und dem dribbelnden Meter aus Rosario. Leo Löwenzwerg schnippte, lupfte, zirkelte, piekte und zelebrierte das Runde saisonübergreifend unglaubliche 49 Mal ins Eckige (CL-Finale steht noch aus). Frei nach dem Uralt-Motto: Kleiner Mann ganz groß! Getoppt wird das ausgerechnet von besagtem größten Widersacher des Gauchos, CR7, der summa summarum 54 Buden machte (davon schlappe 41 in „La Liga“) – sich allerdings mit dem Waschmittel-Titel „Copa del Rei“ begnügen muss (den er standesgemäß per Seemanns-Copa entschied).

Italien

Der Scudetto geht in diesem Jahr an die Kaderschmiede aus Mailand. Großmogul Silvio B. ließ unlängst verlauten, dass er häufig vor Spielen mit Trainermarionette Allegri telefoniere und dieser meist seinen „Vorschlägen“ folge. Mit diesen Taktikkniffen und den ewigen Jungtalenten Gattuso, Pirlo und van Bommelen sowie der bewährten Bunga-Bunga-Taktik steht dem AC eine große Zukunft bevor. Apropos Gattuso: Dieser feine Kerl aus den Abruzzen, der meisten als netter Friedensonkel von nebenan bekannt, sieht sich mit einer miesen Hetzkampagne konfrontiert. Angeblich soll der gutmütige Gennaro nach dem Gewinn der Meisterschaft mit den Ultras den ehemaligen Trainer Leonardo als „Scheißkerl“ besungen haben. Wer so was glaubt, sollte sich lieber noch mal Gattusos schlichtendes Eingreifen beim Champions-League-Spiel gegen Tottenham anschauen. Ruhiger geht nicht!

Österreich

In der kleinen Alpenrepublik wird seit jeher vollkommen unbedeutender Fußball gespielt. Lediglich die Tatsache, dass mittlerweile selbst auf den Allerwertesten der Fußballer geworben wird hat in den letzten Jahren zu einer internationalen Schlagzeile (im Kleingedruckten) gereicht. So bleibt es auch weiterhin. Kleine Randnotiz: Zwei Vereine , der FC Wacker und der LASK (keine Ahnung, was das bedeutet, Anm. d. Red,) erhalten keine Lizenz für die Saison zwoelf-zwozwölf – wodurch zwei Bauernvereine das Recht erhalten, sich in der stärksten Liga Österreichs zu beweisen. Die tipp3-Liga kann es sich leisten. Immerhin spielen hier ja fantastische 10 Klubs „Fußball“.

Bavarien

Der Tor-Ero und frankophile Hispano-Deutsche mit Migrationshintergrund namens Mario Gomé schmalzte sich per Haartolle in die Herzen der Fans. Nicht nur beim Sparringduell gegen den Weltpokalbesiegerunddannrekordverdächtigverlierer netzte Marigol drei Mal ein. Vergessen die Zeiten, als der Ball sein Feind und Helfer war – die Rolle des Slapstick-Zuständigen schnappte ihm dann auf der Zielgeraden noch der alte Widersacher Kli-Kla-Klöschen weg. Nach Gomez‘ fünften Dreierpack liegt nur noch Klublegende Muller d. Ä. vor ihm. Mauertaktik verleiht schon jetzt die goldene Strähne. Tolle. Wirklich ganz, ganz tolle.