Fritz C. Klautermann (15)

klautermannNach dem faktischen Klassenerhalt des 1. FC Kaiserslautern widmet sich unser Kolumnist Fritzchen K. der Kunst des Lebens und Überlebens – und schmiedet wilde Analogien über Gemälde und Krempel.

Es waren die letzten Pinselstriche. Nach neun Monaten mühevoller Kleinarbeit hat der 1. FC Kaiserslautern sein ambitioniertes Kunstwerk namens Klassenerhalt praktisch fertig gestellt. Es fehlt im Grunde nun nur noch der passende Rahmen für die Vernissage.

Sicher, es ist kein Meisterwerk, um das Galerien und Sammler in ganz Europa in Millionen feilschen, aber das, was das Pfälzer Kreativkollektiv seit August öffentlich zur Schau gestellt hat, ist auch keine bloße Strichmännchenzeichnung. Vielleicht am ehesten eine realistische Berglandschaft mit klarer Linienführung, garniert mit dem einen oder anderen farbenfrohen Detail – ja, das ist die Saison 2010/11 aus Sicht des FCK.

Und die Kunstgemeinde in der kleinen Stadt ist begeistert.

Es ist bezeichnend, dass die eingangs erwähnten letzten Details von zwei Malern ausgeführt wurden, deren Namen man im letzten Jahr noch auf den letzten Seiten der Kunstkataloge fand: Christian Tiffert und Mathias Abel. Der eine krönte eine grandiose Saison mit dem vorentscheidenden Kopfballtor (und übermalte damit ganz nebenbei seinen misslungenen „traurigen Kopf mit Schneeball“ aus dem Dezember). Der andere hatte nach jahrelangem Arbeitsverbot in diesem Jahr überhaupt erst die Möglichkeit bekommen, sich in seiner Geburtsstadt zu beweisen – und diese wunderbar genutzt.

Um die Analogie kurz zu verlassen: Der Unterschied zwischen dem FCK und St. Pauli, die gemeinsam aufstiegen und deren Wege sich nun trennen werden, war auf dem Spielerbogen abzulesen. Mit dem Brasilianer Rodnei stand nur ein Spieler auf Seiten der Roten in der Startelf, der auch schon im vergangenen Jahr beim vorentscheidenden 3:0 gegen St. Pauli in der 2. Liga von Anfang an gespielt hatte. Anders gesagt: Kuntz und Kurz haben es geschafft, die Aufstiegsmannschaft austauschbar zu machen.

Kuntz hat gleichwertigen und besseren Ersatz für die schmerzlichen Abgänge geholt, teils auf Auktionen, für die sich außer ihm kaum einer interessierte. Und Kurz hat die Neuen mustergültig integriert und im Laufe der Saison mit Bugera, Amedick und Sippel drei Säulen der Vorsaison aus dem Team genommen. Zum Wohle des Kollektivs. KuK bewerben sich für den Titel „Überlebenskünstler des Jahres“.

Apropos: Am Ende durfte sogar Altmeister „Buggy“ Bugera noch einmal den Pinsel schwingen – und er tat dies mit all der Gemächlichkeit, die ihm eigen ist. Das Publikum feierte da längst schon die geglückte Rückkehr in die Kunstwelt – in größtmöglichem Expressionismus. Auf der anderen Seite des Stadions dagegen ein trauriges Stillleben in Braun und Weiß.

Bild: TimTim.com

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

6 Gedanken zu „Fritz C. Klautermann (15)“

  1. Wenn das wirklich eintreten sollte, fahre ich nächste Saison zum Duell gegen Braunschweig! :-)

  2. Die Hannoveraner wuerden sich zu sehr freuen. Autonom in Niedersachsen – was ein Ruf! Bielefeld ist sogar nicht mehr Zweite Liga. Warte – Bielefeld ist Nordrhein-Westfalen. Nee, ach ja – Bielefeld gibt es ja gar nicht…

  3. hehe genau bielefeld is nix mehr hahaha ich bin ma mit braunschweig gespannt passt auf wenn die nich aufsteigen :) der fck packt es natürlich knapp und in irgendeinem herinfarkt spiel die klasse zu halten ganz klar 😉 nur keine panik auf der fcktitanic

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