Jeder nur ein Kreuz

crossHeute vor knapp 2000 Jahren opferte sich Jesus von Nazareth für die Seinen und eine gute Sache. Mit Happy-End, wie man nur wenig später wusste. Fußballer sind da ganz ähnlich, jedenfalls glauben sie das bisweilen. Der Ausgang dagegen häufig ungewiss. Mauertaktik weiß, wer sich gewissermaßen selbst ans Kreuz geschlagen hat.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Ioannis Amanatidis sieht zwar aus wie Jesus von Nazareth, ist an dieser Stelle ob seiner tadellosen Einstellung aber leider raus. Ganz im Gegensatz zu seinem Neu-Trainer Christoph Daum, der sich anno 2000 zum König eines ganzen Fußballvolkes krönen wollte und vollmundig seine strohigen Haare einem Labor anbot, weil er zwar nicht wirklich eine Veranlassung, aber dafür ein absolutes reines Gewissen hatte. Die Verantwortlichen reagierten entsprechend verschnupft und so war Christoph Daum in den Folgejahren nicht Bundestrainer von Deutschland, sondern von Besiktas Istanbul, FK Austria Wien und Fenerbahce Istanbul. Naja.

Ein Bärendienst mit seiner Einstellung erwies sich auch Demba Ba. Der Franco-Senegalese war irgendwie mit der Gesamtsituation unzufrieden, ließ das Trainingslager im Winter sausen und sah sich als Einziger im Lande im Recht. Der Missverstandene empörte sich über die schlechte Presse und die fiese Vereinsführung, die ihm sein anmaßendes Verhalten überraschenderweise krummnahm. „Hör auf zu plärren, du bleibst!“, so der einstimmige Tenor der Club-Bosse. Da gerade im Fußball mit genügend Geld alle „Probleme“ lösbar sind, tauschte man den Störenfried gegen eine ganze Stange Geld und setzte ihn in den nächsten Flieger nach London, wo der Stürmer derzeit im Begriff ist, aus der Premier League abzusteigen. Kleiner Trost: Bei den wenigen Einsätzen, die er für West Ham United absolvieren durfte, trifft ihn am Abstieg kaum eine Schuld.

Ganz ähnlich, bloß nur noch viel dümmer, verlebte Srdjan Lakic seinen Winter. Weil ihm sein Status als Publikumsliebling offenbar zuwider war, ließ sich der Stürmer, der Kaiserlautern in der Hinrunde noch wichtige Tore schenkte, mit Wolfsburgs Manager Dieter Hoeneß ablichten. Ein überaus hässliches Motiv, befand die Pfälzer Fanschar, zumal auch mit dem falschen Trikot. Die Quittung folgte auf dem Fuße, gellende Pfeifkonzerte und Hasstiraden gegen kurz zuvor Gefeierten von den treuen Fans und 10.000 Euro Geldstrafe von Stefan Kuntz. Doch das Beste folgt wie immer am Schluss, nämlich dann, wenn der 1. FC Kaiserslautern am 34. Spieltag den Klassenerhalt feiert und Lakic sich von seinem Berater bestätigen lassen muss, dass sein Kontrakt bei den Wölfen durchaus auch für Liga Zwo gilt. Herzlichen Glückwunsch bereits jetzt von dieser Stelle.

Und dann ist da natürlich ein Lodda Maddäus… aber das würde diesen Rahmen hier dann doch sprengen. Frohe Ostern.

(Bild: flickr.com/philliecasablanca)

5 Gedanken zu „Jeder nur ein Kreuz“

  1. Jede Wette, dass alle Lauterer, die Lakic vor ein paar Wochen ausgepfiffen haben, ihn jetzt wieder lieb haben!

  2. jesus starb nicht für „die seinen“, sondern für alle. amen.

    PS: NIE MEHR ZWEITE LIGA

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