Wächter, wechsel‘ dich!

torhueterManuel Neuer zu den Bayern – der Dominostein, der eine ganz große Torwart-Rochade starten könnte. Im Sommer dürften also ähnlich viele Keeper wie Trainer wechseln. Mauertaktik blickt voraus und sagt, wer wo hin geht.

Neuer zu Bayern

Trotz öffentlicher Hinhaltetaktik klar wie Wurstbrühe: Hoeneß hat sich Neuer aus dem Glas (jetzt ohne Saft) gefischt. Während die Beteiligten hartnäckig schweigen, kolportiert der Boulevard bereits die Details: Vier Jahre Vertrag, Ablöse 20 Mille. Unterstützung in der Südkurve: Koane. Neuer ist Deutschlands unbestrittene Nummer eins und hat (ganz ohne Alkoholeinfluss) alle Eigenschaften eines routinierten Sufffahrers: Auf der Linie kaum zu bezwingen. Dank neuen DFL-Statuts kann Neuer ab der kommenden Saison auch beide Halbzeiten das nördlich gelegene Tor hüten – gewonnene Seitenwahl vorausgesetzt.

Kraft zu Hertha

Auch wenn sein letzter Auftritt nicht der allerglücklichste war, sind sich die Experten einig: Dem Ketchup-Erben (22) gehört die Zukunft. Wegen der Causa Neuer (s.o.) hat Bayern kein Interesse mehr an ihm. Gut für potenzielle Interessenten: Der Vertrag von van Gaals erster Wahl läuft im Sommer aus. Hertha BSC muss dringend handeln, denn mit dem aktuellen Zirkustrio um Kopfballkönig Burchert, Methusalem Sejna und Grimmiggucker „Martial“ Aerts ist in Liga eins kein Staat zu machen. Klare Tendenz: Kraft geht in die Hauptstadt. Wenn der Hertha nicht doch noch ein anderer Klub in die Tütensuppe spuckt.

Wiese zu Schalke

Aus 1 mach 2 – die historische Formel für die letzten Bundesliga-Spieltage in Gelsenkirchen könnte eine ganz neue Bedeutung bekommen, wenn Deutschlands Nummer 2 Deutschlands Nummer 1 im Schalker Tor beerbt. Vorteil Wiese: Mit einem Wechsel in den Pott würde der Bergisch-Gladbacher auch wieder näher an seine Heimat ziehen. Außerdem: Der ausgemachte Elfmeterkiller wäre für das Schalker Vereinsmotto „Pokale statt Schale“ der ideale Mann, könnte pro Jahr drei bis acht entscheidende Penaltys rausholen. Sonstiger Vorzug: Einen Haarhelm wie der schöne Tim trug auf Schalke zuletzt Bordon.

Rost zu Bremen

Gilt als ausgesprochen charakterfester Keeper. Der Handschuh-Opi (37) zeigte zuletzt auch vermehrt Interessen abseits des Platzes, eine Rezitation von Goethes „Zauberlehrling“ war ihm eine fünfstellige Summe wert. Zwar hat der Karl-Marx-Städter verlauten lassen, seine Karriere im „internationalen Ausland“ ausklingen lassen zu wollen, aber als Ex-HSV-Profi ist man in Bremen natürlich ebenfalls fremd im eigenen Land. Was das Ganze komplizierter macht: Rost ist auch bereits Ex-Werder-Profi. Vielleicht also doch Sevilla, Bilbao oder Chemnitz?

Fromlowitz zu Hamburg

In der Hinrunde noch im Flo(w), wurde Gerrys Flugschüler in der Winterpause von Ron-Robert „Rororo“ Zieler abgelöst. Das lässt sich Papa Gerry natürlich nicht bieten, der dem Konkurrenten seines Ziehsohns neulich schon mal persönlich ein paar „andere Alternativen“ aufzeigen wollte. Für Fromlowitz gilt das Ehrmann-Gesetz: Unten hui, oben pfui. Sprich: Strafraumbeherrschung gibt es nur am Boden. Und der Strafraum geht bis zur Mittellinie. Klar ist: Wenn Fromlow in Hannover weiter im Tief ist, geht er zum richtigen HSV. Oder woandershin.

Bild: Flickr / Hub Hayag

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.