Jonker vs. Heynckes

some people call me the space cowboy
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Am 30. Spieltag der Fußball-Bundesliga kommt es zum Duell der Superhirne. Andries Jonker trifft auf Josef Heynckes. Eigentlich ist das Duell auch schon entschieden, zumindest was den zukünftigen Arbeitsplatz im sonnigen Süden der Fußballrepublik angeht. Der Jupp hat den Zuschlag für den Stammplatz auf der Bayernbank schon erhalten. Gut, so eine Zusage hatte Michael Rensing auch mal, werden jetzt viele sagen. Aber zumindest stehen die Chancen ganz gut, dass Heynckes in der Hinrunde 11/12 ein paar Spiele für Bayern macht. Das gilt definitiv nicht für Jonker, dessen Aufgabe nunmehr lediglich darin besteht die angefangene Saison irgendwie abzuwickeln und dabei möglichst vor Hannover zu landen. Mauertaktik wagt einen Vergleich der Toptrainer.

Erfolge als Spieler

Die Liste der Erfolge beginnt bei Don Jupp bereits zu Spielerzeiten. 1971 wurde er Zimmerpartner von Horst Köppel. Dann ging alles ganz schnell: Europameister, Weltmeister, UEFA-Cup. Ob Andries Jonker jemals selber Fußball gespielt hat, ist nicht überliefert. Da er aber Holländer ist, lässt sich der Weltmeistertitel schon mal sicher ausschließen. Gerüchten zufolge war Jonker bis 1997 Grachtenschiffer bis er durch eine Verwechslung Co-Trainer beim FC Volendam wurde. Inzwischen ist der Tulpen-Leutnant aber Vollblutfußballer und trägt auch unter dem Anzug Schienbeinschoner.

Erfolge als Trainer

Heynckes wirkte zunächst als Übungsleiter bei seinem Stammverein in Mönchengladbach, bis es ihn später in die weite Welt hinauszog. Die weite Welt bedeutete zunächst München, die „Weltstadt mit Herz“. Dieser Slogan ist bekanntlich doppelt falsch und so wurde Jupp dort dann 1991 auch vor die Tür gesetzt, hatte aber zumindest zwei Salatschalen abgestaubt. Später ging es dann nach Spanien, wo dem Jupp unter anderem 1998 eine Vase mit Riesenhenkeln überreicht wurde. Absolutes Highlight der Trainerkarriere bleibt aber der Gewinn des Supercups 1987, bei dem Uli Stein Kobra Wegmann mit einem gezielten Faustschlag niederstreckte. Im Gegensatz dazu kann Andries Jonker wenig vorweisen. Seine Masche war bislang eigentlich immer dieselbe: Als Co-Trainer eingestellt werden und dann, nachdem der Chef gefeuert wurde, den Laden übernehmen. Das klappte beim FC Volendam, Willem II und den Bayern. Zu sportlichen Erfolgen führte das bislang nicht und auch bei den Bayern wird wohl eine schicke Bayernjacke mit „AJ“-Aufdruck die einzige Trophäe bleiben.

Spitznamen

Einen passenden Spitznamen hat sich Osram Heynckes bereits vor Jahren abgeholt. Kann Jonker da nachlegen? Er könnte natürlich die historische Karte spielen und als Elb-Jonker Angst und Schrecken unter den Spielern verbreiten. Ungünstigerweise befindet sich München nicht gerade in Ostelbien und ein Isar-Jonker schüchtert nun mal gar niemanden ein. Da muss man sich schon was Besseres einfallen lassen: Der Neu-Trainer könnte zum Beispiel bei einem bizarren Unfall in einem Behälter mit Chemikalien fallen und dann als „The Jonker“ mit einem breiten Grinsen und einer Spielkarte am Revers für Furore sorgen. Falls das zu albern oder umständlich sein sollte, kann er sich ja alternativ einen Frack kaufen oder ein paar Rätsel ausdenken.

(Bild: wikimedia commons / Alexander Hüsing)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.