Kommt jetzt Lothar?

Louis van Gaal ist bei den Bayern Geschichte – ein bisschen früher als gedacht. Doch was soll’s? Das Leben geht weiter, die Kugel dreht sich und die Nachfolger stehen schon parat. Nun übernimmt erstmal van Gaals edler Jonker, dann soll Heynckes kommen. Doch Franz Beckenbauer hat noch ein As im Ärmel: Warum nicht mal ein Lothar? Mauertaktik ist begeistert und arbeitet die Vorzüge der Lösung Matthäus heraus.

Fachkompetenz

Auch wenn Matthäus‘ Erfolge in diesem seinen Heimatland immer noch nicht anerkannt werden, gilt doch unter Experten (wie Franz Beckenbauer) die einhellige Meinung: Der Loddar is a Doppdräner. Wien, Belgrad, Ungarn – zunächst verlief die Karriere des Jungtrainers konträr zum Vorstoß der Osmanen in Europa. Welche Amsel ihm dann den Wechsel nach Brasilien ins Ohr zwitscherte, wissen nicht einmal seine engsten Vertrauten. Doch spätestens in Israel (Lothar: „dolles Land, dolles Deam mit dollen Düppen“) reifte Matthäus endgültig zum Welttrainer. Zuletzt führte er die bulgarische Fußballnationalmannschaft auf einen tollen vierten Platz in der EM-Qualifikation.

Stallgeruch

Nicht nur die Kellner im P1 werden bestätigen: Lothar und Bayern, das passt. Der Mann, der 302 Spiele für den FCB absolviert hat, kennt in München wirklich jeden Grashalm – nicht umsonst wurde ja gegen Ende seiner aktiven Laufbahn offen über eine Anschlussbeschäftigung als Greenkeeper diskutiert. Die klassische Eingewöhnungsphase, an der letztendlich ja auch Louis van Gaal gescheitert ist, fällt also bei der fränkischen Frohnatur völlig weg. Erfolge vom ersten Tag an, vom Audi-Cup zum Weltpokal. Endlich steht den Bayern-Bossen das Lächeln wieder im Gesicht.

Medienpräsenz

Unerlässlich für jeden Bayern-Trainer: Der Chefetage Kontra geben zu können. Dazu bedarf es ausgesprochener Mediendauglichkeit. Bei Chefunterhalter Matthäus kein Problem. Hoeneß‘ unausweichliche Wutattacken in Talkshows von Pay-TV-Sendern könnte der designierte Bayern-Coach spielend in drei bis acht Bild-Kolumnen kontern. Fast noch wichtiger: Authentizität. Wird sein Klub mal wieder vom DFB verschaukelt, bleibt der gelernte Raumausstatter ganz sicher nicht auf dem Teppich. Gebärdenreiche Beschwerden à la „Gelbe Karde, rode Karde!“ führen in aller Regel zum Wiederholungsspiel – und letztendlich zur nächsten Meisterschaft.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „Kommt jetzt Lothar?“

  1. Hallo liebe Mauer,

    ein sehr schöner Beitrag eurerseits. Lothar ist ein toller Charakter mit der gewissen Etwas um die Hürde FC Bayern nehmen zu können.

    Nur vom Intellekt her könnte es unter Umständen ein paar Schwierigkeiten geben …

    Eine Meinung von:
    Jake Jeckingsale

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