Sie sind Helden

schalke-inter-mailandSchalke stürmt das San Siro mit 5:2 – eine Geschichte zu fantastisch für ein Märchenbuch. Da muss schon der Fußball herhalten. Mauertaktik wirft mit zwei Tagen Abstand einen Blick zurück auf die Schalker Helden von Mailand.

Manuel Neuer

Manu Internationale erwischte einen denkbar ungünstigen Start, als sein toller Hecht von Kopfball direkt auf dem Schlappen von Stankovic landete. Was dann passierte, sieht man sonst nur in Werbespots großer Sportkonzerne – und kann hinterher beruhigt feststellen: „Auf jeden Fall ein Fake.“ Doch das Tor des Jahres war leider ganz und gar real. Kein Grund zur Gram für Neuer, der in der zweiten Hälfte Eto’o im Eins-gegen-eins noch ein paar „o“ an den Namen hängte.

Hans Sarpei

Der vielleicht langsamste Außenverteidiger der Welt neben Alexander Bugera sorgte zunächst für das eine oder andere Herzflimmern bei den Schalke-Fans, knoddelte sich dann aber wie das gesamte Team in dieses Spiel. Am Schluss der personifizierte Schalker Underdog, der zum Höllenhund für Inter wurde.

Alexander Baumjohann

Vor dem Spiel dadurch bekannt, dass er mal zu den Bayern wechselte, kein Spiel machte und dann zu Schalke ging und von Magath aussortiert wurde. Jetzt dafür bekannt, dass er mit dem Ball richtig was anfangen kann, zum Beispiel halten, passen, schlenzen. Erfand sich jetzt als Spielmacher neu und formierte mit den Kollegen Raúl und Edu (s.u.) das magische Dreieck dieser Nacht bzw. die Neuauflage des guten, alten Kreisels.

Raúl

Der alte Mann des spanischen Fußballs erlebt seinen dritten oder achten Frühling. Mit Real zigmal im Achtelfinale der Champions League gescheitert, startet er nun mit Schalke mindestens bis ins Halbfinale durch. Entwischte Inters Verteidigern ebenso clever wie Frollein Kaiser nach dem Abpfiff. Freut sich wie ein kleines Kind über jedes Tor seiner Mannschaft, küsst Eheringe, ackert, lauert. Ein Musterprofi. Wie geht’s eigentlich Ruud van Nistelrooy?

Edu

Eigentlich gilt die Regel andersherum: Ein schlechter Angreifer macht einen guten Verteidiger. Edu stellte nicht nur diesen Spruch auf den Kopf. Sein Geheimrezept: Denkt bei seinen Offensivaktionen immer daran, was er als Abwehrspieler damals falsch gemacht hat. Sein Ausgleichsnachschuss zeugt von einigem artistischem Talent. Bei seinem 5:2 reagierte Cesar schon gar nicht mehr. Für dich immer noch Esie.

Bild: Flickr / americanistadechiapas

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

3 Gedanken zu „Sie sind Helden“

  1. Wie denn, was denn, wo bleibt die Einzelkritik für Ali Karimi?

    Hm, alles muss man selbst machen:

    „Ali Karimi. Einst bekannt dafür, der beste Fußballer im großen Asien zu sein. Für Magath der Sohn, den er nie hatte – der Transfer nach Wolfsburg ist so gut wie eingetütet. Wurde in Minute 87 für Raúl eingewechselt, die seitdem als Moment der größten Demütigung in Inters ruhmreicher Geschichte gilt. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll des Ausspruch: „Gewinnen reicht mir nicht, ich wechsele gleich auch noch den Karimi ein!“ zum geflügelten Wort arroganter Sieger geworden sein.

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