Die Rückkehr des Jensemann

lehmann-arsenalEr ist wieder da: Vorerst zwar nur im Reversi-Team des FC Arsenal in der Ü-40-Altersklasse, doch schon bald könnte er auch in der ersten Seniorenmannschaft der „Gunners“ zwischen den Pfosten stehen. Jens „Don Jenson“ Lehmann ist wieder da, wo er hingehört: Im Irrenhaus Profifußball.

Weil dem FC Arsenal derzeit mit Lukas Fabianski und Wojciech Szczsczsczsesny gleich zwei Torhüter fehlen, lotste Trainer Arsene Wenger seinen alten Bekannten zurück auf die Insel. Es ist nun wieder zusammen, was zusammen gehört, denn inselbegabt war Lehmann Zeit seiner Karriere immer gewesen. Während die Fußballwelt ihren stinknormalen Gang nahm, trieb sich der sympathische Fußball-Savant gerne auch mal im Abseits herum, um seinen eigenen Plaisirchen zu frönen. Als da wären: Bandenpinkeln, Brillenstiebitzen, S-Bahn-Fahren oder auch seiner Hauptbegabung Sprücheklopfen.

Jens Lehmann war immer der Oskarkandidat unter den Schauspielern, von denen das Fußball-Biz ja nur so wimmelt. Doch im Vergleich zu seinen Kollegen Mad Max oder Mad Damon blieb Mad Jens doch stets mit beiden Beinen auf dem Boden. Aus leidiger Erfahrung, denn er wusste, wie es ausgeht, wenn er sich allzu früh in die Horizontale begab (vgl. Champions-League-Finale 2006). Schon wenige Wochen später gelang ihm dank glänzender, ja tänzelnder Beinarbeit dann auch die größte Leistung seiner Karriere, als sich Argentinien an ihm verzettelte.

Nun gab der rüstige Fußballrentner also sein Comeback beim „kleinen“ FC Arsenal. Die englische Blattkritik fiel durchaus positiv aus. „Lehmanns Alptraum“, schwärmte die „Sun“ nach der 1:2-Niederlage, „peinlicher Fehler“, jubelte die „Daily Mail“. Kein Zweifel: Herr Lehmann ist angekommen im Land der Deutschlandfreunde. Das Spiel gegen Wigan Zwo war ein typisches Jensemann-Spiel gewesen, garniert mit einem Ausflug ins Niemandsland und einem hübsch getretenen Luftloch, das Lehmann selbstverständlich umgehend ausbesserte und das dräuende Eigentor in spektakulärer Manier noch verhinderte.

Davon war natürlich auf der offiziellen Arsenal-Präsenz keine Rede. „Es war eine gute Erfahrung“, wird Mr. Erfahrung himself (41) dort zitiert. „Ihm fehlt etwas die Praxis“, euphemisierte Coach Arsene Wenger, dass sich die Balken bogen. Und auch wenn einige Spalter unter den „Gunners“-Fans schon diskutieren: Manuel Almunia, seit sieben Jahren im Klub, dürfte wohl kaum vor dem Fußball-Opi aus Deutschland zittern. Mauertaktik freut sich auf weitere Husarenritte von „good old Liehmän“.

Denn, um mit Lehmann zu sprechen: „Es gibt im Spiel eben Situationen, die man im Training nicht simulieren kann.“

Bild: Flickr / Ronnie Macdonald

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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