Mauertaktik-Elf: Die Unangenehmen

fussball-tackling-graetscheWir kennen sie alle: Die Nervensägen, Pöbler und Assis der Fußballwelt. Und hier kommt sie dann also. Die Elf der unangenehmsten Spieler aller Zeiten – subjektiv und liebevoll zusammengestellt von Ritschie K.

TOR

Gianluigi „Gigi“ Buffon

Der langhaarige Schwerenöter aus dem abgewetzten Fußballstiefel Europas ist trotz seiner unbestritten hervorragenden Torwächterfähigkeiten die unumstrittene Nummer 1 der Unangenehmen. Ausgestattet mit der angeborenen italienischen Arroganz, stechend blauen Augen und einer in diesen anscheinend ebenso schillernd scheinenden äußeren Hülle ist er der Vorzeigeschalträger auf dem Fußballplatz (Snoods bald zum Glück verboten, die Red.). In Deutschland spätestens seit seine fatalen Paraden gegen Poldi und Schnix eine persona non grata.

Tim Wiese

Leider nur auf die Ersatzbank geschafft hat es der zweite langhaarige Beau zwischen den Pfosten. Würde er sich mehr auf dem Trainingsplatz und weniger unterm Assi-Toaster vergnügen, hätte es Flugschüler Timbo evtl. unter die starting eleven geschafft. So bleibt Torward mit den Scherenbeinen nur Ersatzkraft.

ABWEHR

Rafinha

Den alten Bekannten aus der Buli hat es inzwischen zum Glück irgendwo ins ferne Europa verschlagen. Dennoch sind sein Hang zu theatralischem Schwalbentum, Meckern von Minute 1 bis 90, und seine dauerhaften Provokation gegen Gegenspieler, Schiedsrichter, Mitspieler, Zuschauer, Platzwarte etc. derart in Erinnerung geblieben, dass er nun völlig zu Recht in Obskuristan die Außenbahn beackern muss.

Christian Wörns

Wörns mimt in unserer Elf den unscheinbaren Ausputzer. Nicht zuletzt wegen seiner absoluten Stelzbeinigkeit auf dem Platz (vgl. WM ’98, EURO ’04) ist er in unseren Herzen gesetzt. Mit lieblichem Akzent ausgestattet gab er das ein oder andere bis heute zu Albträumen führende Interview („Der spielt ja wie ein Mädschen…“) und durfte dennoch knapp zwei Jahrzehnte vor unseren Augen über die Wiesen hampeln. Nicht schön.

Daniele De Rossi

Der Schlächter von Rom imponiert mit tätowierten Armen und einer Captain-Rotbaart –Gedenkbehaarung ohnehin schon genug. Aber da Italiener sich darauf natürlich nicht ausruhen, hackt De Rossi mit spielender Leichtigkeit jeden Gegenspieler aufs Übelste um, der sich ihm in den Weg stellt oder ihn anschaut. „Was guckst du so?“ – Rumms – Bein gebrochen. Zwischen diesen drei Events liegen oftmals nur Zehntelsekunden. Ein lockerer Ellbogencheck in Gesichtshöhe gehört ebenso zum guten Ton wie eine in Kniehöhe eingesprungene Grätsche (siehe auf Wiese, Tim). Selbstverständlich wird direkt danach mit Unschuldsmiene Schwalbe reklamiert.

MITTELFELD

David Jarolim

Der schmächtige tschechische Tscheche aus der Tscheschei kickte sich mit spielender Leichtigkeit ins Team unseres FC Igittipfui. 2350 Schwalben in 286 Spielen sprechen eine deutliche Sprache. Mindestens ebenso viele Gelbe resp. Rote Karten hat er in dieser Zeit für seine Gegenspieler gefordert und war dabei selbst um keine Nicklichkeit und unschöne Aktion abseits der Kameras verlegen. Das ganze gepaart mit allenfalls durchschnittlichen fußballerischen Fähigkeiten macht ihn zum Vorstopper der allerhässlichsten Sorte.

schiri-rote-karteMark van Bommel

Frei nach dem Motto „Bommel dir einen“ stolziert der Schwiegersohn der Schwiegersöhne über Europas Sportplätze. Das Ich-bin-besser-wie-die-Meisten-Gen tröpfelt aus jeder Pore seines Körpers. Umgesetzt auf dem Platz bedeutet das: Nimmst du mir den Ball weg, hau ich dich weg. Nimmst du mir noch mal den Ball weg, kriegst du den Ellenbogen. Selbstverständlich wurde ein Mark van Bommelen für solche Aktionen in den seltensten Fällen bestraft (vgl. Bayern-Bonus, der). Mit seinen kullernden Rehaugen unter den römischen Kaiserlöckchen beherrscht er die Unschuldsmiene wie kein zweiter.

Effe

Der ewig junge und ewig wissende Experte Effenberg lenkt das Spiel der MT-Elf. Mit Zuckerbrot und Dompteurspeitsche schüchtert der Tiger seine Gegenspieler ein. Abseits des Platzes brilliert er mit unglaublichem Fachwissen („Da musst du auch mal dazwischen gehen!“) und Social Skills (lustiges „Hau den Hartzer“ und Claudia-Look-a-like-Contest). Beinahe aus dem Team gespielt hätte sich Effe mit seiner Stinkefinger-Affäre, denn das war ja schließlich durchaus sympathisch.

Nani

Nach seiner Nebenrolle in der Prinz von Zamunda (Anm. d. Red: Der Portugiese spielte den designierten Schwiegersohn von McDowell) mauserte sich der portugiesische Minipli inzwischen zu einer der schillerndsten Haarlackmodels Europas (vergleichbar nur mit dem frühen Michael Jackson). Seine sportliche Bewerbungsmappe: Sinnlos eingesetzte Übersteiger, Dribblings, Okocha-Tricks und dergleichen mehr machen ihn für jede Mannschaft zum Schwachpunkt. Und genau deswegen darf er als kreatives Zentrum nicht fehlen. Viel Lärm um Nichts.

STURM

Filippo Inzaghi

Wer kennt ihn nicht? Super-Bippo! 42 Kilo verteilt auf für italienische Verhältnisse unglaublich scheinende 181 cm machen ihn nicht gerade zum Kraftprotz. Mit Leichtigkeit flippt Inzaghi aber durch die Strafräume und über jedes halbwegs elfmeterreif ausgefahren Gegnerbein, um den fälligen Elfer gleich selbst in die Maschen zu schlitzen. Bei unglaublichen 70 Abstaubertoren in der Champions League und dem Stammverein AC Mailand bedarf es wohl keiner weiteren Erklärung, warum Bippo die Nummer eins im unangenehmen Sturm ist.

Mike Hanke

Mit nur einer halbwegs vernünftigen Saison ein Leben lang Bundesligaspieler. So oder so ähnlich könnte der Titel der hoffentlich bald erscheinenden Biographie des fiesen Blondschopfes heißen. Schon zu Jugendzeiten imponierte er mit dem ballackschen Gockelgang, ohne auch nur annähernde dieselben Leistungen zu zeigen. Die Krönung seiner Karriere: Klassenerhalt mit dem VfL Wolfsburg (ohne eigenes Dazutun) und anschließende WM-Nominierung (war noch Platz im Bus). Vielleicht auch deswegen findet er Jahr um Jahr einen neuen Verein und ekelt sich durch die Stadien. Danke – Hanke. Für nichts.

Christiane Ronaldo

Bedarf keiner weiteren Erklärung.

Im Blickfeld:

Sérgio Conceicao
Marouane Chamakh
Artur Wichniarek
Fredi Bobic
Hanno Balitsch
Daniel van Buyten

Bilder: Flickr – Jarrett Campbell / Manatari

23 Gedanken zu „Mauertaktik-Elf: Die Unangenehmen“

  1. Und was ist mit Maik Franz? Der würde doch die Vierer-Abwehrkette komplett machen…

  2. kein nasri, gattuso, diverse tschechische schalker eurofighter oder der komplette bulgarische wm 94 kader?

  3. plaediere fuer ziebig/ energie cottbus in der abwehrkette. fistelstimme + exzessives rasengeluemmel, sowie der gegner das spiel beginnen moechte.

  4. Apropos Arminia Bödefeld: Rüdiger Kauf und Georg Koch.

    Und nun zu Cottbus: Vasile Miriuta!

  5. Ein MUSS in der ersten Mannschaft, wo ich gerade Inter sehe: MARCO MATERAZZI!

    und mindestens auf der bank: esteban cabanossi cambiaso.

  6. Also wenn das gestern nicht unbedingt gegen Inter passiert wäre, könnte ich mich über die Blödheit der Bayern glatt totlachen. Aber so …

  7. Hansi Pflügler und Slaven Bilic fallen mir da noch ein. Sollte für die Reservebank reichen. Aber was bitte haben Nemec und Latal dort verloren, @wasermelonenmann???

  8. Hier mangelts eindeutig an Fachwissen: Wer Wiese nennt, aber Kahn vergisst, muss sich mal hinterfragen. Daneben fehlen eindeutig Gattuso, Gomez oder Sanogo,

  9. @alle: danke für die vielen Vorschläge. wie man sieht, man muss nur ordentlich pöbeln und beleidigen, dann bekommt man die beste resonanz (hat bei magath leider nicht funktioniert).
    Muss Teil II wohl in Bälde erfolgen. bis dahin!

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