+++ Der Fußball-Newsticker +++

Es passiert so viel derzeit in dieser Welt, die sich Fußball nennt, dass wir kaum hinterher kommen. Kein Mensch weiß mehr, wer wo Trainer ist und mit welchen Kompetenzen. Und auch die Spieler drehen zunehmend am Rad. Um wenigstens halbwegs Schritt zu halten, haben wir den Mauertaktik-Newsflash eingerichtet (kein Anspruch auf Vollständigkeit).

Sonntag, gegen Mittag

Armin Vehs Abgang. Der HSV-Trainer a.D. schüttelt noch ein paar Hände, steigt dann in seinen weißen Fantasie-Audi und braust direktemäng auf die A1. Selbsternanntes Ziel: „Barcelona, Madrid oder so. Fortbildung.“ Sein Handy fliegt in hohem Bogen aus dem Fenster. Flieger, grüß mir die Sonne…

Montagmorgen

Der nächste Knaller im lustigen Wechselspiel des Fußball-Biz ist mal kein Trainer. „Zettel“-Jens Lehmann (58) feiert sein Comeback im Tor des FC Arsenal. Den Londonern brechen die Keeper weg wie die Fliegen, weshalb Sir Arsene Wenger seinen alten Torhüter reaktiviert. Der deutsche Nationaltorhüter a.D. ist älter als die drei aktuellen Ersatzleute zusammen. Ungeahnte Explosivität geht aber von der Konstellation aus. Denn Lehmann-Rivale Manuel Almunia ist als Nummer eins gesetzt. „Mir wird schon was einfallen“, so der deutsche Pfiffikus vielsagend. Stress scheint vorprogrammiert.

Montag, 15.10 Uhr

Strahlender Sonnenschein im Bayern-Medienraum an der Säbener Straße. Der designierte Trainer a.D. tut so, als hätte es Hoeneß nie gegeben und alles wäre tuttikowski – und mischt sich unter die anwesenden Journalisten. Oben schwadroniert Mario Gomez über das anstehende Champions-League-Spiel gegen Inter Mailand. Dann plötzlich tarnt sich van Gaal als Medienvertreter und stellt seinen Stürmer eine total witzige Frage („Mario, in welcher Minute machen Sie ein Tor?“). Der kringelt sich: „Haha, Trainer, rofl, lol und überhaupt, Mensch du, super ist das ja hier!“ Grienen allerorten. Zurück nach Bonn.

Montag, später Abend

Dortmund in der Krise, ein Spiel in Folge verloren, der Vorsprung in der Meisterschaft schmilzt bedrohlich. Es ist die Zeit gekommen für blinden Aktionismus. So wird Abwehrchef Mats Hummels (zuletzt mehr als unsicher) ein Riesenbatzen Kohle geboten (Stichwort: erneuerbare Energie), damit er die Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag nimmt. Die Rede ist von zwei Millionen Briketts. Kurzfristiger Erfolg: Lüdenscheid-Westheim bleibt am Netz. Doch mit diesem Deal haben die BVB-Verantwortlichen dem Geschachere im Team Tür und Tor geöffnet. Sahin kauft mit erpresstem Vereinsgeld einen ganzen Küstenabschnitt an der türkischen Riviera, Barrios drei Privatpanter inklusive güldenem Käfig. Und das ist erst der Anhang der spätwestfälischen Dekadenz.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.