Spalter Magath muss weg

Die Nachricht schlug am Spieltag ein wie ein Pfund von Soldado in Neuers Netz. Magath und Schalke – es ist wohl eine Hassliebe ohne Zukunft. Im Sommer soll bereits alles vorbei sein, wie im Westen berichtet wird. Das war’s? Einfach so? Und ohne dass uns Felix über Facebook Bescheid gesagt hat?

Die Zeilen scheinen nicht zu lügen. Magath habe den Verein gespalten, außerdem traue ihm die Vereinsführung nicht zu, das Versprechen Meisterschaft bis 2013 einzulösen. Gut, also Schalke und Meisterschaft… da hätte man ja auch vorher drauf kommen können… Aber die Kluft geht wohl tiefer.

Felix‘ Ab- ist Hottes Aufstieg

Wer emsig zwischen den Buchstaben forscht, wird auch feststellen, dass ein kleiner Mann mit Brille vielleicht auch nicht ganz ohne Einfluss ist in der ganzen Chose. „Horst Heldt wird nach der Trennung von Magath zum neuen Klubstrategen aufsteigen“, lesen wir. Bislang war Heldt auf Schalke – ja, was eigentlich? So eine Mischung aus Grüßaugust auf der Ehrentribüne und drolligem Interview-Partner fürs Pay-TV („Letztendlich, nun ja, weißdochauchnich, Magath fragen…“)

Egal ob Hotte H. seine Fingerchen im Spiel hatte oder nicht: Der FC Schalke meint es ernst. Gesucht wird nun laut Schalker Stellenanzeige in der WAZ: „Ein noch relativ junger Trainer, für den Emotion, Begeisterung und Nähe keine Fremdworte sind, und der zudem bereits seine sportliche Kompetenz nachgewiesen hat.“

Ist nicht eigentlich alles super?

Magath aber hat ausgefelixt. Dabei ist doch eigentlich alles super. Schalke hat noch die große Chance, zwei Titel in dieser Saison zu gewinnen. Und liegen damit sogar meilenweit vor dem FC Bayern. Während sich das strapazierte Star-Ensemble bei den lästigen (und letztlich unbedeutenden) Pflichtaufgaben in der Liga für höhere Aufgaben schont, zeigt das Team in den K.o.-Spielen sein wahres Gesicht. Das ist mal Effizienz. Und wie gesagt: Das Thema Meisterschaft… (s.o.)

Außerdem erreichen die Trikotverkäufe durch die gigantische Fluktuation an Spielern Rekordwerte. Wer sich gerade Jendrisek gekauft hat, muss schon wieder auf Karimi umsatteln. Schon immer Charisteas-Fan gewesen? Kein Problem, da kommt er schon. So sieht Marketing 2011 aus.

Tja, und wer soll denn der Erbe des Felix werden? Slomka hat Besseres zu tun, Rangnick scheidet laut Stellenbeschreibung („Emotion“?) ohnehin aus… Apropos, die Umschreibung scheint wirklich genau auf einen zugeschnitten zu sein: Jürgen Klopp. Doch, mal ehrlich, der will doch Erfolg haben. Meister werden und so. Und das geht ja da nebenan nicht, in diesem königsblauen Märchenland, in dem alles Platz hat. Nur kein Realitätssinn.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

4 Gedanken zu „Spalter Magath muss weg“

  1. Sport1.de hat den perfekten Coach für die Stellenbeschreibung gefunden:

    Otto Rehagel

  2. Ersma ist wichtig, dass das „Pfund von Soldado“ in Gelsenkirchen nicht gesichtet wurde. Die Mannschaft mag Magath nicht mehr, die Fans sind sowieso blöde, und ganz still und leise rückt Herr Heldt eine Reihe auf.

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