Ist van Gaal noch zu retten?

Sie nannten ihn "el gladiolo"
Sie nannten ihn "el gladiolo"

Nach dem bitteren Pokalaus hängt bei den Bayern der Haussegen schief. Längst werden im Hintergrund die Messer gewetzt um Aloysius van Gaal auf dem Weg zum Senat mit 44 Messerstichen niederzustrecken. Aber muss eine mittelmäßige Bayernsaison denn immer in einem Blutbad enden? Wahrscheinlich schon. Mauertaktik stellt sich dem entgegen und stellt fünf Sofortmaßnahmen vor um van Gaal zu retten.

Mehr Bauernopfer!

Der Tulpengeneral muss Handlungsfähigkeit demonstrieren. Eine geeignete Maßnahme wäre daher zum Beispiel eine Entlassung von Co-Trainer Andries Jonker. Geschickt verpackt kann eine solche Maßnahme die eigenen Beliebtheitswerte sofort wiederherstellen. Die Entlassung erfolgt daher um den Co „zu schützen“ und „eine vollständige Aufklärung des Pokalaus zu gewährleisten“. Ist so der Schuldige erstmal gefunden haben die Spieler auch endlich eine Möglichkeit zu erklären, warum sie es nicht schafften gegen Schalke ein Tor zu schießen: Jonker hat ihnen nicht verraten wie es geht.

Mehr Medienschelte!

Der gute Louis war in letzter Zeit schon etwas dünnhäutig, sprach von „Provokationen“ seitens der Journaille. Sollte er nicht lieber versöhnlichere Töne anschlagen? Ganz im Gegenteil! Dieser Konfrontationkurs muss eindeutig noch verschärft werden. In der Mixed-Zone werden gar keine Interviews mehr gegeben, sondern maximal noch ein Reporter umgerempelt oder ihm ein Mikrofon geklaut. Auch in den Pressekonferenzen muss man eigentlich gar nicht auf die Fragen eingehen. Man legt sich einfach ein paar Klassiker zurecht, die man dann zum Besten gibt: „Alles blabla ist das!“ (T. Doll), „Wechsel den Beruf, ist besser!“ (R. Völler) oder „Red ich mit dir?“ (S. Effenberg). So kann man locker für ein heiteres Arbeitsklima sorgen.

Mehr Psychotricks!

Die „Abteilung Attacke“ des FCB ist vor wichtigen Spielen insbesondere in Person von Präsident Uli Hoeneß und dem Vorstandsvorsitzenden KH Rummenigge zu Gange. In diesen Chor muss der Trainer nun auch mit fiesen Pschotricks einstimmen, am besten vor jedem Spiel. So verwundert es schon, dass Hannover vor dem morgigen Spiel noch nicht als „klarer Abstiegskandidat“ bezeichnet worden ist und sich die Bayern vornehmen 96 „schön in die 2. Liga schießen“ zu wollen. So hätte man auch Schalke bereits vor dem Spiel verbal den Schneid abkaufen können: „Außer Kuranyi trifft bei denen eh keiner!“

Mehr Rotation!

Auch die Aufstellung kann unter den veränderten Rahmenbedingungen so keinen Bestand haben. Kein Spieler darf sich seines Stammplatzes zu sicher sein. Kann sich ein Robben auf dem Flügel nicht mehr durchsetzen, dann muss er eben auch mal für ein paar Spiele in die Innenverteidigung strafversetzt werden. Immerhin musste da in dieser Saison schon fast jeder ran. Für den Sturm hat van Gaal den großen Coup bereits von langer Hand vorbereitet: Dort wird gegen Hannover wohl Jörg Butt spielen, mit 26 Bundesligatreffern immerhin einer der torgefährlichsten Spieler im Kader.

Mehr coole Sprüche!

Bislang konnte das Feierbiest van Gaal letztendlich noch jede Situation retten. Und zwar durch seine anschaulichen und blumigen Vergleiche. So hat das Wort vom „Tod-oder-Gladiolen-Spiel“ bei vielen längst Eingang in den aktiven Fußballwortschatz gefunden. So könnte auch diesmal ein Blick in den reichen Fundus der niederländischen Sprichwörter die Situation gut erklären: „Das Leben ist kein Rosinenbrötchen!“ So können wir beruhigt sein, dass uns van Gaal noch länger erhalten bleibt, denn „einem Fuchs gehen Haare aus, aber nicht die Streiche!“

(Bild: flickr.com / pizzodisevo)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

6 Gedanken zu „Ist van Gaal noch zu retten?“

  1. Ist ausverkauft… Schließlich gegen FSV Frankfurt…wer will da nicht dabei sein…

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