DFB-Pokal II: Rot gegen Blau

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Schalker Perspektivspieler (Trainingsbild)

Nach dem Kracher am Dienstagabend folgt heute im zweiten Pokal-Halbfinale der alte Langeweiler. Bayern gegen Schalke. Auch irgendwie ein gefühltes Zweitligaspiel in diesem Jahr. Not gegen Elend? Wen interessiert das schon? Die Mauertaktik Foundation sammelt für Misereor.

Die Trainer

Van Gaal gegen Magath – das ist das Aufeinandertreffen der beiden Großwesire des deutschen Fußballs. Während van Gaal gleich zu Beginn seiner Amtszeit klar machte, welchen der Spieler, die ihm seine Amtsvorgänger überlassen hatten, unter ihm sicherlich keine Minute spielen würden und unter anderem Lucio und Toni vergraulte, setzt der Schalker Cheftrainer auf das Trial-and-Error-Prinzip. Während andere morgens noch selig schlummern, steht Magath schon mit dem Lieferwagen vor dem Spielergroßhandel und lädt eifrig Profis ein. 128* Spieler geholt, 131* verkauft (*Mauertaktik-Schätzung, Dunkelziffer höher), Don Felice macht alles, nur keine Gefangenen. Denn jeder Spieler darf auch genau so schnell wieder gehen, wie er gekommen ist.

Auch spieltaktisch blüht in beiden Klubs der Flachs. Der Tulpen-General hat schon so ziemlich jede Viererketten-Variante ausprobiert, wo gibt, will demnächst noch seinen Co-Trainer links hinten testen. Wichtig ist dabei, kritischen Fragen nach dem Spiel stets mit einem Blaff zu begegnen. Dieser unterscheidet sich vom herkömmlichen Bluff (z.B. Schweinsteiger auf die zehn zu ziehen) darin, dass er mit einem drohend-knurrenden Unterton und einem holländischen Einschlag begleitet wird – gerne auch mit dem Nachsatz: „Ich weiß nicht, ob Sie schon mal Fußball gespielt haben“. Auch Magath beherrscht diese Disziplin („Zeigen Sie mir noch ein Foul von uns, Sie Dreckschwein!“) und lässt sich auch sonst sowas von gar nix sagen. It’s good to be king.

Der Kader

Gleicht auf Schalker Seite in punkto Fluktuation eher einem Flüchtlings-Camp im Gazastreifen. 15 Nationen hat Felice M. derzeit unter dem Segeltuch der Schalker Arena versammelt, die Wanderarbeiter nicht mitgerechnet. Der aktuelle Trend geht zum Griechen, nach Papadopoulos und Pliatsikas wurde im Winter mit Prinz Charry schon der dritte Hellene in den Kohlenpott gelockt. In der Krise: Oranje-Stürmer Huntelaar, der zuletzt Mitte November traf.

Bei den Bayern steht an der Spitze der Unverzichtbarkeits-Hierarchie Arjen „Heute zieh ich mal nach innen“ Robben. Auf den Plätzen folgen: Gomez, Schweini, Ribery und die Hostessen in der Ehrenloge. Fußball in München ist schließlich mehr als nur ein Spiel. Damit Krabben und Schampus auch künftig munden, wird bereits am Personal für die neue Saison gefeilt. Luiz Gustavo kam bereits, Van-Gaal-Liebling Klose dürfte im Sommer wohl gehen. Der Münchner Bondscoach hat auch sicher noch den einen oder anderen Landsmann im Köcher. Unser Tipp: Huntelaar (s.o.). Öfter als Klose muss man den auch nicht spielen lassen.

Die Keeper

Besonders im Pokal sind die Torwächter natürlich einer der wichtigsten Faktoren. Wenn es am Ende der 120 Minuten in der Allianz Arena 0:0 oder auch 6:6 stehen sollte, schlägt ihre große Stunde. Fliegen um zu siegen, oder so. Das Duell heißt dann: Neuer gegen Kraft. Der von van Gaal promotete Butt-Nachfolger zeigte gleich bei seinem ersten Bundesliga-Einsatz gegen Grafite, dass er Elfer kann. Ein Übergriff wie einst beim Titanen. Doch Obacht: Neuers Reflexe sind berüchtigt. Neulich klaute er Raul beim Frühstück die Chorizo von der Stulle, ohne dass der auch nur einen Windhauch davon mitbekam. Besondere Brisanz: Manuel Neuer gilt als designierter Nachfolger von Ketchup-Erbe Kraft im Bayern-Tor. Wer die Tomaten aufhat, sehen Sie heute Abend ab 20.30 Uhr.

Bild: Flickr / William Murphy

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „DFB-Pokal II: Rot gegen Blau“

  1. Jetzt noch eine Pleite in Hangover am Wochenende und der General bekommt seine Gladiolen statt Tulpen aus Amsterdam…

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