Wer zuletzt lacht…

Am Samstag Abend ist es soweit! Zur feinsten Fußball-Primetime steigt in München das Spiel des Jahres (im Februar), denn die beiden besten Teams der Bundesliga treffen sich zum direkten Duell. Die Besten gegen die Besten, doch wer ist noch besser als das Beste? Absolute Super-Duperlative am Sonnabend. Mauertaktik checkt die Fakten.

Torwart

Kurz vorm Spieltag kam die Schreckensmeldung: Weidenfeller kaputt! Für die Nummer 1 debütiert der australische Jungspund Mitchell Langerak (22). Doch kein Grund zur Panik, befand jedenfalls Kloppo. „Dann steht halt statt einer der besten deutschen Torhüter einer der besten australischen Torhüter im Tor“, spielte Jürgen Klopp den bitteren Ausfall eines der Erfolgsgaranten im Team einfach runter. Das ist ungefähr so, als würde man Sebastian Vettel statt seines gewohnten Boliden für die neuen Saison einen Dacia Sandero hinstellen: „Hat 4 Reifen und fährt geradeaus – wo ist das Problem?“ Das passt es natürlich wie Arsch auf Eimer, dass der Münchener Thomas Kraft (22) in bestechender Form ist und unter der Woche gegen Inter gehalten hat wie der Teufel persönlich. Oder zumindest wie der junge Kahn. Klarer Vorteil Bayern.

Umfeld

Bayern gegen Dortmund kann gar nicht stattfinden, wenn im Vorfeld nicht ordentlich Spitzen gegen den jeweils anderen geschossen werden. Während Hoeneß („Wir gewinnen mit 2 Toren Unterschied!“) und Rummenigge („Ich gewinne auch gerne höher als 2:0!“) dieses Geplänkel aus dem Effzeh, quatsch, aus dem Effeff kennen, scheint Manager Christian Nerlinger in diesem Bereich noch etwas Nachhilfe nötig zu haben. „Wir haben auf fast jeder Position die bessere Qualität“, erklärte Nerlinger und wirkte dabei so spektakulär wie eine 70er-Jahre-Schrankwand. Die Dortmunder dagegen gehen diese Aufgabe gelassen an und beteiligen sich erst gar nicht an diesem Spiel vor dem Spiel. Einzig BVB-Hool Kevin Großkreutz hat bei der letzten Autogenes-Trainingseinheit gefehlt („Die hauen wir weg!“) und freut sich nicht nur auf Halbzeit 1 und 2, sondern vor allem auf eine gepflegte Wald- und Wiesn-Keilerei in Halbzeit 3. Unterm Strich bleibt ein Friedenspunkt für den BVB.

Konstellation

Wenn der Tabellendritte aus München den Spitzenreiter aus Dortmund empfängt, ist definitiv jede Menge Pfeffer drin. Denn am Samstag trifft in Bayerns Landeshauptstadt die stärkste Heimmannschaft auf das auswärtsstärkste Team der Fußball-Bundesliga. Nur ein einziges Mal haben die Bayern in dieser Saison im eigenen Stadion verloren und das war immerhin gegen Mainz, als es noch sang und lachte und mit erfrischendem Fußball und einer Boy-Band um Lewis Holtby die Liga verblüffte. Auch wenn Bayerns Torjäger vom Dienst Mario Gomez seit Neuestem mit dem typischen Haarhelm einer kalifornischen Boygroup Anfang der 90er rumläuft, könnte am Ende dann vielleicht doch wichtiger sein, ob die Borussia mit Großkreutz, Sahin, Barrios und Götze ihren Tempo-Fußball zelebrieren kann oder nicht. Punkt eher für Dortmund. Vielleicht auch für Bayern. Oder dann doch für beide…