Haps und Tschüss

super-dickmanns-ronaldoHeute ist Valentinstag und was gibt es Schöneres als sein Karriereende am Tag der Verliebten zu verkünden? Genau das dachte sich auch Ronaldo. Mauertaktik-Brasilien-Korrespondent Ritschie K. huldigt dem Bezwinger des Titanen.

Nach über 18 Jahren Profikarriere und 400 Toren ist Schluss. „Der Körper will, aber die Waage hält mich einfach nicht mehr aus“, wird Ronaldo mit dicken Tränen in den Rehäuglein zitiert. Der Mann, der einst die 100 Meter gefühlt schneller als ein bis oben zugedopter Usain Bolt lief, beendet seine Karriere. Der Wunderknabe aus Rio der beim Tennis Club Valqueire (sprich: Walküre) das Laufen am Ball lernte, hat quasi alles erreicht, was ein Fußballer erreichen kann. Weltmeister, Copa-Libertadores-Sieger, Europapokalsieger, Weltfußballer und dergleichen mehr stehen auf der Habenseite.

Und dennoch war „O Fenomeno“ (etwa: „Das Phänomen“) während seiner gesamten Zeit nie unumstritten. Der Mann mit der lustigen Zahnlücke war der erste Spieler, der den Rasen mit schwarzen Lackschuhen seines Ausrüsters auf Lebenszeit betrat und hat damit einen leider nicht unbedingt lobenswerten Trend gesetzt. Auch in Sachen Frisuren überzeugte „O Gordo“ (ziemlich genau: „Der Dicke“) nicht immer durch Treffsicherheit. Seine kecke „Kriegsfrisur“ anno 2002 bleibt wohl unvergessen – und zwar unvergessen hässlich .

Seiner Torjägerqualität tat das zum Leidwesen aller Deutschen jedoch überhaupt keinen Abbruch. Hätte er doch nur seinen kolportierten Endspiel-Anfall nicht Katrewengdiswitt sondern Zwozwo gehabt. Wir wären… nunja: Weltmeister.

Ronaldo schaffte es überdies als einer der ganz wenigen Spieler, bei zwei Mal zwei total verfeindeten Vereinen zu spielen (Barca – Real, Inter – Milan) und dabei trotzdem von den Fans vollkommen akzeptiert zu sein. 113 Tore erzielte er alleine in seiner Zeit in Spanien. Treffsicher ist das Dickerchen auch neben dem Platz und darf so inzwischen vier Kinder sein Eigen nennen (Dunkelziffer enorm hoch). Sein letzter Coup war dabei ein Kind mit einer Kellnerin, das er nach einem Vaterschaftstest schlussendlich anerkennen musste. Gerüchte über eine folgende Sterilisierung zwecks Vermögenssicherung sind unbestätigt.

Medizinisch auch höchst interessant: Des Phänomens eigene These, seine Quartalsadipositas (Trikotgröße schwankte monatlich zwischen M und XXL) sei auf eine Fehlregulierung der Schilddrüse zurückzuführen.

Wie dem auch sei: Dopinggerüchte, Tore, Sex mit einem Transvestiten, Verletzungen, Übergewicht, Antritte, Hasenzähne, Lackschuhe – das alles und noch viel mehr verabschiedet sich nun für immer von der ganz großen Fußballbühne.

Mauertaktik verneigt sich in Ehrfurcht vor großes dickes Ronaldochen und sagt zum Abschied leise Servus!

Bild: Flickr / losmundosdemou4