Hinrichtung a la Felix

nase
In München derzeit weniger angesagt: die Nase

Nach der enttäuschenden Erkenntnis, dass wir gegen Italien nicht gewinnen können, unter der Woche, geht nun die Bundesliga in eine neue Runde. Ein prall gefülltes Programm erwartet uns dabei am Samstag. Mauertaktik mit wichtigem Programmhinweis.

Verkehrte Welt total auf Schalke beim Spiel gegen den SC Freiburg. Wenn der Tabellenelfte den Sechsten der Liga empfängt, sind die Rollen irgendwie -nunja- ungewohnt verteilt. Alberne Transfers und Rümgedümpel in niederen Tabellenregionen hätte man vor der Saison eher den Freiburgern zugetraut. Doch wenn man einmal etwas genauer hinschaut, wird schnell klar, dass der bisherige Saisonverlauf bei beiden Teams kein Zufall ist. Beide Trainer haben nämlich eine klare Marschroute, an der sie nur konsequent festhalten: Robin Dutts Plan lässt sich darauf reduzieren, Mittelstürmer Papiss Cisse in Szene zu setzen und Felix Magath verfolgt ganz offensichtlich das hehre Ziel, dem wirtschaftlich angeschlagenen Klub aus Gelsenkirchen auch sportlich den Rest zu geben. Richtige Kumpel macht er sich dabei auf jeden Fall nicht.

Der FC Bayern versucht sich im Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim und hofft, die durchaus positive Bilanz gegen die Sinsheimer auszubauen. In sageundschreibe 5 Spielen trafen der Deutsche Rekordmeister und der Verein, den es angeblich schon seit 1899 gibt, in der Bundesliga aufeinander, wobei die Bayern bei zwei Unentschieden drei Siege erringen konnten. Nach der Deppen-Niederlage der Münchener gegen Köln in der letzten Woche, als eine 2:0-Pausenführung nicht zu einem Punkt reichte, stünde Louis „der Nase“ van Gaal ein Sieg auch nicht schlecht zu Gesicht.

Dieter lässt die Puppen tanzen

Die Spaßtruppe aus Wolfsburg spielt auch am Samstag auf. Zu Gast in der sensationell unspektakulären VW-Stadt sind die Verplaner aus Hamburg, die letzte Woche nicht spielen konnten, weil sie ihr Gras aus Holland zu spät bestellt hatten. Passte irgendwie zum bisherigen Saisonverlauf der Hansestädter, denen in dieser Spielzeit alles egal zu sein scheint. Da bleibt nur zu hoffen, dass Dieter und Litti mit ihrer Zirkustruppe ein paar neue Nummern einstudiert haben – auch wenn es ohne den brasilianischen Traumtänzer und den britischen Trainer-Clown natürlich verdammt schwer wird, dass Trottel-Niveau der vergangenen Wochen zu halten.

In Stuttgart hat Nürnbergs Goalgetter Julian Schieber die einzigartige Gelegenheit, seinen Stammverein, zu dem er im Sommer zurückkehren muss, der zweiten Liga ein Stück näher zu schießen. Äußerst pikant. Auch wenn der sympathische Frankenstürmer im Vorfeld allerorten beteuert, dass der VfB die nötige Klasse hat, um „da unten raus“ zu kommen, weiß doch eigentlich jeder, dass das gar nicht stimmt. Und dass was ganz anderes gar nicht stimmt, darüber hat sich nun Ioannis Amanatidis echauffiert. Der frühere Messias übte ob seiner wenn überhaupt Kurzeinsätze leichte Kritik an seinem Trainer Michael Skibbe, der daraufhin ankündigte, die Kurzeinsätze noch kürzer zu machen, und wird damit direkt im Heimspiel gegen Leverkusen beginnen.

Apropos dumm gelaufen, nur weil St. Pauli gegen Gladbach spielt, fühlte sich eine große deutsche Boulevard-Zeitung dazu berechtigt, laut zu fragen, wer hier wen rasiert. Wirklich gute Frage bzw. was soll das? Viel interessanter wäre doch die Frage, ob St. Pauli durch das ausgefallene Spiel aus dem Rhythmus gekommen ist. Wetten, dass nicht?? Den Abschluss am Samstag Abend machen dann Auf- und vielleicht wieder Absteiger K’lautern und die Borussia aus Dortmund, die, nachdem sie am letzten Wochenende vorlegen musste, nun auf die Annäherungsversuche der, naja, Konkurrenten reagieren kann. Spannung pur…

(Bild: flickr.com / simczuk)