For Fax sake

faxgeraetDa hat sich Schalkes Trainer Felix Magath ja wirklich alle Mühe gegeben, die Schlagzeilen in den letzten Stunden des Transfer-Wahnsinns Ende Januar zu dominieren, er hat einen siechen Griechen und einen greisen Iraner verpflichtet – nur um am Ende dann doch die Schau gestohlen zu bekommen. Von einem Fax.

Die Spielerberater-Branche hat ja gemeinhin einen schlechten bis miserablen Ruf. Zu Recht, möchte man hinzufügen. Bieten die Nadelstreifen-Abzocker doch ihre Schützlinge in aller Herren Länder feil wie ein phönizischer Karawanenhändler seine Sklaven. Und sobald ein Hoeneß dieser Welt am Köder schnuppert, wird alles daran gesetzt, ein möglichst „attraktives“ (i.e. millionenträchtiges) Paket schnüren zu lassen – um dann für die treuen Dienste selbst noch die Patscherchen aufzuhalten.

Einen großen Vorteil haben sie aber, die Herren professionelle Spielervermittler: Sie können ein Faxgerät bedienen.

Wollen ist nicht gleich können. Just, do it, dachte sich der Herr Papa des HSV-Talents Maxim Choupo-Moting, der für seinen Filius die Geschäfte regelt, als er am Montagabend dessen Transfer von Hamburg nach Köln abwickeln wollte. Bis in die letzten Minuten vor Schluss der Wechselliste war noch gefeilscht worden, weswegen nun die Zeit etwas drängte. Just Moting setzte noch schnell seinen Friedrich Wilhelm unter die DFL-Papiere und schob den ganzen Quark in die Maschine. Und ab!

Bierchen auf, Köln alaaf! Toller Transfer, Junge! Gut gemacht, Papa! „Empfangen nur Schlieren, stopp“, kabelten dann plötzlich die Domstädter – und rissen die Partygesellschaft aus dem feucht-fröhlichen Kofferpacken. Hui, jetzt aber fix, fünf vor zwölf resp. sechs, gleich fällt in Frankfurt/Main der Griffel. Noch mal ab dafür.

Banges Warten. Keine Antwort aus Frankfurt. Dann die Nachricht aus Köln: 14 Minuten zu spät. Aus der Traum von der Weltkarriere am Rhein. Kein Karneval, kein Garnix. Weil die verdammt überpünktlichen DFL-Amtsschimmel schon ausgeritten waren, muss sich Maxim nun ein halbes Jahr in Hamburg auf die Tribüne setzen. Unvorstellbarer Graus. Mit Mannschaft und Trainerstab hatte es sich der wechselwarme Jungspieler selbstredend in den Tagen zuvor bereits verscherzt („Macht’s gut, ihr Trottel“).

Das Nachspiel: Choupo-Moting wollte seinen Erzeuger feuern, musste dann aber feststellen, dass Blut dicker als Tonerfarbe ist. Demission vorerst abgewendet. Ein Ende der ganzen Geschichte ist aber noch nicht abzusehen. Man will notfalls Klage einreichen. Hoffentlich das wenigstens fristgerecht.

Bild: Flickr / A. Sarda

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

2 Gedanken zu „For Fax sake“

  1. Schade nur, dass er lediglich solche Spieler trifft. Dasselbe Schicksal hätte ich eher Farfan, van Nistelrooy und Konsorten gegönnt – und dann bitte eine Live-Webcam zum Faxgerät! :-)

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