Kommt ein Grieche geflogen

Deal eingefädelt: Schalkes Scout Alexis S.
Deal eingefädelt: Schalkes Scout Alexis S.

Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr… kommt von irgendwo ein Harry her. Angelos Charisteas, griechischer EM-Überflieger 2004 und seitdem karrieretechnisch im Sink- bis Sturzflug, ist endlich wieder in Deutschland aufgeschlagen (hart)! Nach seinem verfrühten Abschied vom 1. FC Nürnberg, einem kurzen Gastspiel beim französischen Klub AC Arles und der SpVgg Vereinslos Nirgendwo, ist der Hellenen-Knipser im Dress des FC Schalke 04 back in der good old Bundesliga.

Malaka nochmal, wird sich der eine oder andere Manager in diesem unseren Fußballschland denken, dass Fuchs Felix da mal wieder das schnellste Näschen resp. die feinsten Griffel hatte – und der Konkurrenz diese rapide verglühende Sternschnuppe weggeschnappt hat. Wie konnten wir nur, werden sich die Hoeneße, Zorcs und Schmadtkes denken – denn die Zahlen sprechen klar für den Ausnahme-Griechen.

Angelos Charisteas, das zum Mitschreiben, ihr Nachtwächter, hat in den letzten vier Spielzeiten immerhin drei (in Zahlen: 3) Ligatore erzielt. Das ist, wie man auch an einer Hand leicht abzählen kann, ein Schnitt von, ja richtig: fast einem Treffer pro Jahr! Wenn der FC Schalke es also richtig anstellt und den EM-Engel a. D. erst im letzten Spiel der Saison einsetzt, wird er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit seine Mannschaft zum Sieg schießen. Oder nicht.

Vielleicht aber gibt es noch ein anderes Motiv für diesen wundertollen Winterwechsel. Torprinzessin Harry ist immerhin auch schon der 17. Neuzugang des FC Schalke in dieser Saison – dem stehen dann auf der anderen Seite nicht weniger als 26 verkaufte oder verliehene Profis gegenüber. Hoogland, Plestan, Sarpei, Deac, Escudero, Papadopoulos, Annan, Unnerstall, Avelar, Reginiussen – was vom Bekanntheitsgrad her auch eine Auswahl europäischer Entwicklungsminister sein könnte, ist in der Tat die (unvollständige) Auflistung der Schalker Käufe seit dem letzten Sommer.

In so manchem Land hätte sich Schalkes kauffreudiger Diktator sicherlich längst wegen Menschenhandels vor einem UN-Tribunal verantworten müssen. Hierzulande allerdings läuft das alles unter „Fuffzich plus eins“, was bedeutet, dass Magath bei 43 bereits vollzogenen Wechseln noch acht Transfers abwickeln kann, bevor er verhaftet wird.

Zeit dazu hat er noch bis Montagabend – wenn die UEFA-Liste schließt. Also los, Herr Magath, feilschen Sie, handeln Sie, grabbeln Sie auf den Tischen der Fußballwelt! Das Guinness-Buch ist so nahe.

Die (unverbindliche) Vorschlagsliste von Mauertaktik:

1. Ailton (Neulich noch: FC Oberneuland)
2. Sergio Zarate (zuletzt Club Social, war auch mal bei Nürnberg)
3. Adriano (AS Rom, Preis-Leistungs-Verhältnis garantiert top)
4. Jörg Butt (Bayern, gleiche Torquote wie Charisteas)
5. Gyros-Spyros von der Ecke (ist auch Europameister 2004)

Bild: Flickr / Caza No. 7

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

5 Gedanken zu „Kommt ein Grieche geflogen“

  1. Mmmmh, Karimi gleich hinterher. Langsam verliert Magath jede Form von Glaubwürdigkeit! Und Dieter Hoeness bleibt sich auch scheinbar seinem Motto treu. Ich kaufe nur Schrott. Ist aber egal, zahlen ja andere! Ja-Cheol Koo (21, Jeju United) und der Venezolaner Yohandry Orozco (19, Zulia FC) sind aber wahrscheinlich auch wieder nach Messi die größten Talente in den letzten 15 Jahren!!!

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