Referees not at work

red card
Was ist bloß los mit unseren Schiedsrichtern?

Der 19. Spieltag ist fast beendet, doch die Leistungen von Deutschlands Schiedsrichtern am letzten Wochenende lassen dem Fan des ehrlichen Sports einfach keine Ruhe. Ein Pfeifkonzert von Ritschie K.

Ante S. und sein Bruder Milan sitzen hinter Gittern und sind scheinbar vom Wettmarkt verschwunden. Dennoch häufen sich wieder die zweifelhaften Entscheidungen der Schiedsrichter in der Bundesliga. Guido Winkmann – ein ehemaliger DDR-Fahnenträger – katapultierte sich mit seinem Pfiff gegen Seridschdan Lakic an die Spitze der meistgehassten Personen in und um den Betzenberg wie einst Sputnik ans Firmament. Was genau der heißblütige Kroate gemacht haben soll, weiß wohl nicht einmal His Guidoness selbst. Aber halt, stopp! Das behauptet er ja auch gar nicht. Denn dem genauen Beobachter wird aufgefallen sein, dass nicht Guido Winkmann, sondern sein Winkelement an der Seitenlinie, aufgeregt wie ein Schulbub im Süßigkeitenladen, in sei Mikro brabbelte: „Guido – ICH WEISS WAS!!“

Naja, der Rest ist schnell erzählt, Laki Lakic fühlte sich beleidigt und hob seine mächtige Pranke in Richtung des Atem- und Schlucktraktes seines Gegenspielers. Und das genügte für den Platzverweis. Moderator Tunichtgut faselte auch direkt etwas von „auch eine versuchte Tätlichkeit ist eine bla bla bla bla…“.

Schwaches Niveau in Liga Zwo

Kunterbunt geht’s auch im Unterhaus der Bundesliga zu, wo sich die bundesweit verhasste Hertha nicht nur auf plattgetretenen Kuhwiesen der Gegner erwehren muss, sondern gleichermaßen von den Schiedsrichtern dieser Republik verpfiffen wird. Die Innenverteidigung dieses Wochenendes lautete Neumann und Kaka, weil ein gewisser Peter Gagelmann (von Hobby Schiedsrichter) zwei völlig unberechtigte und kecke rote Karten an Mijatovic und Hubnik verteilte. Beide Spieler übrigens osteuropäischer Herkunft, ebenso wie Lakic, aber wir wollen hier ja keine Gerüchte schüren.

Jungsturmbannführer Lell bekam es dafür dieses Wochenende mit Deniz Aytekin – dem 3 Meter Hühnen aus Oberasbach (sic!)- zu tun. Ein in der Penalty-Area leicht erhobener Arm und ein theatralischer Sturz reichten hier aus, um einen völlig sinnlosen und vollkommen spielbeeinflussenden Elfmeter zu verteilen. Netterweise sahen die „underdogs“ aus Oberhausen das ähnlich. Kayas Versuch den Elfmeter mit zweitligareifer Schusstechnik neben das Tor zu setzen scheiterte noch und der Ball kullerte ins untere Toreck. Nebenbei sei bemerkt, dass der „Gefoulte“ zuvor eventül ganz vielleicht total sichtbar im Abseits stand. Aber Foul ist ja viel mehr wert als wie Abseits oder so. Viel besser machte es später Keeper Pirson der adrett über den Ball pökelte. Aber bei genauer Betrachtung der Fernsehbilder, sollte auch Aytekin aufgefallen sein, dass Lasogga da vielleicht doch behindert hat, oder nicht? Wie auch immer- um seine Leistung vollends zu krönen, pfiff Denise dann ja auch noch einen Penalty für die alte Dame und sichert sich so den Titel des unfähigsten Schiedsrichters seit Menschengedenken.

Geile 50-Zoll-Glotze

Rabak Bafati hingegen, die persische Trillerpfeife, heimste sich klamm heimlich erneut die Kicker Note 6 ein. Ein zufällig übersehenes Foul im Strafraum vom Oberösi Stranzl hier, ein sogenanntes Foul von Mendler an Heimeroth da und fertig is‘ die Laube. Das hätte dann zwar lediglich ein 2:1 für statt ein 0:1 gegen den Club bedeutet, aber vergelt’s Gott. Rollt hier etwa nicht nur der Ball?? Die Belohnung für Rafatis vorzügliche Leistung am Wochenende war dann selbstredend der Einsatz beim Pokalkracher im Stadion Oberwerth bei Koblenz vs. Lautern unter der Woche.

Die große Frage bleibt, ob ein 50-Zoll-Fernseher wirklich so geil ist, dass man derartige Entscheidungen billigend in Kauf nimmt, oder sind die Schiedsrichter von Obmann Fandel einfach schlicht und ergreifend so schlecht? Ein Blick über den kleinen Teich genügt, um zu sehen, wie man Fußball auch pfeifen kann. Hier pfeifen nämlich die Fans deutlich mehr als die Referees – immer dann, wenn ein Spieler versucht Freistöße oder Elfmeter zu schinden und allzu leicht die wohlige Nähe zum englischen Grün sucht. Ob Spieler des eigenen Teams oder Gegner ist den Fans hierbei völlig egal. So werden die Spieler erzogen, denn wer will schon von den eigenen Fans ausgepfiffen werden. Das funktioniert allerdings auch nur, wenn die Schiedsrichter dieses Spiel mitspielen. Und genau das machen die Pfeifen hierzulande eben nicht.

(Bild: flickr.com / ell brown)

3 Gedanken zu „Referees not at work“

  1. Wenn ich mich nicht irre, ist Herr von Schleck ein großer Fan von Babak Rafati. Erinnere mich dunkel an folgende Worte des ehrenwerten Blockwarts, der meiner Argumentation, dass der Teppichknüpfer sowieso nichts auf dem Fußballplatz, sondern vielmehr bei Kamelrennen zu suchen hätte, nicht folgen wollte: „Eigentlich ganz angenehm, wie viel der Typ laufen lässt. Das tut dem Spiel immer ziemlich gut. Also ich finde den Rafati gar nicht so übel!“

  2. Das muss dann in besagtem Fall evtl an der bisweilen leicht betzerot verfärbten brille von Schlecko liegen…

Kommentare sind geschlossen.