Quo vadis Fußball?

Von wegen, die da oben sitzen nur faul herum und tun nichts für ihr Geld. So richtig Gedanken gemacht haben sich die feinen Herren Uefa- und Fifa-Funktionäre. In den letzten Wochen rauchten in den Zentralen der Fußball-Macher aber ordentlich die Köpfe, wie man die Welt noch besser machen könnte. Herausgekommen ist mal wieder herzlich wenig, so dass wir Unternehmensberater von Mauertaktik mal wieder den Schweizer Karren aus dem Mediensumpf ziehen müssen.

Katar ist zu heiß für Leistungssport, ergo: eine Spielplanänderung muss her. Da war der erste große Zorn der Fußballwelt ob der zweifelhaften WM-Vergaben vorerst so gut wie verflogen, da tauchen Oleg und Boleg wieder ungefragt aus dem Schweizer Nichts auf und treten auch noch öffentlich auf. Der eine redet wie der Blinde von der Farbe und der andere nickt den ganzen Mist dann auch noch ab und findet’s gut. Und alles, was als Gegenwind kommt, ist ein vorsichtig formuliertes „Kannste nich‘ machen!“. Wo soll das hinführen? Quo vadis Fußball?

Pinky und der Brain gedenken allen Ernstes den Spielplan in den Spitzenverbänden zu ändern und zwar dahingehend, dass die Welt- und Europameisterschaften am Anfang des Jahres, genauer Februar bis März, stattfinden, damit der Vereinsfußball dann anschließend bis November / Dezember durchspielen kann. Irre! Freundschaftsspiele der Nationalmannschaft dann natürlich nur ab November / Dezember – Ordnung muss schließlich sein. Dieser krude Plan wird noch absurder, wenn man sich mal den ganzen Rattenschwanz anschaut, der hinter einer solchen Umsetzung hinge.

Was bedeutet das eigentlich für den Fan? Für den DFB-Schönwetterfan wäre es dann wie sonst, bloß eben ganz anders. Ganz unabhängig von der Frage, ob man Public-Viewing braucht oder nicht, Fanmeilen im Februar wären aus Platzgründen nur noch halb so voll, weil die Besucher doppelt so viel anhaben als sonst, statt Bierduschen bei deutschen Toren gäbe es fiese Glühweinverbrennungen und statt Friede, Freude, Eierkuchen gäb’s halt eine Massenschneeballschlacht. Ob überhaupt jemand public viewen kommt, ist bei minus 2 Grad allerdings ungewiss. Und das sind die durchschnittlichen Temperaturen bei uns. Ganz interessant wäre in diesem Zusammenhang vielleicht noch, wie genau die geplante Spielplanänderung mit einer WM-Vergabe nach Russland in sinnvollen Einklang gebracht werden kann.

Der Vereinsfan hat dagegen wettermäßig gar kein Problem, dafür aber natürlich keinen Sommerurlaub mehr. Oder er verpasst eben einen nicht geringen Teil. Dann bräuchte er zwar auch keine Dauerkarte mehr, weil er ja zu viel verpassen würden, aber das Urlaubsziel sollte weise gewählt werden, wenn man seinen Verein wenigstens im TV sehen möchte. Schlechte Laune im Urlaub ist also vorprogrammiert: Entweder kann Vati keinen Fußball gucken oder Mutti und Tochter finden 6 Wochen Kneipenurlaub im Harz doch nicht so prall.

Und beim Fan geht’s ja nur um den Urlaub. Wie erklären Blattini ihren wirren Plan eigentlich den Amateurfußballern, insbesondere den Jugendteams? Oder schafft Deutschland bald nicht nur sich selbst, sondern auch die Sommerferien ab, in denen Kinder und Jugendliche in der Regel vereist sind? Man weiß es nicht. Aber all das zeigt, dass der wirre Plan der beiden Verbandsdödel entweder schlecht bis gar nicht durchdacht ist oder rein monetäre Zwecke verfolgt und dass sowohl Nachwuchs und Fans, aber letztendlich auch die Fußballprofis selbst den beiden Chef-Entscheidern komplett egal sind. Oder wäre es nur die billige Rechtfertigung der absurden WM-Vergabe nach Katar?

Ganz egal, die Frage ist: Welche Wahl aber haben wir oder eher die Verbände? Ein Boykott ginge wohl nur, wenn ihn alle Spitzenverbände zusammen durchziehen. Und das ist leider nicht abzusehen.

4 Gedanken zu „Quo vadis Fußball?“

  1. Wow, bei Euch in Berlin muss es ja bitter kalt sein, wenn die Kinder selbst im Sommer vereisen … :)

  2. Jetzt verstehe ich den Plan! Die Ligen wollen sowieso eine Umstellung auf das Kalenderjahr und schicken die FIFA vor, daß die mit einer dubiosen WM-Vergabe und der daraus folgenden Korrektur, die Prügel bezieht, und die nationalen Verbände dann bekommen, was sie wollen – aber ohne Prügel.
    Danke Mauertaktitk für die Aufklärung!

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