Die Highlights der Rückrunde

Ich glaub, es geht schon wieder los… das darf doch wohl nicht wahr sein! Oh, doch: Der Fußballgott hat nur kurz die Beine hochgelegt und lässt nach nur wenigen Tagen Schneepause wieder seine ganze lederne Herrlichkeit auf deutsche Landen herniederprasseln. Auf geht’s in die Rückrunde! Mauertaktik weiß bereits, was bis Mai so alles passiert.

14. Januar: Ein bisschen Spannung

Mit 1:0 ringt Bayer Leverkusen den Tabellenführer Borussia Dortmund nieder – und verkürzt den Rückstand auf sieben Punkte und 17 Törchen. Das Tor des Tages erzielt der eingewechselte Michael Ballack per Kopf. Alles ist wieder offen – oder fast. Weil Leverkusen die folgenden drei Spiele verliert, ist Dortmund Mitte Februar faktisch Meister.

31. Januar: Der einmillionste Japaner läuft vom Band

In den Stunden vor Schließung der Uefa-Transferperiode ziehen die Bundesliga-Vereine in eiserner Trendwahrung noch Dutzende japanische „Mega-Talente“ an Land. Kölns neuer Sportmanager Volker Finke bringt zum Amtsantritt gleich einen kompletten Jet voller Nippon-Neulinge mit, die A-Jugend von Vissel Kobe verleibt sich der VfL Wolfsburg in Gänze ein – und der Hamburger SV setzt sich drei rechte Außenverteidiger aus der J-League auf die Bank. Man kann schließlich nie wissen. Die Fraktion der mittelmäßig begabten Osteuropäer will einen Spielerstreik anzetteln, ist aber mittlerweile in der Minderheit. Gmpf.

22. März: Blumen für Ballack

Bei einem Freundschaftsspiel gegen Hertha BSC wird Leverkusens Michael Ballack, der sich seit Wochen in bestechender Form befindet, von seinem Gegenspieler Christian Lell fies umgetreten. „Huch, sorry“, entschuldigt sich Lell nach seiner Cantona-Einlage sofort. Den Fans stockt der Atem, doch Ballack steht wieder auf, klopft sich den Staub aus den Klamotten und flüstert: „Touché, mein Lieber.“ Kurz darauf beruft Bundestrainer Löw seinen Capitano zum Länderspiel gegen Australien.

30. April: Hoeneß‘ Neuer und die Hand Magaths

Mit einem 3:0-Sieg holt der FC Bayern den wiedererstarkten FC Schalke aus allen Europapokalträumen – und liegt selbst plötzlich nur noch zwei Punkte hinter den Dortmundern, die seit Wochen eine unerklärliche Schwächephase haben (Klopp: „Das ist doch Wahnsinn, was ihr uns hier einreden wollt, ich lach mich schlapp, ehrlich!“). Nach dem Spiel verkündet Uli Hoeneß mit breitem Grinsen am Sky-Tresen, dass Manuel Neuer der neue Keeper des Rekordmeisters wird. Felix Magath zertrümmert TV-Mann Jan Henkel daraufhin mit einem Handkantenschlag die Nasenwurzel („Zeigen Sie mir noch ein Foul von uns!“) und stürmt von dannen. Testbild.

14. Mai: Kloppo feiert, Labba geht

Borussia Dortmund besiegt Eintracht Frankfurt mit 2:0 und ist der jüngste Deutsche Meister aller Zeiten. Auf der PK nach dem Spiel grindet ein sichtbar angebimmelter Kloppo Gästetrainer Skibbe unsittlich an. Der schaut traurig. Alle lachen. Gleichzeitig verliert Bayern München mit 3:5 gegen den VfB Stuttgart, Schweinsteiger verschießt einen Elfmeter, van Bommel fliegt in seinem letzten Einsatz für die Münchner nach 20 Minuten mit glatt Rot vom Platz. Labbadia schafft den Klassenerhalt und triumphiert, berichtet aber im SZ-Gespräch am Tag danach von dem tiefen Graben zwischen ihm und der Mannschaft: „So macht der ganze Käse keinen Spaß mehr.“ Zur Saison 2011/12 habe er bereits einen Vorvertrag beim VfL Wolfsburg unterschrieben, sagt Labba. Und ist schon wieder weg.

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

16 Gedanken zu „Die Highlights der Rückrunde“

  1. Mist. Das wußte ich natürlich nicht. Beantwortet aber meine Frage nicht. Das Hertha gegen Leverkusen gewinnt ist hier doch eh allen klar.

  2. @Fräncky: So oskur ist mein Privatvermögen nicht. Gibt schließlich 4 % Zinsen! Und davon kaufe ich Union!

  3. Lell ist gar kein Fußballer, sondern Stabhochspringer oder so. Rhythmischer Sportgymnastiker. Wenns dafür ne Nationalmannschaft gibt, dann darf er tuhig Käptn werden.

  4. Korrigiere meinen Kommentar von gerade eben – mag Snoopy doch nicht mehr leiden! Und von wegen oben ist alles entschieden: Am Samstag wird der Tabellenführer von Bruno dem Problembär erlegt!

  5. @wasendiego und wer es sonst noch lesen will:

    Jemand mag den Snoopy nicht
    das ist dem Snoopy schnuppe
    Nachtragend doch ist Snoopy nicht
    spuckt niemand‘ in die Suppe.

    Ob hoch, ob tief, der Ball ist rund
    Snoopy würd‘ niemand lynchen
    Wenn im Mai man tät uns kund
    Meister ist Bayern München

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