Vorsicht, Ansteckungsgefahr!

fussball-mannschaftsarztEdin Dzekos Wechselfieber könnte nicht die einzige Krankheit in der kalten Jahreszeit bleiben. Dazu macht sich Hobby-Mediziner und Küchenpsychologe Ritschie „Milchschaum“ Kampuntschinski winterlich warme Gedanken.

Nach Schweinegrippe, Vogelpest, SARS, H5N1, C3PO und weiteren schlimmen Pan-, Epi-, Neu- und Subdemien erfasst die Bundesliga nun eine weitere schlimme Krankheit:

Die Wechselpest!

Nach zweijähriger Inkubationszeit brach sie zunächst bei Edin Dzeko aus. Merkmale der frühen Infektion sind deutlich vorgetragene Unlust, kleiner Bewegungsradius und wirres Gemurmel aller möglicher Namen vermeintlicher Weltklubs. Nach dem Primärstadium kann die Pest in ihrem Erscheinungsbild differieren und je nach Behandlung in variabel langen Phasen zu normalem Verhalten führen. Gute therapeutische Unterstützung zeigte sich hierbei zum Beispiel durch Kompetenzerweiterung, Treueschwüre, und übertragene Kapitänsämter.

Im Körper selbst jedoch nimmt die verheerende Wirkung der Pestizide seinen unbemerkten Lauf und kann durch kleinste Ereignisse, sogenannte ehrbeleidigende Peaks, zum erneuten Ausbruch und zum vollständigen Bild der Krankheit führen.

Der große Schnitt

Beim Patienten reichte hierzu eine Auswechslung am 15. Spieltag – zwei Minuten vor dem Ende und nach einer aus Edwins Sicht noblen und zu keiner Kritik Grund gebenden Leistung. Was erlaube Chefarzt McClaren? Die Bundesliga hatte ihren Medizinmannskandal! Und das Tischtuch zwischen Therapeut und Couchlägrigem war endgültig zerschnitten. (Es sei hierbei kurz daran erinnert, dass Dzeko in den Augen aller Fans und Beobachter eine absolut indiskutable Leistung zeigte und diese mit einem mies verschossenen Elfmeter krönte.)

Wie dem auch sei: Die einzig richtige Therapie in diesem Fall scheint die operative Entfernung des Infizierten zu sein. So wie allseits bekannt just geschehen. Positive Nebenerscheinung sind die offen kolportierten 31 Millionen Euro, was bei einem Einkaufswert von ehemals vier Millionen immerhin einer Gesundheitsbonifikation von 775% entspricht.

Bleiben nur folgende Fragen:

1. Was lernen die Herren Fußballprofis daraus?
2. Was macht Dieter Hoeneß mit 31 Millionen?

Ad 1.: Fußballprofis haben mit Lernen zwar ungefähr so viel miteinander zu tun wie Demokratie und Nordkorea, aber eines dürfte trotzdem hängen geblieben sein. Nörgele ich nur lange genug rum, spiele scheiße, meckere beim Gang in die Kabine in den Rücken von Trainer und Manager, kann ich recht flugs (resp. fluchs) den Verein wechseln und mein Jahresgehalt deutlich aufbessern. Insbesondere dann, wenn mein neuer Arbeitgeber ein fußballbegeisterter Scheich, Mäzen oder Öligarch ist.

Weitere erfolgreiche Beispiele für Vereinswechsel nach langer Nörgelei sind Diego von Werder zu Juve (noch verständlich), von Juve zu Wolfsburg (???) oder Carlos Eduardo (1899 → Rubin Walachei).

Neuester Infizierter ist im Übrigen Demba Ba. Hier liegt allerdings ein mutiertes Virus vor. Denn die Backkartoffel (Mauertaktik verkostete) weigerte sich einfach am Flughafen, die Maschine gen Trainingslager zu besteigen. Aber zum Glück gibt es immer Mittel und Wege für die Vereine, und so durfte Ba dann auch der Einfachheit halber zu Hause bleiben. Entschieden hat das sein persönlicher Manager. Baha!

Höchste Ansteckungsgefahr gilt für folgende Spieler: Grafite, Farfan und Ribery

Ad 2.: Zu diesem Thema fällt mir als Hertha-Fan leider nichts annähernd Lustiges ein. Aber eins scheint so sicher wie das Amen in der Kirche: Hoeneß wird einen Weg finden, 31 Millionen Euro zu investieren ohne dabei auch nur einen sportlich erfolgreichen Transfer abzuwickeln. Daher als kleine Hilfe: Folgende Spieler sind zurzeit für kleines Geld zu haben: Ronaldinho, Ailton, Rivaldo und jede Menge weitere südamerikanische Spieler. Und für den ein oder anderen weißen Nerzmantel sind die sicher bereit, die Copacabana gegen das mausgraue Wolfsburg zu tauschen. Glück auf!

Bild: Flickr / Clever Cupcakes

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