Die Momente des Jahres

maradona-verpeiltEndlich mal wieder ein Rückblick. Aber weil 2010 ja wirklich bald zu Ende ist, lassen wir uns nicht lumpen. Hier kommen vier Momente, an die wir uns gerne erinnern.

Maradona lernt Müller kennen

„Wer ist dieser Mann?“, fragte Gott und rumpelte erst einmal wieder aus dem Raum. Diego mal wieder ganz Primadonna, Anfang März in München. Vier Monate später durfte das gottgleiche Fußballwesen dann feststellen, dass der unbekannte Aleman aus seiner eigenen Rippe geschnitzt ist. Lang und dünn zwar statt klein und kompakt, ein Star aber ebenso wie der Paradiesvogel aus dem Süden. Nach drei Minuten schon köpfte El Muller die Deutschen im WM-Duell in Führung. Am Ende zertrümmerte Hobbytrainer Diego Rosenkranz und Armbanduhren. Beim nächsten Mal grüßt er höflich.

Van Gaal auf dem Rathausbalkon

Rosafarben und haarlos. Man darf davon ausgehen, dass der Münchner Marienplatz schon Hübscheres gesehen hat. Doch da stand es nun, das feiernde Biest, thronte gar auf dem Balkon hoch oben über dem Volk – und reckte seine stramme Wadl über die Brüstung. Scheppernd stimmte es dann auch noch ein Lied an. Weil man nicht weiß, was beim nächsten Mal noch gefolgt wäre, müssen wir im Nachhinein Diego Milito danken, dass er den dritten Auftritt verhindert hat. Danke, Diego.

Boateng splattatert Ballack

Er war der Mann, der dem Capitano das Ruder aus der Hand riss. Kevin B. sprang in die Tiefen der Syndesmose, als gebe es kein morgen mehr. Für einen Beteiligten, das muss festgehalten werden, gab es dieses morgen auch nicht. Der Flug nach Südafrika ging ohne Vize-Michi, weswegen wir wohl auch nur Dritter geworden sind. Die Gerüchte aber flogen mit. Wird er jemals wiederkommen? Was läuft da mit Lahm? Wird Boateng von Sarrazin persönlich ausgewiesen? Und wenn ja: wohin? Rückblickend aber sagten viele hinter vorgehaltener Hand: Noch nie hat ein Foul dem deutschen Spiel so gut getan. Deren Meinung.

Kuba Libre

Dass ein Spieler der Dortmunder Herrenmannschaft zur „Miss BVB 2010“ gewählt wurde, hat es auch noch nie gegeben. Doch Kuba Blaszczykowskis Schuss über das leere Freiburger Tor hat bereits seinen festen Platz in allen „Best Misses“-Kompilationen gefunden. Alle Zutaten vorhanden: Leeres Tor, kein Gegenspieler weit und breit, Distanz gut sieben Meter. Kann man machen. Kuba Libre, vogelfrei also. „Was war das denn?“, greinte BVB-Radioreporter Norbert Dickel, „der kann doch ins Tor laufen mit dem Ball!“ Mit tränenerstickter Stimme fügte der Ex-Profi dann hinzu: „Das kommt in jeden Jahresrückblick!“ Q.e.d.

Bild: Flickr / Armando Tovar

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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