Der schweigsame Ringer

gekasDie Vorrunde hat einem Stürmer einen Höhenflug beschert, dem man vieles zugetraut hätte – 13 Tore aber nicht. Die Rede ist von Eintracht Frankfurts Theofanis Gekas, dem griechisch-römischen Freistilringer, der sich am liebsten im Abstaub des Strafraums wälzt. Ritschie K. stellt ihn vor.

Fanis, der eiskalte Goalgetter

Bumms, Bumms, Bumms! So oder so ähnlich könnte sich das im Oberstübchen von Theofanis Gekas anhören. Wen man das kleine Knupperlmännchen so anschaut, vermutet man hinter der tristen Fassade eher einen Ziegenhirten in knochigen Olivenhainen oder einen Bauchladenverkäufer vor Karstadt. Aber nüscht is. Fanis ist ein eiskalter Goalgetter, der die Fans zur Ekstase bringt.

Der gebürtige Larisaner – unterhalb des Olymp – knallte in seiner Jugend die Gegner reihenweise ganz anders auf die Matte. Griechisch-römischer Ringkampf war das Motto – auch auf dem staubigen Pausenhof. Erst mit 15 Jahren zwang ihn sein Vater dann mit dem halbseidenen Rumgefummel aufzuhören, und seitdem musste der Hobby-Eisenwarenhändler im Sommer über die Wiesen hetzten. Weil ihm das gar nicht so viel Spaß macht, hat er sich einfach aufs Wesentliche konzentriert und ist zu einem der unangenehmsten Abstauber geworden, die die Bundesliga je gesehen hat.

Der Ballermann mit den Krummstelzen

Und so ballert er sich Tor um Tor mit seinen kurzen Krummstelzen in die Herzen der Eintracht-Fans. Die restliche Fußballwelt fragt sich dagegen, welche Drogen sich Theo vor der heurigen Spielsaison eingeklinkt hat. Fröhlich glitzern die Brillies nämlich nach jedem Tor von den Segelöhrchen in die Kameras. Insgesamt schon 13 Mal in dieser Saison. Reden kann oder will Gecko nicht so gerne, er lässt lieber Tore sprechen. Als ob das nicht schon unangenehm genug wäre, ist es ihm dabei völlig egal, wie der Ball ins Tor geht (Sein Vorbild ist Edi Glieder, Anm. d. Red.). Laut ran-Datenbank hat er im Schnitt acht Ballkontakte und ein Laufpensum von rund 100 Metern pro Spiel. Ürre. Seine diesjährige Torquote hatte übrigens ein gewisser Bomber im Jahr 71/72 auch, als er seine 40-Tore-Saison spielte.

Privat ist der rassige Vokuhila ein lustiges Bürschchen. In seinem Anwesen hat er ein eigenes Zimmer nur für seine Trophäensammlung. (Trikots, Unterbuxxen, Ringeranzüge und eine komplette He-Man-Figurensammlung). Neben akzentfreiem Deutsch spricht Gekas Englisch, Französisch und Spanisch nicht, dafür aber vier verschiedene griechische Bergslangs, unter anderem Pastapopoulanisch.

Zum Schluss noch eine kurze Namenskunde: Sein Vorname Theofanis heißt übersetzt: „Gott ist erschienen.“ So erklärt sich auch Fanissimos Motto: „Ich denke vor dem Tor nicht. Niemals!! Das ist eine Gabe, die mir Gott geschenkt hat!“

Bild: Wikimedia Commons / Andreas Nowak (gemeinfrei)

6 Gedanken zu „Der schweigsame Ringer“

  1. guter artikel – poli kala. wie bei gekas sieht man auch hier talent aufblitzen, wo man zuvor eher klobige schachtelsätze vermutet hatte…

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