So wird die Rückrunde

Mit dem heute beginnenden Spieltag verabschieden wir uns von der Hinrunde. Der Herbstmeister ist bereits gekürt, aber sind bereits sämtliche Drops weggelutscht? Also, rechnerisch ist noch alles drin, weiß der Statistikfreund. Der eine oder andere Gefühlsmensch hat die Saison aber schon abgehakt. Aber Obacht: In der Rückrunde wird es noch mal richtig heiß (hoffentlich). Mauertaktik wagt einen Blick voraus.

Papiss Demba Cissé macht kein Tor mehr

Am Sonntag macht Cissé kein Tor, da leg‘ ich mich fest. Könnte natürlich an seiner Sperre liegen. Aber auch in der Rückrunde bleibt der Ofen kalt. In der Winterpause wird PDC noch gefeiert. Er wird Ehrenbürger in jedem südbadischen Kaff und kriegt einen Lebensvorrat an Tannenzäpfle. Kein Wunder, dass der Mann in der Rückserie den Schwarzwald vor lauter roten Bommeln nicht sieht. Das Tor ist wie vernagelt. Aber ganz ehrlich: das war doch eh Glück bis jetzt.

Pit Neururer übernimmt bei den Bayern

Alles wieder im Lack bei den Bayern? Nur scheinbar, denn schon bei der nächsten Pleite schreitet Uli „der Nominator“ Hoeneß zur Tat und verkündet (via C. Nerlinger), dass der Vertrag mit van Gaal einvernehmlich einseitig aufgelöst worden sei. Es übernimmt Peter Neururer, der seit seiner Station beim MSV Duisburg seinen Lebensunterhaltung in „Manni’s Schrauberbude“ (Gelsenkirchen-Nord) verdient hat. Nerlinger gibt die einfache wie einleuchtende Erklärung: „Nach einem schwäbischen Esoteriker und einem holländischen General braucht die Mannschaft nun wieder eine richtige Fußballertype.“

Der VfB Stuttgart holt die Europa-League

Euro-Bruno macht’s möglich. Nach dem 5:1-Einstand gegen Odense ist der VfB wieder in der Spur und überwintert zusätzlich noch im internationalen Geschäft. Äußerst wichtig in der krisengebeutelten Stadt, denn das Konzept des Durchgangsbahnhofs zahlt sich nur aus, wenn der VfB weiter irgendwo in Europa spielt, am besten östlich des Urals. Einige attraktive Gegner gibt es ja auch in der Europa-League, aber Sheriff Tiraspol und Karpaty Lwiw sind ja schon ausgeschieden. So ist der Durchmarsch ins Finale von Dublin reine Formsache, wo man dann gegen den SSC Neapel im Elfmeterschießen obsiegt und den Pokal mit nach Hause nehmen kann. Einziger Wismutstropfen: Der gleichzeitige Abstieg in Liga 2.

Schalke ist der Absteiger der Herzen

Der 14. Mai 2011: Abstiegskampf in der Bundesliga. Schalke hat bei seinem Spiel in Köln gegen den FC eigentlich eine komfortable Ausgangsposition. Problematisch wird es nur, wenn der direkte Konkurrent aus Gladbach in Hamburg gewinnen sollte. Schnell führt die Mannschaft von Trainer Mike Büskens sogar, aber die Domstädter schlagen zurück. Gegen Ende steht es 5:3 für die Kölner, Poldi hat das Spiel mit seinen Treffern in der 73. und 74. Minute gedreht. Dann die Horrornachricht: Das 0:1 in Hamburg durch Bobadilla. Die Nation hält den Atem an – und Rollo Fuhrmann verkündet: Das Spiel in Hmaburg ist aus. (Fast) ganz Deutschland liegt sich in den Armen. Aber was ist das? Das Spiel läuft noch. Indirekter Freistoß für den HSV – Westermann – Tor. Schalke ist gerettet, bleibt aber natürlich der Absteiger der Herzen.

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.