Wer ist eigentlich… Bruno Labbadia?

bruno-labbadiaDer VfB Stuttgart hat einen neuen Trainer – wieder mal. Es ist dies nun bereits der 15. Übungsleiter der Schwaben in 15 Jahren. Das passt wie Faust auf Eimer, denn His Labbaness hält es bei einem Arbeitgeber seinerseits auch nie länger als zwölf Monate aus. Freuen wir uns also auf das offizielle Labbadia-Jahr 2011 – und nähern wir uns dem Mann, der den VfB aus der Misere führen soll.

Der Titelwalzer vorweg: Während seiner aktiven Zeit wurde Labbadia drei Mal zum Tor des Monats gewählt. Diesbezüglich ist der Spieler dem Coach noch um eine Nasenwurzelbreite voraus. Denn als Trainer erreichte Brüno den inoffiziellen Titel „Tor des Jahres“ bislang erst zwei Mal. Doch was nicht ist, kann ja noch werden, dachte sich auch VfB-Manager Fredi Bobic – und stattete seinen Neutrainer mit einem Exklusivvertrag für die Erste Liga aus. Wenn’s also schief geht, spart der Schwabe wenigstens mal wieder was (ist ja auch was, vgl. der ganze Bahnhofsquatsch). Schließlich stehen ja auch noch Keller, Gross, Winnie Schäfer und Sundermann (Vertrag auf Lebenszeit) auf der Gehaltsliste des Daimler-Klubs.

Aber zurück zu Bruno Labbadia. Der ballerte sich in zwei Dekaden Fußballerlaufbahn, ganz heißblütiger Italo-Germane, ohne lang zu Fackeln durch die beiden deutschen Profiligen. Klarer Wettbewerbsvorteil für Bruno the Kid: Der Körperschwerpunkt bei 83 Zentimetern über der Grasnarbe. Resultat: Je mehr als 100 Tore in Liga eins und Liga zwei. Das machte dem Pistolero von der Alm bislang keiner nach zwischen Meppen und München.

Was Wenige wissen: Labbadia war früher ein ausgemachter Elfmeterkiller – eine wahre Rarität für einen Stürmer. Doch es stimmt: Wer ein Penaltyschießen für sich entscheiden wollte, musste den kleinen Strafraumwuseler lediglich vor der Saison an den potenziellen Gegner verhökern, der Rest erledigte sich von ganz alleine. In stoischer Ruhe versemmelte Bruno, der tapsige Brombär, einmal sage und schreibe vier Elfmeter in Folge. (Ein Rekord für die Ewigkeit resp. bis Labbas Seelenverwandter Marko Pantelic die Bundesligabühne betrat.)

Als Labbas Colt erkaltete, entschloss er sich spontan (wie auch sonst?), dem Cowboy-Nachwuchs die besten Stiefeltricks (langer Schuh, Messer drin, usw.) zu zeigen. Los ging das Ganze wie schon 20 Jahre vorher auf der Lilienfarm nebenan. Doch schon bald lockte die kleine und dann auch die große Welt. Der kleine Mann aus Italien hatte es geschafft – so schien es. Endlich konnte er seinen Eltern eine neue Eisdiele finanzieren.

Vertragsverhandlung mit Reiner Calmund (Archivfoto)
Vertragsverhandlung mit Reiner Calmund (Archivfoto)

Allein die Spieler wollten sich nicht recht für die Methoden des großen Marlon-Brando-Verehrers begeistern. Weder Labbadias revolutionäre Rosskuren mit echten Pferdeköpfen, noch der Peitschenknall-Wettbewerb am lebenden Objekt, die mannschaftlichen Zwangskäufe im Gucci-Laden von Cousin Toni oder die gemeinsamen Ausflüge ins örtliche Vergnügungsviertel (sog. teambildende Maßnahme) führten zu langfristigem Erfolg. Im Gegenteil: Binnen weniger Monate wendete sich noch der letzte Spieler vom traurigen Darmstädter Django ab. Dann hieß es wieder: Stute satteln und dem Sonnenuntergang entgegen. Nächster Stopp: Die staubige schwäbische Prärie.

Bilder: Flickr – loop_ohmjphoto

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

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