Foulspiel ohne Verletzungen

schwalbenkoenig
Schwalbe (Lehrbuch)

Anfang der Woche legte Unions Younga-Mouhani all den Frust, der sich im Laufe eines Jahres so bei einem Zweitligaspieler anstaut, in seinen rechten Fuß und trat das Schien- und Wadenbein des Bochumers Concha zu Klump. Dieser fällt nach dieser Attacke nun monatelang aus. Doch muss das denn wirklich sein? Also Fouls mit Verletzungen? Nein! Mauertaktik zeigt, dass es auch anders geht.

Welcher Hobbykicker kennt das nicht? Ärger bei der Arbeit, Hund brennt durch, Freundin läuft weg und abends wartet die wöchentliche Fußballrunde. Ein blöder Spruch hier, eine misslungene Aktion da und schon will man den gesammelten Ärger irgendwie entladen, allein man darf nicht. Ein Paradebeispiel dieses Phänomens löste 1995 im Bundesligaspiel des BVB gegen den KSC der Karlsruher Dirk Schuster auf eine perfekte Art. Derart gefrustet hätte er seinen Gegenspieler Andi Möller mit einem echten Foul womöglich nur verletzt, so aber ging es das Ganze am Ende doch noch für beide glimpflich aus. Möller gab dann auch schließlich zu: „Es war eine Schutzschwalbe!“

Bei manchen Ländern steht die Fairness sogar so weit oben, dass der nationale Fußballverband diese Schutzschwalben sogar trainieren lässt…

… was dann natürlich dazu führt, dass die so Geschulten im Ernstfall einer wirklich bösen Grätsche gleich wissen, wie sie zu reagieren haben. Neben „Schwalben“ sollte vielleicht auch noch „Schämen“ auf dem Trainingsplan stehen, damit das anschließende Verhalten nicht ganz so unangenehm ist…

Selbst im Amateurbereich fliegen die Schwalben bisweilen tief, wie das folgende Video aus der Zeltplatz-Liga zeigt. Sehr zur Belustigung der zufällig Anwesenden zumindest…

Doch wenn man mal ehrlich ist, will man die Möllers, Inzaghis und CR9s dieser Welt gar nicht sehen. Und so spricht uns der große Eric Cantona, nur außerhalb des Platzes ein Mann der Schauspielerei, im folgenden Clip wohl aus der tiefsten Fußballer-Seele. Recht hat der Mann.

Bild: Flickr / Steve Jurvetson

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.