Wer ist eigentlich…Sepp Blatter?

toblerone
Wer besonders gute Argumente hat, setzt sich am Ende eben durch

Vor einer Woche wurden die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 nach Absurdistan und Phantasia-Land vergeben. Was anfangs alle für einen schlechten Scherz hielten, scheint nun bittere Realität. Was sind das für Zeiten, in denen WikiLeaks-Chef Julian Assange für viele Regierungen der Teufel persönlich ist, andererseits ein Mann wie Sepp Blatter in den gleichen Kreisen höchstes Ansehen genießt? Das wissen wir natürlich auch nicht, aber wir wissen wenigstens, wer dieser Sepp Blatter eigentlich ist!

Erstmals erwähnt wird der „Name“ Joseph Blatter 1944 in einer Primarschule in der Süd-Schweiz, als er bei der Wahl zum Klassenclown durch geschicktes „Teilen“ seiner Pausen-Toblerone sageundschreibe 16 von 15 anwesenden Stimmen erhält – und das, obwohl er quasi seit Geburt humorbefreit ist. Zu diesem Zeitpunkt ist der kleine Joseph bereits 8 Jahre, weiß aber seit dieser für ihn denkwürdigen Wahl auch, dass ihm die Welt zu Füßen liegen wird. Es folgt ein eher lustlos geführtes Studium der Volkswirtschaftslehre, in dem er aber immerhin lernt, dass eine Hand die andere wäscht. Und warum sollte dieses einfache Prinzip nur auf einer schäbigen Mensa-Toilette funktionieren, fragt er sich als der Visionär, der er schon immer war, völlig zu Recht.

Und -zack!- schon kommt der Erfolg, wie von selbst. Blatter spielt bis 1971 aktiv in der höchsten Schweizer Amateurliga und sitzt bereits schon ein Jahr vor Karriereende in einem dieser Phantasie-Vereine im Vorstand. Nebenbei schmeißt er auch noch locker den PR-Laden des Walliser Verkehrsverbandes. Völlig klar, dass von da der Sprung in die Zentrale des Weltfußballverbandes nicht mehr weit ist. 1975 ist es soweit, Darth Havelange nimmt den wenig sympathischen Schweizer unter seine Fittiche und erhält von diesem im Gegenzug uneingeschränkte Unterwürfigkeit. Für den jungen Blatter steht fest: Wenn der greise Clown bald abdankt, ist der nächste Arsch, der auf diesem Thron sitzt, seiner bzw. er!

„Das lief ja wie geschmiert!“ – Blatter am Ziel

„Bald“ dauert nur noch lächerliche 23 Jahre, dann ist der große Moment da. Die Toblerone-Stückchen von einst sind nun Umschläge, in denen nach unterschiedlichen Berichten wahlweise selbstgemalte Grußkarten oder 50.000 US-Dollar stecken, aber die Wahl zum Fifa-Präsidenten 1998 geht an den Mann mit den funkelnden Knopfaugen. Als er 2002 erneut mit großer Mehrheit wiedergewählt wird, will der somalische Abgeordnete Farah Addo dem selbstherrlichen Schweizer den Erfolg madig machen und wartet mit ungeheuren Korruptionsgeschichten rund um die Wahl auf. Angeblich hätte man ihm und anderen wahlberechtigten Delegierten Geld für Blatter-Stimmen geboten. Selbstverständlich glaubt die Fifa dem paranoiden Neger aus dem zerfallenen Bürgerkriegsland kein Wort, doch einen leichten Knacks hat die strahlende Aura des starken Mannes an der Spitze bekommen.

Als dem – immerhin Generalsekretär – Michel Zen-Ruffinen „finanzielle Unregelmäßigkeiten“ bei der Fifa auffallen, verliert der Schweizer Blatter kurzzeitig ob derart viel Missgunst die ihm sonst so eigene Contenance und verhindert mit seinem eigenen Veto die internen Ermittlungen, die ihn vermutlich sowieso entlastet hätten, und feuert Zen-Ruffinen völlig zu Recht, da dieser wohl weißgott Besseres im Dienst zu tun hätte als Erbsen zählen.

Doch von Neidern und Nestbeschmutzern hat sich Sepp Blatter noch nie unterkriegen lassen und nun hat er 12 Jahre nach Amtsantritt mit den beiden WM-Vergaben seine Regentschaft veredelt. Es gibt wirklich nicht viele, die es schaffen, in nur 12 Jahren die Wahrnehmung, die die ganze Welt von einem hat (ob nun Verband oder gar Land…), derart zu verändern. Respekt, Sepp! Und viel Erfolg bei der nächsten Wahl 2011.

(Bild: flickr.com / whatleydude)

11 Gedanken zu „Wer ist eigentlich…Sepp Blatter?“

  1. @don: ZECKEBALL

    @Matthias: ich hab seit dem Zecke Artikel auch nur noch Bock auf Hertha und keine Bock mehr auf WM!!

  2. Umso geiler, dass Blatters Pläne für 06 (S-afrika) nur deshalb nicht aufgegangen sind, weil ein Fax bei einem alten Mann eintrudelte, dass „some really good sausages, ham and – hold on to your seat – a wonderful KuKuClock“ versprach. (aus M. Sonneborn, „Ich tat es für mein Land“)

  3. Ihr seid alle neidisch, der Mann hat bewiesen wie das funktioniert mit dem“ Geld regiert die Welt“, die Frage ist doch nur , woher hat er die Pinunze???

  4. Neues vom Witzbold..
    Zitat: „Wir gehen mit der WM jetzt in Gegenden der Welt, wo sie noch nie war. Wir gehen mit der Fußball-WM dorthin, wo sie noch etwas mehr bewegt als nur Kommerz.“

    Ja sicher Bernie, sicherlich.

  5. Jawoll! Gegen den modernen Fußball und gegen ekelhafte McDonald’s, Coca-Cola und Budweiser-Werbung bei der WM!

  6. Jawoll! Fußball wie früher, 11 Mann gegen 11 Mann ohne Auswechslung, wer sich verletzt ist selber schuld.

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