WM 4040 in Russland! Und Katar!

q_200Hau, Sepp hat gesprochen. Die Fußballfestspiele der Jugend finden demnächst auf dem Roten Platz statt. Der russische Bär reibt sich die Tatzen, der Rest der Welt die Augen. Mit der Transsib zur WM? Die FIFA macht es möglich – und setzt sogar noch einen drauf: Danach geht es direkt in den Orient-Express nach Katar. Katar? Ja, nach Saudi-Arabien und dann links. Passt ja irgendwie ganz gut: In der FIFA-Butze in Zürich ist es zur Zeit bestimmt ganz schön kalt, da kann man ein bisschen Gas und Öl gebrauchen. Aber genug von schweizerischer Folklore, das wird den künftigen Gastgebern sicher nicht gerecht. Mauertaktik hat sich die Bewerbungen der beiden Powernationen mal genauer angeguckt.

Infrastruktur

In beiden Gastgebernationen muss noch ordentlich gebaut werden. Während die Bierpipelines zu den Stadien kein Problem sein werden, muss vor allem in Katar noch das ein oder andere Stadion aus dem Sand gestampft werden. Dafür wird die Ausstattung um so besser: Für eine 1A-Rasenheizung ist gesorgt, die Pfosten sind aus Elfenbein und die Tornetze aus Seide. For the good of the game. In Russland sucht man derzeit nach echten Rasenplätzen. Dort wird als Untergrund ja bekanntlich eher Kunstrasen und Permafrost geschätzt. Mauertaktik fordert die Rückkehr auf den Ascheplatz!

Partyfaktor

Fußballzeit ist Partyzeit. Auch in Russlandkatar? Zweifel sind berechtigt, denn die Russen haben bis jetzt nur einmal Oktoberfest gefeiert (1917). Immerhin ist aber ihre Trinkfestigkeit ja weltbekannt. Da wird es zweifelsohne einen ordentlichen Run auf den Posten des offiziellen Wodka-Ausrüsters geben, wenn das nicht schon von McDo abgedeckt wird. Genauso spannend ist die Getränkefrage (sog. „G-Frage“) in Katar, wo es am Imbiss nur Rosenwasser zu den Fritten gibt. Als Kompromiss deutet sich jetzt bereits an, dass es das Rosenwasser einfach in verschiedenen Geschmacksrichtungen geben wird: Rosenwasser Dunkel, Rosenwasser Lager und Rosenwasser Export.

Begeisterung

Die Fußballbegeisterung in Katar hat sich noch keinen Weltruf erworben. Könnte daran liegen, dass bisher in den katarischen Stadien nicht mal Arabische Liga lief. „Soccer“ ist für viele nur ein unanständiges Wort und hat keine Chance gegen die traditionellen Sportarten Wüsten-Halma und Beachvolleyball (nur zugucken). Nun sollen daher gestandene Fußballlegenden den Kataris den Fußball näher bringen. Es werden als Referenten in nächster Zeit unter anderem Uli Stielike (Thema: karierte Sakkos) und Jürgen Klinsmann (Thema: Sonnencreme) erwartet. Diese Probleme kennt man in der modernen Medienrepublik Russland nicht. Dort ist jeder von der WM begeistert. Es gibt auch keine kritische Berichterstattung. Nein, wirklich nicht.

(Bild: flickr.com / Zitona)

Autor: Franco Persico

Persico ist als gebürtiger Gaucho der geborene Dribbelkünstler. In jungen Jahren zog es ihn allerdings schon nach Europa, genauer nach Berlin-Neukölln, den Bezirk der Reichen und Schönen. Da auf ihn aber zunächst nur letzteres zutraf, heuerte er als Wasserträger in der Bezirksliga an und wurde dort umgehend Publikumsliebling und Stammgast im Vereinsheim. Es folgte ein dramatischer Aufstieg und Franco ist seitdem in den großen internationalen Stadien zu Hause. Auf dem Höhepunkt der Karriere folgte aber dann das Aus, vor allem wegen “Rücken” und “Knie”. Sein Expertenstatus in allen Lebenslagen sorgt nun dafür, dass Persico der geneigten Öffentlichkeit nicht den Rücken zudreht, sondern mit offenen Armen auf sie zugeht, und zwar mit einem Engagement bei der Mauertaktik. Als er hörte, dass auch Fränk und Jürgen mit an Bord sind, fiel die Entscheidung alles andere als schwer. Dieses Dreieck stellt die p-q-Formel des Erfolgs dar. Seinen Schwerpunkt lässt Persico bewusst offen, lässt aber durchscheinen, dass er auch etwas ausgefallenere Themen anschneiden wird. Als Beispiel nennt er diesbezüglich seine Leidenschaft für den japanischen Fußball, die er nicht wird verheimlichen können. Aber auch der einheimische Fußball in der Bundesrepublik wird nicht zu kurz kommen. Als bekennender Lokalpatriot will er HBSC zum Titel schreiben. In Liga zwo wird er als Pseudopunk und Salonsozialist natürlich die braun-weißen Farben des FC St. Pauli hochhalten.

7 Gedanken zu „WM 4040 in Russland! Und Katar!“

  1. zugfahrt von poznan nach nowosobirsk: bloss 80 stunden, 19 minuten; umsteigen in warschau und moskau. nur eine frage: soll es wenigstens ferhsehen auf dem trans-siberian ekspress geben, damit man die anderen WM-spiele waehrend dir halbwochigen fahrt irgnedwie anschauen kann?

  2. Jaja, hätten sie die Deutschen damals doch die Autobahn nach Russland fertigstellen lassen sollen. Dann wäre man heute in ein paar Stunden in Moskau.

    (Achtung Humor !!!)

  3. PRO KATAR!!!!!

    Zur Nähe der Stadien: Wenn z.B. England gegen Holland und Deutschland gegen Polen an einem Tag spielt verwüsten die doch nur eine Stadt bzw. ein Emirat…Bier und Fussball gehört sowieso nicht zusammen…Krach im Stadion durch zu viele „Richtige“ Fussballfans ist auch ziemlich blöde und nitte nicht den sozialen Aspekt der Fifa resp. Herrn Blatter vergessen: Nach der WM werden viele Stadien abgebaut, in dritte Welt Länder verkauft und da wieder aufgebaut. Können die wenigstens Fussball spielen, um ihren Hunger zu vergessen…

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