Fritz C. Klautermann (11)

klautermannLange war es still um ihn, nun meldet er sich mal wieder zu Wort: Unser Lautern-Kolumnist Fritzchen K. Heute mimt er den ABC-Schützen und widmet sich Nürnberger Elfmeterschützen von damals und heute.

Spieler, deren Namen mit M beginnen, liegen dem 1. FC Kaiserslautern nicht so. Das ist empirisch erwiesen. Da wäre zum einen Markus Münch, für die meisten in der Pfalz wahlweise „der Unaussprechliche“ oder „der Antichrist“, der es mit seinem Spannstoß wagte, uns, das Gründungsmitglied, nach 33 Jahren Bundesliga erstmals ins Unterhaus zu dreschen. Da wäre zum anderen ein gewisser Makiadi, bis Mai 2006 ein vollkommener Unbekannter, bis, ja bis er uns mit seinen zwei Toren ins Unterhaus schoss. M. Mal wieder.

Tja, und dann wäre da auch noch Manni. Den haben nicht mehr viele auf der Rechnung. Aber wegen Manni sind wir nicht Meister geworden, ist wirklich so, 1994 war das. Also noch vor Münch und lange vor Makiadi. Vielleicht ging dieser M-Fluch ja damals los, wer weiß. Na, jedenfalls legte der FCK damals einen seiner besten Zieleinläufe aller Zeiten hin. Sechs Siege in Folge, darunter ein 7:1 in Duisburg und ein 4:0 gegen den Tabellenführer, gegen die Bayern, aus München kommen die. Noch so ein M, was nicht wirklich wohl gelitten ist in und um Kaiserslautern.

Manni und der Punkt

Und eben diese Münchner trafen im drittletzten Spiel auf Manni und seine Nürnberger. Berühmt geworden ist das Spiel dadurch, dass Thomas Helmer einen Ball nebens Tor stolperte, was der Schiedsrichter als Tor auslegte, es war der 2:1-Siegtreffer. Hätte er aber nicht sein müssen, denn Manni, der Schwabl, hätte vom Elfmeterpunkt noch den 2:2-Ausgleich schießen können. Hat er aber nicht, weswegen Nürnberg Protest einlegte, das Wiederholungsspiel 0:5 verlor und am Ende wegen der schlechteren Tordifferenz abstieg. Und dem FCK fehlten zu den Bayern ein Punkt und vier Tore…

Hätte, hätte, Fahrradkette, da habt ihr ja recht. Die alte Suppe haben wir auch nur deshalb wieder aufgewärmt, weil jetzt alles wieder gut ist. Das böse M wurde durch das gute W ersetzt. Ist ja quasi ein umgekehrtes M. W übrigens wie Wolf. Andreas. Der machte im Frankenstadion den Schwabl und donnerte seinen Elfmeter an die Latte, von wo er in Tobias Sippels Arme platschte. Wer weiß, wie das Spiel ausgegangen wäre… aber lassen wir das.

Wenn’s lafft, lafft’s…

Von Manni Schwabl ist übrigens auch folgender schöner Spruch überliefert: „Wenn’s lafft, dann lafft’s. Wenn net, dann net.“ Der passt auch ganz gut zu den Auswärtsspielen der Lauterer in dieser Saison. Denn nach Köln, das war am ersten Spieltag, und vor Nürnberg, das war – wie gesagt – jetzt gerade, lief es immer gleich. Also erst schon, dann nicht mehr. Das Schema F (wie Frust): Führung, Ausgleich, Niederlage. Und dann hängende Köpfe bei Spielern wie Fans. Alle 14 Tage der gleiche Mist. Mit M.

Aber am Samstag war auch am Anfang schon einiges anderes. Zum Beispiel, dass sie zum ersten Mal nicht nur ein Tor, sondern drei geschossen haben, die FCK’ler. Am Ende war das dann wohl auch entscheidend und nicht der Schwabl vom Wolf. Und da die drei Kroaten-Tore aber rein gar nichts Phantomhaftes hatten, sondern sehr reell waren, wird es auch kein Wiederholungsspiel geben. Das ist ebenso beruhigend wie die Tatsache, dass wir auswärts noch gewinnen können und dass wir gegen einen direkten Konkurrenten gewonnen haben und dass wir immer noch überm Strich stehen.

Es lafft gar nicht mal so schlecht.

Muss es auch, denn wir brauchen die 40 Punkte schon bis zum 33. Spieltag. Denn dann kommt Bremen. Mit Marko Marin…

Bild: TimTim.com

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.

1 Gedanke zu „Fritz C. Klautermann (11)“

  1. Ich bin so glücklich, ich könnte glatt `nen Schlaker umarmen.
    Danken möchte ich allen, die an dich geglaubt haben.

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