Spuck’s aus!

frank-rijkaardBei der 0:3-Niederlage im bayrischen Derby erregte Nürnbergs Pinola mit seiner Spuckattacke gegen Bastian Schweinsteiger die Gemüter. Seit Frank Rijkaard bei der WM 1990 die Lama-Taktik in den Katalog der psychologischen Kriegsführung auf dem Fußballfeld aufgenommen hat, kam es immer wieder zu Speicheleien. Mauertaktik hat die besten Geschichten gesammelt.

Piqué vs. spanischer Verband

Bei der Fahrt im offenen Bus durch Madrid nach dem gewonnenen WM-Titel aulte der augenscheinlich mehr als angeheiterte Verteidiger Gerard Piqué einem weiteren Passagier direkt ins Gesicht. Piqué lachte sich über seine Scherzeinlage scheckig, der Empfänger der Grußbotschaft, ein Mitglied des spanischen Verbandes, fand es weniger witzig, sah aber von Sanktionen auch mit Verweis auf die tropischen Temperaturen ab: „In der Hitze des Gefechts passieren halt schon mal solche Dinge.“

Rajkovic vs. Schiri

Der Geist Olympias: Höher, schneller, weiter. Diesen Leitspruch beherzigte auch der serbische Nationalspieler Slobodan Rajkovic, als er nach einer Roten Karte beim olympischen Fußballturnier von Peking dem Schiedsrichter seine neue Schusstechnik vorführte – leider aber nur fernmündlich. Es kam, wie es kommen musste: Das schleimige Oral-Projektil des Serben landete direkt in des Unparteiischen Gesicht. Folge: Ein Jahr Sperre für alle internationalen Partien. Naja, zu Hause ist es eh am schönsten.

Amateur vs. Schiri

Im unterklassigen Fußball ziehen orale Auswürfe noch drastischere Strafen nach sich. Stattliche 21 Monate Sperre bekam Satilmis Yilderim vom TSV Türkiyemspor Lintfort von der Spuck- quatsch: Spruchkammer des Kreises Moers aufgebrummt. Aus dem Sonderbericht des Schiedsrichters: „Zum Ziehen der Roten Karte kam ich gar nicht mehr, da der Spieler mir schon währendessen aus kurzer Distanz ins Gesicht spuckte. Daraufhin unterbrach ich das Match und verließ sofort das Feld, um mich abduschen zu gehen.“ Weil er sein Shampoo vergessen hatte, pfiff der Unparteiische die Partie im Stadtpokal gar nicht wieder an.

Ronaldo vs. Kamera

Mitunter werden unüberlegte, aber im Kern harmloses Gesten auch von den Medien aufgebauscht. So widerfuhr es Portugals Cristiano Ronaldo in Südafrika nach dem Ausscheiden seines Teams gegen den späteren Weltmeister Spanien. Ronaldo war frustriert (verständlich), wurde von einem TV-Kettenhund nebst Kamera übers ganze Spielfeld verfolgt (nicht mehr ganz so verständlich) und spuckte diesem dann vor die Füße (eher unverständlich). Folgen: keine (außer prompter Heimreise wegen des Ausscheidens).

Eto’o vs. den Rest der Welt

Samuel Eto’o spuckt für sein Leben gerne. Schon in der Grundschule im kamerunischen Nikon war er Champion im Kirschkernweitspucken. Aus seiner Zeit in Spanien sind dann auch gleich zwei rotzige Geschichten überliefert. Zum einen überzog Eto’o bei einem hitzigen Spiel gegen Athletic Bilbao den Basken Exposito mit seinem Mundinhalt – worauf Bilbaos Trainer Javier Clemente sich zu der Aussage hinreißen ließ: „Ich denke, dass die, die spucken, gerade von den Bäumen runtergeklettert sind.“ Weil er wohl keine Kirschbäume meinte (s.o.), gab es um die Aussage noch mehr Wirbel als um Eto’os Attacke. Sperren wurden aber nach einem negativen Speicheltest bei allen Beteiligten keine ausgesprochen. Anekdote zwei: Bei einer Meisterschaftsfeier mit Barca schlug Eto’o einst über die Stränge, als er seinen Ex-Klub Real Madrid singenderweise als „Scheißverein“ bezeichnete. Die Entschuldigung wenige Tage später: „Ich habe in den Teller gespuckt, der mir zu Essen gegeben hat.“

Im weiteren Kreis: Cesc Fabregas lässt den damaligen Bayern-Spieler Michael Ballack in einem Champions-League-Spiel seinen Speichel von oben in den Nacken rinnen, Lizarazu springt ihn daraufhin wie ein tollwütiger Kampfhund an.

Ihr könnt euch an weitere Spuckgeschichten erinnern, habt vielleicht selbst eine erlebt? Ab in die Kommentare damit!

Bild: Flickr / Tambako the Jaguar

Autor: Fränck von Schleck

Fränck von Schleck ist in seiner Heimat eine veritable Legende. Als erster luxemburgischer Blogger überhaupt zog er aus, das gemütliche Kleinherzogtum im Herzen Europas in aller Fußballwelt bekannt zu machen. Der alte Spezi von Buli-Urgestein Jeff Strasser kann den nötigen Draht in die Beletage des internationalen Fußballs vorweisen. Oft angesprochen wird von Schleck auf die bizarren Umlautformationen in seinem Vornamen. Der uneheliche Sohn des bärbeißigen Alttrainers, Tee-Fau-Experten und Weizenanbauers Smudo L. wendete hierfür im Jahre 1994 die damals gültige Zweipunkteregel an. Der smarte Beneluchs wollte damit nach Insiderinformationen speziell in seiner Wahlheimat Berlin (Ost) günstig Sympathiepunkte hamstern. Die letzeburger Labertasche schreibt nach eigener Aussage über alles, was ihm unter die flinken Finger kommt. Saufkumpan Strasser rang ihm am Ende einer mehrtägigen Zechtour weiland das Versprechen ab, mit besonderer Inbrunst über den strauchelnden Pfälzer Traditionsverein zu berichten, bei dem Strasser einst beschäftigt war. Aber auch sonst gibt es kaum ein Thema, das vor der spitzen Feder von der Lützelburg sicher wäre.